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30 Jahre Finanztest: Wo die ‚Tester‘ vergesslich sind, frischt ‚vt‘ die Erinnerung auf

Die erste Ausgabe von Finanztest, sehr verehrte Leserin, sehr geehrter Leser, erschien im Januar 1991. In dem aktuellen Heft (2/2021) widmen die Berliner dem 30-jährigen Jubiläum vier Seiten. Nett aufgemacht werden u. a. Ergebnisse einer im Dezember 2020 unter Lesern durchgeführten Umfrage präsentiert und auf verschiedene Spezial-Hefte und Titelthemen hingewiesen.

Der größte Erfolg mit dem auflagenstärksten Heft wird da nicht verschwiegen: „Mangelhaft für Kapitallebensversicherungen“, lautet die Überschrift für diese Rubrik. Auch das Cover der Ausgabe Januar/Februar 1996 wird abgebildet. „3 x sehr gut, 19 x mangelhaft – über 100 Lebensversicherungen im Test“, steht da zu lesen. „Der Titel verkaufte sich 410.000 Mal“, informieren die Berliner. Für noch größeres Aufsehen sorgte Finanztest allerdings mit dem September-Heft 2002 – auf ihre größte Pleite weisen die Tester aber nicht hin.

Doch erinnern wir uns: „Rohrkrepierer vorm Kiosk entschärft!“, kommentierten wir damals (vgl. ‚vt‘ 35/02) den bis dato einmaligen Vorgang bei der Stiftung Warentest, ein Heft aus dem Handel zurückzuziehen und einzustampfen. Nach einer dicken Panne bei der Bewertung von Riester-Renten mit Fehlberechnungen bei über 60 Tarifen. „Aufgrund der unterschiedlichen Interpretation von Anbieterdaten ist die Stiftung Warentest bei ihrer Bewertung der Riester-Rentenversicherung bei einigen Unternehmen zu falschen Ergebnissen gekommen. Betroffen sind in erster Linie Policen mit Fondsanteilen“, mussten die Berliner einräumen.

Die gravierenden handwerklichen Fehler waren so groß, dass sie zu der teuren Rückrufaktion führten. Damit kam man wohl einer Fülle drohender Unterlassungserklärungen zuvor. Hermann-Josef Tenhagen, inzwischen Geschäftsführer der Finanztip Verbraucherinformation GmbH/Berlin, war seinerzeit Chefredakteur der Finanztest.

Und Wikipedia weiß zu berichten: Axel Kleinlein, seit 2011 Vorstandssprecher des Bund der Versicherten e.V. (BdV), betreute „von 2000 bis 2002 bei der Stiftung Warentest als Projektleiter in der Abteilung Finanzdienstleistung den Bereich Lebensversicherung und Altersvorsorge. Ergebnisse seiner Untersuchungen wurden in der Zeitschrift Finanztest veröffentlicht. In seine Zeit fällt die in der Geschichte von Finanztest einmalige Rückrufaktion aufgrund von falschen Berechnungen zur Riesterrente.“

Dass Kleinlein mit abstrusen Berechnungen seit längerem einen LV-Provisionsdeckel bei maximal 1,5 % fordert (vgl. ‚vt‘ 38/18), wollen wir hier nicht unerwähnt lassen.

‚vt‘-Fazit: Handwerkliche Fehler sind nicht eine Frage, ob man den Taschenrechner richtig bedienen kann, sondern welche Bewertungskriterien man definiert und wie man diese gewichtet, sowie ob Klauseln richtig interpretiert werden. Wir entlarven regelmäßig unbrauchbare Tests, mit denen sie irritierte Kunden aufklären können.

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