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Bain-Studie vs. Bundesbank

Scharfe Kritik äußert Ralf W. Barkey, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Genossenschaftsverbands – Verband der Regionen, an der Darstellung der Beratungsgesellschaft Bain, die in einer aktuellen Studie die Eigenkapitalrenditen der Volks- und Raiffeisenbanken niedriger einschätzt als es die Deutsche Bundesbank tut.

Grund hierfür ist die unterschiedliche Einwertung der offenen Rücklagen. Bain bewertet sie als Aufwand und kommt daraus schlussfolgernd zu einer niedrigeren Rendite.

Die Bundesbank hingegen stellt klar, dass die Beträge, die Volks- und Raiffeisenbanken in den Fonds für allgemeine Bankrisiken einstellen, sprich die Zuführungen, die in die § 340 g HGB-Reserven gehen, keine Aufwandsposition darstellen.

Der Unterschied ist gewaltig, wie gegenüber 'Bank intern' der Bundesverband der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken/BVR ausführt: 

Korrekterweise, so der BVR, müssten 4,7 Mrd. € (1,7 Mrd. € Gewinn nach Steuern plus 3 Mrd. € Zuweisung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken) ins Verhältnis zum bilanziellen Eigenkapital gesetzt werden, was für die Kreditgenossenschaften zu einer EK-Rendite für 2016 von 9,7 Prozent, statt der von Bain berechneten 2,9 Prozent, führt.

Barkey weist in dem Zusammenhang daraufhin, dass die deutschen Genossenschaftsbanken im vergangenen Jahr eine Aufwand-Ertrag-Relation (Cost-Income-Ratio) von 66,6 Prozent erzielt haben.

Düsseldorf, den 13. Dezember 2017

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