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Diese Volks- und Raiffeisenbanken zahlen für 2019 Dividenden aus

Die Frage, wie sinnvoll es ist, entgegen klaren „Empfehlungen“ von EZB und BaFin, treuen Mitgliedern in dieser Corona-Zeit Dividenden auszuzahlen, spaltet momentan die Nation.

'Bank intern' beobachtet die Lage vor Ort sehr intensiv und versucht von Anfang an Transparenz in diese schwierige Thematik zu bringen.

Auf der einen Seite beteiligen sich Mitglieder finanziell an 'ihrer' Bank, weil sie damit ihren solidarischen Geist zum Ausdruck bringen. Getreu dem Gründer-Motto von Friedrich-Wilhelm Raiffeisen, zusammen mehr zu schaffen, als ein Einzelner, wählen sie diesen Schritt sehr bewusst. Die Erwartung auf Dividenden ist dabei erfahrungsgemäß eher nachrangig entscheidend.

Auf der anderen Seite ist eine solche Mitgliedschaft eben auch ein Investment. Und als solches abhängig vom Erfolg des Ganzen. Sprich, entwickelt sich die Bank dank qualifizierten Managements positiv und macht einen Überschuss, ist es nur zu verständlich, daran finanziell auch die Mitglieder zu beteiligen. Aktiengesellschaften tun dies in Form von Dividenden und im Normalfall tun dies auch Volks- und Raiffeisenbanken.

Doch in diesem Jahr laufen die Uhren anders. Corona wirkt sich auch auf die Frage aus, ob in diesem Jahr Dividenden für 2019 ausgezahlt werden sollen. Juristisch einzig und allein eine Entscheidungsfrage von Vorstand, Aufsichtsrat und Gremien jeder einzelnen Bank. Soweit die reine Lehre. Denn im März haben sich EZB und BaFin in diese Thematik zu Wort gemeldet. Wissend, dass sie keinen juristischen Ansatz besitzen, hier Vorgaben zu machen, haben sie dennoch klare „Empfehlungen“ ausgesprochen, wegen derzeit unkalkulierbarer Risiken im Zuge der weiteren Corona-Entwicklung zumindest bis zum Herbst auf Beschlüsse über Ausschüttungen zu verzichten. Problem ist, jetzt ist Herbst und die Institute müssen sich entscheiden. Das jedenfalls dürfen Mitglieder der Institute von ihrer Bank erwarten. Nur, wie soll man sich entscheiden?

Auf der einen Seite stehen die Mitglieder, die man 'bei der Stange halten will' und denen man aufgrund stabiler Geschäftsentwicklung ihren Anteil am Erfolg auch auszahlen möchte. Auf der anderen Seite mehren sich die kritischen Stellungnahmen der Aufsicht, die kein Hehl daraus macht, sich solche Institute ganz besonders intensiv anzusehen, die entgegen der „Empfehlung“ Ausschüttungsbeschlüsse fallen. Und welche praktischen Möglichkeiten dafür zur Verfügung stehen, muss man Bankleitern gewiss nicht sagen. Es bleibt am Ende eine Gewissensfrage. In unserer Berichterstattung ist daher auch regelmäßig vom „solidarischen Geist“ die Rede. Vor allem, um 'Nein'-Sagern Argumente für die Diskussion mit ihren Mitgliedern zu liefern.

Festzuhalten ist: Die Frage, Dividende ja oder nein, ist momentan die von unseren Lesern am häufigsten gestellte Frage am 'Bi'-Draht. Und dann wollen unsere Leser konkret wissen, welche Banken sich für die Dividendenzahlung ausgesprochen haben. Daher haben wir bei 'Bi' entschieden, die Namen der 'Ja-Sager' fortlaufend an dieser Stelle zu nennen, nicht um sie an den Pranger zu stellen, sondern um Transparenz zu liefern. Das heißt die Liste wird ständig vervollständigt. Momentan sind es:

  • Apotheker- und Ärztebank/apobank
  • Volksbank Mittelhessen
  • Volksbank Glan-Münchweiler
  • Volksbank Löbau-Zittau
  • Bankhaus RSA vormals Raiffeisenbank Rechtmehring-Soyen-Albaching

Düsseldorf, 12. Oktober 2020

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