fit – Aktuelle Themen

Bertelsmann-Genussscheine - Genuss ohne Reue

Wer in Zeiten ausgetrockneter Zinslandschaften auf der Suche nach alternativen Renditequellen ist, kann im Rahmen einer Depotbeimischung in Genussscheine investieren. Grundsätzlich stellt diese Anlageform eine Mischung aus Aktien und Anleihen dar. Ein Genussschein ist ein eigenständiges Wertpapier, das ggf. auch an der Börse gehandelt wird. Im Gegensatz zur Aktienanlage hat der Käufer eines Genussscheins aber kein Stimm-, kein Informations- und kein Kontrollrecht. Der Käufer eines Genussscheins fungiert lediglich als Kapitalgeber und erwirbt durch den Kauf ein nachrangiges Darlehen. Dadurch ist der Investor grundsätzlich am Erfolg und am Misserfolg des Emittenten beteiligt. Für das eingegangene Risiko erhalten Genussscheinanleger eine Verzinsung. Allerdings ist die Ausschüttung bei einem Genussschein von der Ertragssituation des Unternehmens abhängig Die Laufzeit kann dabei einige Jahre betragen oder gar unbegrenzt ausfallen. Auch die Bedingungen können sehr individuell gestaltet werden. Die Höhe der Ausschüttung hängt maßgeblich vom Erfolg des Unternehmens in Form der Ertragskraft ab. Rutscht der Emittent in die roten Zahlen, fällt die Ausschüttung ins Wasser. Bei einer Schieflage des Emittenten kann sogar die Rückzahlung des Kapitals gefährdet sein. Denn grundsätzlich sind Genussrechte nachrangig und werden bei einer Insolvenz erst dann bedient, wenn alle übrigen Gläubiger abgefunden wurden und dann noch ein Restbetrag zur Verfügung steht. Zum Markt- und Bonitätsrisiko kommt noch ein Liquiditätsrisiko hinzu. Im Gegensatz zum Aktien- oder Rentenmarkt ist der börsengehandelte Genussrechtemarkt relativ klein und das Emissionsvolumen manchmal dünn. Die Folge ist, dass das Handelsvolumen oftmals sehr gering ausfällt und die Liquidität damit eingeschränkt sein kann. Deshalb kommt der Bonität des Emittenten eine herausragende Bedeutung zu und auch die Genussscheinbedingungen sollten vor dem Kauf analysiert werden. So haben wir einen interessanten Wert entdeckt: Bereits im Jahr 2001 hat der Bertelsmann-Konzern einen attraktiven, unbegrenzt laufenden Genussschein (ISIN: DE0005229942) herausgebracht, der die Voraussetzungen für ein Investment erfüllt. Im vergangenen Jahr erzielte der Medienriese das stärkste organische Wachstum seit 4 Jahren und beendete das Geschäftsjahr mit einem Umsatz nahezu auf Vorjahreshöhe von 17 Mrd. €. Das Konzernergebnis erreichte mit 1,14 nach 1,11 Mrd. € den höchsten Stand seit einer Dekade. Den digitalen Wandel scheint der Medienkonzern, unter dessen Dach unter anderem Gruner + Jahr und die RTL-Group zusammengefasst sind, gut bewerkstelligt zu haben. Immerhin entfallen auf die Sparte Digital bereits 44 % der Umsätze und mit Aktivitäten in 50 Ländern liegt der Umsatzanteil außerhalb Europas bereits bei 28 %. Per Ende 2016 lag die Eigenkapitalquote bei soliden 41,6 % und die Nettofinanzverschuldung erreichte mit 2,6 nach 2,8 Mrd. € ein vertretbares Ausmaß. Am Erfolg des Konzerns nehmen die etwa 116.000 Mitarbeiter in Form einer Beteiligung von 105 Mio. € teil. Für die Aktionäre sind 180 Mio. € vorgesehen und die Inhaber der Genussscheine erhalten 44 Mio. €. Auf die von uns vorgestellten Papiere entfallen jährlich Mitte Mai 15 €. Das ergibt eine überdurchschnittliche Rendite von etwa 4,64 % bezogen auf den nach der Zinszahlung am 15.05. auf 323 gefallenen Kurs, dessen Notierung eigentlich in Prozent erfolgt. Wir raten daher, die Papiere an der Börse Frankfurt oder Stuttgart als Depotbeimischung in überschaubarer Dosierung zu erwerben. Seit der Emission im Jahr 2001 wurde die Ausschüttung bisher immer gezahlt und ein Investment hat sich seither recht positiv entwickelt.

Teilen Sie diese Neuigkeit in Ihrem Netzwerk