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Maklerpool-Umfrage 2020 - Das Votum unserer Leser (Teil 1)

Welchem Pool schenken Sie Ihr Vertrauen und von welchem lassen Sie besser die Finger weg?

Der Marktanteil der Maklerpools im Investment- und Versicherungsgeschäft nimmt jedes Jahr zu. Damit erhöhen die Pools ihre Bedeutung für Produktgeber auf der einen und Vermittler auf der anderen Seite. Was im Gleichklang stehend auch die wechselseitigen Abhängigkeiten intensiviert. Die fortschreitende Regulierung trägt ihr Übriges dazu bei, dass der Vertrieb auf der Suche nach technologischer Unterstützung ist, die er bei Maklerpools einfordert.

Damit Sie sich im Markt zielgerichteter orientieren können, haben 'k-mi' und 'vt' Sie deshalb nach Ihrem persönlichen Votum (per Schulnoten von 1 bis 6) zur Lage im Poolmarkt befragt:  ++ Wer erweist sich in der Corona-Krise als Ihr verlässlicher Partner, mit dem Sie technisch und arbeitsentlastend gestärkt in die Zukunft blicken?   ++ Wer liefert Ihnen zu fairen Konditionen das passende Produktangebot?  ++ Wer stellt eine zukunftsweisende Abwicklungsplattform mit Kundenzugriffsmöglichkeiten bereit? ++ Wer hat ein funktionierendes Abrechnungssystem, das Ihre Innendienstkosten signifikant senkt? ++ Wer taucht bei Problemen ab und lässt Makler und Kunden beim ersten Windstoß hängen?  ++ Wer ermöglicht Ihnen in Summe die beste Geschäftsabwicklung?

Den Startschuss machen heute 1:1 Assekuranzservice AG und Fondsnet Vermögensberatung & -verwaltungs GmbH mit exemplarisch herausgesuchten Leserstimmen:

1:1 Assekuranzservice wirbt mit einer "unabhängigen Beratung" für ihre Vertriebspartner unter dem Gesichtspunkt des "Best Advice Prinzips". Ein eigenes Team führt eine Marktuntersuchung durch und unterbreitet die fünf besten Angebote – Top 5. Soweit die Theorie ++ Ein Makler aus München merkt an: "Best Advice-Gerede ist Etikettenschwindel. Jeder Fachkundige weiß, dass WWK-Produkte an oberster Stelle stehen." Alleiniger Aktionär der 1:1 Assekuranzservice ist die WWK Lebensversicherung a. G., die sicherlich 'not amused' wäre, wenn ihre eigene Produktwelt vom 1:1-Research-Team nicht top bewertet würde. Allerdings: Zum Prinzip der 1:1 gehört ebenfalls die automatische Umdeckung der Maklerbestände. Intern bastelt man an einem "effizienten Bestandsaufbau" mit "digitaler Optimierungslösung, um neue Zielgruppen zu rekrutieren."

Der Großteil der Juroren scheint erhöhte Bedenken zu haben: ++ Ein norddeutscher Finanzberater meint: "Große Probleme in Datenpflege, kompliziertes Beratungsprozedere, stark zentralisierte Abläufe, häufig wechselndes Innendienstpersonal." ++ Ein westdeutscher Versicherungsvermittler legt den Finger in die Wunde: "1:1 ist nicht zu empfehlen. Technisch sehr rückständig und überhaupt nicht in der Lage, den Makler zu entlasten. Ganz im Gegenteil, das Kunden- und Vertrags-Verwaltungsprogram ist eine Zumutung. Der Makler kann nicht selbständig die Kontaktdaten seiner Kunden ändern, dazu ist eine E-Mail an den Innendienst notwendig!!! Das Grundproblem der 1:1 Assekuranzservice AG ist, dass diese kein Vertrauen zu ihren Vermittlern hat."

Ein Votum, wie eine schallende Ohrfeige für 1:1, die von sich offenbar eine ganz andere Wahrnehmung hat: "Bereits zu Beginn des Jahres 2019 zeigen sich deutlich positive Tendenzen bei der Zufriedenheit unserer Partner", meinte im vergangenen Jahr der 1:1-Vorstand festgestellt zu haben und versprach eine Hinwendung zur "Serviceorientierung".

Unsere Poolumfrage spiegelt dies leider nicht wider: ++ Ein rheinland-pfälzischer Versicherungsmakler kontert: "1:1 ist überfordert." ++  Ein Vermögensberater aus Stuttgart führt an: "Die Zeit ist für 1:1 abgelaufen. Der Markt hat sich an deren Management vorbei entwickelt. Nicht weiter schade." ++ Versicherungsmakler Uwe Joggerst/Appenweier meint dazu: "Ein Pool, den ich eigentlich nicht gebrauchen kann. Wird auch nicht mehr aktiv geführt."

