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Sparda-Bank Baden-Württemberg geht online bundesweit auf Kundenfang - eine Ergänzung

In der aktuellen Ausgabe von 'Bank intern' berichten wir über die Offensive der Sparda-Bank Baden-Württemberg, die gleich an zwei Punkten das bisherige Selbstverständnis der Sparda-Bank-Gruppe in Frage stellt.

Am Tag vor dem letztwöchigen Verbandstag hatten die Baden-Württemberger die Öffentlichkeit von gleich zwei Neuerungen in Kenntnis gesetzt:  ++ Zum einen will man sich als Privatkunden-Bank zukünftig auch Selbständigen als Privatkunden gegenüber öffnen  ++ Zum anderen will man ab sofort bundesweit auftreten, zwar (noch?) nicht durch Filialen, aber online.

Klar, das zu dieser 'neuen Kreativität' auch 'Bank intern' Nachfragen hat.

Was hat die Sparda-Bank Baden-Württemberg dazu bewogen, gleich zwei Grundfeste (Regionalitätsprinzip und Zielgruppen-Definition) der Gruppe aufzugeben?
"Wir sind für unsere Kunden weiterhin mit Filialen in Baden-Württemberg vor Ort und werden auch keine Filialen außerhalb von Baden-Württemberg aufbauen. Die Menschen werden allerdings immer mobiler, müssen jobbedingt umziehen oder in ein anderes Bundesland pendeln. Zudem informieren sie sich die Menschen immer mehr über das Internet und bewegen sich auch viele Stunden in diesem. Die digitalen Wege kennen keine regionalen Grenzen. Mit unseren umfassend digitalen Services bieten wir Kunden ohnehin schon die Möglichkeit, online Banking zu betreiben, komplett online ihr Girokonto zu eröffnen, sich über unsere Videoberatung zeit- und ortsunabhängig beraten zu lassen, etc. Insofern war es nur folgerichtig, die regionale Einschränkung in unserem Geschäftsmodell zu lockern. Die Kunden, die aus Baden-Württemberg weg ziehen oder über die digitalen Wege zu uns finden, können wir nun auch betreuen.

Was die Erweiterung des Kundenstammes angeht, so nehmen wir weiterhin nur Privatkunden auf - aber eben zukünftig auch Selbstständige in ihrer Funktion als Privatkunde. Es gab daher keine Aufhebung der Zielgruppen-Definition, sondern nur eine kundenfreundliche Anpassung. Vor dieser Satzungsanpassung mussten wir zum Beispiel einen Arzt, der in seiner Anstellung im Krankenhaus noch Kunde bei uns sein konnte, streng genommen als Kunde ablehnen, sobald er sich eine eigene Niederlassung aufgebaut hat. Dies hat sich nun geändert."

Ist dieser Schritt mit dem Verband und den übrigen elf Instituten besprochen worden?
"Ja."

Hat man seitens der Gruppe versucht, Sie von dieser Planung abzubringen?
"Nein. Wir gehen eher davon aus, dass weitere Sparda-Banken diesen Änderungen folgen werden."

Ist das perspektivisch die Aufkündigung der Mitgliedschaft in der Gruppe - (vgl. frühere PSD-Bank Nürnberg)?
"Nein. Die Anpassungen unserer Satzung sind so in der Gruppe besprochen worden. Der Verband der Sparda-Banken besteht aus 12 rechtlich eigenständigen Instituten, weshalb jede Sparda-Bank eine eigene Geschäftspolitik verfolgen kann. An der Mitgliedschaft in der Gruppe ändert das nichts."

Düsseldorf, 23. Mai 2017, 9:00 Uhr

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