Aktuelles

apoBank – wo bitte ist die Aufsicht?

Es ist bekanntlich nicht Ansinnen von 'Bi', unreflektiert in Klagelieder anderer einzustimmen. Aber, bei allem Respekt, warum EZB und BaFin die apoBank in Watte packen, verstehen wir nicht. Klar, der Berufsstand der Apotheker und Ärzte ist ein ehrenwerter und überwiegend untadelig. Dies dürfte, so wird man unterstellen, auch auf deren Hausbank durchschlagen. Aber ist dieses Institut wirklich so untadelig, dass die komplette Aufsicht zumindest ein Auge verschließt? Beginnen wir mit einem kurzen Rückblick:

++ 2008 fielen die Düsseldorfer mit "problematisch strukturierten Wertpapiergeschäften" auf, die das Haus massiv erschütterte und die Bank per saldo 1,5 Mrd. € kosteten

++ Kaum zwei Jahre später, 2010, war es ein Immobilienskandal, der die apoBank schwer traf. Denkmal-AfA-Immobilien waren zwar bei der 'Kundschaft in Weiß' beliebt, aber die internen Kontrollsysteme zur Überprüfung von Bank und Immobilienvermittlern versagten kläglich

++ In beiden Fällen kam zu Tage, dass einzelne Mitarbeiter persönliche Vorteile zu Lasten der Bank einstrichen und die Bank klageweise gegen Vorstände vorgehen musste

++ 2016 dann kam die Bank damit raus, übrigens nur schwer zu finden im Geschäftsbericht, dass sie einem einzigen Mitarbeiter an Vergütung und Abstandszahlung einen Betrag zwischen 2 und 3 Mio. € gezahlt hat, wobei, so lesen wir diesen Berichtsteil, dieser Mitarbeiter a. D. weder Vorstand noch sonstiger Risikoträger war

++ 2019 wechselte die Bank das IT-Pferd, drehte der Fiducia & GAD IT AG den Rücken – obwohl sie dort nach 'Bi'-Erkenntnissen über Jahre eine für die komplette Gruppe teuer mitfinanzierte Sonderbehandlung erfuhr – und dockte bei der Schweizer Avaloq an. Was wiederum zu einer Mehrzahl von Umstellungsproblemen bis hin zu tagelangen Totalausfällen für angeschlossene Heilpraktiker, Ärzte und Apotheker führte und massenweise Unmut in den Sozialen Medien ("misslungene IT-Migration") auslöste, wie einschlägige Apotheken-Medien meldeten. Schwierigkeiten im Login und das Aufrufen der Online-Konten sind da noch die kleinsten Probleme. Bedrohlich sind die Störungen bei der Auszahlung bzw. die Sperren für Großhändler, die ihre Rechnungen nicht abbuchen können.

Den Verstoß der apoBank unter Missachtung des genossenschaftlichen Geistes gegen die klaren "Empfehlungen" der Aufsicht, bis zum vierten Quartal auf Beschlüsse über die Verwendung des 2019er Gewinns zu verzichten,  mag mancher Volksbanker noch tolerieren, zumal selbst Dr. Peter Hanker für 'seine' Volksbank Mittelhessen dieser Fauxpas unterlief. 'Bi' sieht das allerdings kritischer. Unser Ansatz ist im Kontrollorgan zu suchen bzw. in der Frage, warum die Aufsicht es toleriert, dass im Aufsichtsrat unter Vorsitz  des sicherlich hochbegabten Mediziners Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery kein einziger Wirtschaftswissenschaftler sitzt? Wie bitte soll ein solches Kontrollgremium den Vorstand der größten Genossenschaftsbank hierzulande wirkungsvoll überprüfen? – Aber all das scheint die Aufsicht ja nicht zu interessieren!

Teilen Sie diese Neuigkeit in Ihrem Netzwerk