Das Ergebnis für 1:1 Assekuranzservice AG in unserer Befragung fällt mit der Gesamtschulnote 4,8 entsprechend schlecht  für die WWK-Vertriebstochtergesellschaft aus. Wer Mitarbeiter in 2018 abbaut, darf eigentlich nicht erwarten, sich im Bereich Serviceorientierung nachhaltig zu verbessern. Während der Poolmarkt kräftig wächst, läuft es bei 1:1 in den zurückliegenden fünf Jahren beim Provisionsumsatz mit zuletzt 39 Mio. € in 2019 gegenüber 40,8 Mio. € in 2015 in die falsche Richtung. 'k-mi' befragte 1:1-Vorstand Jürgen Afflerbach deshalb u. a., ob sich das Geschäftsmodell überlebt hat  und ob WWK hauseigene Produkte gegenüber Vergleichspolicen des Wettbewerbs höher vergütet, was das Best Advice Prinzip konterkarieren würde, doch aus Augsburg erreichte uns lediglich die lapidare Antwort:

"Nach Rücksprache mit unserem Vorstand Herr Maier verzichten wir auf die Beantwortung der Fragen. Somit müssen Sie nicht über die 1:1 AG später separat berichten", so Michael Polaczek, Prokurist und Marketingabteilungsleiter bei 1:1 Assekuranz AG. Wohl bezeichnend, wenn 1:1 eine Berichterstattung über das eigene Unternehmen vermeiden möchte. Von hohem Marktinteresse ist es auch, ob 1:1 ihre Vertriebspartner dazu verpflichten will, deren gesamtes 'Maklergeschäft' über sie abzuwickeln. Doch darüber sollen wir auch nicht berichten? Wir hinterfragen es trotzdem mal kritisch an dieser Stelle. ++ KFM Versicherungs- und Vorsorgemanagement GmbH/Karlsruhe fasst zusammen: "1:1 – unseriös ... nicht zu empfehlen."

Die Fondsnet Vermögensberatung & -verwaltungs GmbH hat beim Provisionsumsatz in 2019 einen Sprung von 57,7 Mio. € auf 77,8 Mio. € hingelegt. Hält die Unterstützung Ihrer Arbeit dem Zuwachs stand? ++ Ein süddeutscher Finanzberater meint: "Fondsnet ist im Bereich Geldanlage spitze." ++ Ein Finanzdienstleister aus NRW: "Immer am Puls der Zeit, sehr gute Infrastruktur, sehr gute Betreuung." ++ Abacus Finanzplanung/Kiel meint: "Toller fachlicher Support. Technisch zu langsam und hinterher." Kein Einzelfall bei der Bewertung zu Fondsnet sind kritische Anführungen zur kontrovers beurteilten IT.

Werden Schwächen abgestellt? R. Michael Knust, Leiter Innendienst & Kommunikation: "Etwaige Schwachstellen zu identifizieren und auszubessern gehört bei uns zu den Pflichtaufgaben aller Geschäftsbereiche, nicht nur der IT. Besonders die regelmäßigen Änderungen bei den regulatorischen Vorgaben fordern uns und unsere Prozesse immer wieder aufs Neue. So unterstützt unser IT- System seit jeher auch die Anforderungen einer KWG-regulierten Beratungswelt. Daher sehen wir in unserer IT-Tochter, der foo mit Sitz in Berlin, und ihren knapp 30 beschäftigten Programmierern sogar eine unserer Hauptstärken. In den letzten Jahren haben wir verschiedene neue Geschäftsbereiche, z.B. das institutionelle Geschäft, auch auf der IT-Seite weiterentwickeln können, was vereinzelt zu knappen Ressourcen geführt hat. Darüber sind wir mit unseren Partnern fortlaufend im engen Austausch. Letztlich stellt sich dieser Kraftakt für uns als Gewinn für alle dar, da wir auf mehreren stabilen Ertragssäulen stehen und unsere Einnahmen damit besser diversifiziert sind – was im Sinne einer langfristigen Strategie für uns und nach Aussage vieler unserer Partner ebenso vernünftig wie auch beruhigend ist."

So will man auch zukünftig technologisch an der Spitze bleiben: "Unsere jährlichen IT-Investitionen liegen konstant in einem signifikant siebenstelligen Bereich. Unsere Geschäfts- und Vertriebspartner können also weiterhin darauf  vertrauen, dass wir sie in unserer immer digitaler werdenden Branche mit zeitgemäßen technologischen Lösungen unterstützen", so Knust.

Die IT-Unterstützung findet entsprechend auch Anerkennung bei einem großen Teil der Vertriebspartner: ++ Finanzdienstleistungen Tobias Ettengruber/Wallersdorf lobt: "Sehr serviceorientiert, gute EDV, die ständig verbessert wird; schnelle Reaktionszeiten; zuverlässige und kompetente MA; gute Konditionen." ++ Ein westdeutscher Versicherungsmakler zur Pool-Zukunft: "Mit der Technik bin ich zufrieden, jedoch glaube ich, Fondsnet wird perspektivisch nicht eigenständig bleiben." Eine interessante Anmerkung am Schluss, die wir gerne für Sie beim Maklerpool hinterfragen: "Unser vorrangiges Ziel ist es, organisch aus den bestehenden Geschäftsfeldern heraus zu wachsen. Partnerschaften oder Kooperationen schließen wir dabei in einem sich ständig wandelnden Markt selbstverständlich nicht kategorisch aus", so lässt der Innendienstleiter von Fondsnet alle Hintertüren offen, die (noch?) zur inhabergeführten Reuss Private Group mit Sitz in der Schweiz gehört.

Auch wenn die Muttergesellschaft über ein Gesamtkapital (nach Basel III) von 10,3 Mio. € per Ende 2019 verfügt, handelt es sich bei der deutschen Fondsnet um eine eigenständige Gesellschaft mit Gewinnabführung und Vermögenswerten von 9,26 Mio. € per Ende 2018, die sich zu 84,6 % aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zusammensetzen. Dem stehe Verbindlichkeiten von 8,87 Mio. € entgegen. Die Eigenkapitalquote beträgt geringe 2,5 %. Nichtsdestotrotz sind die Fondsnet-Vertriebspartner überwiegend zufrieden mit ihrem Pool, was sich in der Gesamtnote 2,9 widerspiegelt.

– Fortsetzung folgt –

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