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BVR – Präsidentin glaubt nicht an Zinsänderung

Es klingt ein wenig fatalistisch, wenn Marija Kolak im Zusammenhang mit der designierten EZB-Präsidentin Christine Lagarde jedwede Hoffnung auf eine baldige Zinsänderung von der Hand weist. Da hilft es auch nichts, Frau Lagarde als "hochrespektable und erfahrene Finanzexpertin" zu bezeichnen. Dennoch hat die BVR-Präsidentin klare Vorstellungen davon, wie sie die neue EZB-Spitze sieht: Sie müsse gegenüber der Politik die Unabhängigkeit der EZB verteidigen. Auch wenn sich, so Kolak, die Rolle der EZB in den letzten Jahren angesichts der Übernahme der EU-Aufsicht verändert habe, "das Band zwischen EZB und den Mitgliedsstaaten darf nicht zu eng werden".

Und in klarer Kenntnis der Gemengelage mit Emanuel Macron fügte Kolak die Erwartungen an, "ich bin gespannt, wie eine französische EZB-Präsidentin damit umgeht". Und Kolak wird noch einen Ticken deutlicher: "Die EZB darf nicht alleine die Inflation im Fokus behalten, sondern muss stärker die Folgen der Negativzinspolitik für die Wirtschaft insgesamt berücksichtigen“. Und hierzu zähle insbesondere, so Kolak, "die massive Belastung der Kreditinstitute, die die Negativzinsen bisher nicht an ihre Kunden weitergegeben haben". Die BVR-Präsidentin zitiert in dem Zusammenhang eine Studie von Deposit Solutions, nach der die finanzielle Belastung aller Banken in der Euro-Zone auf 7,5 Mrd. € angewachsen sei. Sachgerecht seien insofern Staffelzinsen für Bankeinlagen, über die die Institute entlastet würden.

Für Kolak steht außer Frage, dass sämtliche Institute auf absehbare Zeit ihre eigene Zins-Belastung an die Kunden weiterreichen müssten.

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