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Dr. Wolfgang Breuer im 'Bi'-Dialog

Angesichts der Hochwasserkatastrophe an Ahr und Erft werden Stimmen lauter, die Versicherer müssten einen Rund-um-Schutz für Naturgewalten anbieten. Darüber hat 'Bi' mit Dr. Wolfgang Breuer, Chef der Provinzial, gesprochen.

'Bi'-Frage: Wie stehen Sie grundsätzlich zu der Frage, die Politik solle Rahmenbedingungen schaffen, jedermann verpflichtend eine Elementarversicherung abschließen zu lassen?

Dr. Wolfgang Breuer: "Klar ist, dass wir jetzt alles daran setzen müssen, die aktuellen Erkenntnisse aus der Katastrophe aufzugreifen, um den Schutz der Bevölkerung zu verbessern. Dazu gehören mehrere Faktoren, aber auch Elementarversicherungen müssen neu überdacht werden. Das Thema Pflichtversicherung wurde schon häufig diskutiert und bisher verworfen, denn es ist alles andere als trivial.  Kunden zum Abschluss einer Versicherung für jegliche Art von Gebäuden zu zwingen, damit sollte meines Erachtens mit Bedacht umgegangen werden und vorher genau überlegt sein, welche Alternativen wir gemeinsam entwickeln können."

'Bi': Kritiker meinen, eine Pflicht-Versicherung lasse den Eigenschutz schwinden. Wie sehen Sie das?

Dr. Wolfgang Breuer: "Eine individuelle Risikoabdeckung in Form einer Versicherung sollte immer einen risikoadäquaten Preis haben. Der Kunde möchte nicht mehr als nötig bezahlen, daher hat er Interesse an seinem eigenen Schutz. Eine Pflichtversicherung etwa zu einem geregelten, und bei einem höheren Risiko von der Versichertengemeinschaft subventionierten Preis, könnte das Interesse an Investitionen in den eigenen Schutz sinken lassen. Diese Zusammenhänge gilt es zu bedenken. Ich finde, es liegen bereits gut zu diskutierende Modelle vor, wie auch der Vorschlag, dass zunächst immer alle Gefahren, also Feuer, Leitungswasser, Sturm und andere Elementargefahren in einer Gebäudeversicherung eingeschlossen sind und der Kunde, wenn er sein Risiko anders beurteilt, eine Gefahr konkret abwählen muss. Wir sind als Versicherungsbranche bei diesem Thema aktuell intensiv über unseren Gesamtverband dabei, die Argumente vor dem Hintergrund der aktuellen Geschehnisse zusammenzubringen und zu bewerten. Es hat in den letzten Jahren auch schon viele Elementarschaden-Kampagnen zusammen mit der Politik gegeben, die auch Bewegung bewirkt haben, aber noch nicht ausreichend."

'Bi': Ist eine solche Elementarversicherung für Versicherer und Versicherte überhaupt rentabel zu gestalten?

Dr. Wolfgang Breuer: "Die finanziellen Folgen des Klimawandels können nicht über Versicherungen gelöst werden. Es müssen mehrere Stellhebel zusammenwirken. Zunächst sollte es in allererster Linie darum gehen, Schäden soweit es geht zu verhindern. Hier kann noch viel getan werden, das hat 'Bernd' verdeutlicht. Für das Risiko, das dann nach den präventiven Maßnahmen noch bestehen bleibt, bieten Versicherungen seit Jahrhunderten Schutz und den wird es bis auf vielleicht ganz wenige Ausnahmen auch in Zukunft zu finanzierbaren Beiträgen geben. Als Versicherer, der tief in seinen Regionen verwurzelt ist, prüft die Provinzial jede Anfrage. Durch die regionale Präsenz der Sparkassen und unser weitverzweigtes Agenturnetz sind wir in der Lage, auch in den wenigen Fällen, bei denen ein Versicherungsschutz aufgrund der Risikosituation zunächst schwierig erscheint, die notwendige sehr individuelle Analyse vorzunehmen und so zumeist eine Lösung zu finden - auch höhere Selbstbehalte können hier eine Variante sein."

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