Die Cloud No 7 GmbH, eine Projektgesellschaft zur Erstellung des gleichnamigen Immobilienprojektes im Zentrum Stuttgarts, will nach eigenen Angaben „die aktuelle Kursentwicklung“ nutzen, um einen Teil ihres 6-%-Bonds 13/17 (ISIN: DE000A1TNGG3) am Kapitalmarkt zurückzukaufen. Die Anleihen würden bis zum 25.11.16 zum Kurs von maximal 95 % zurückerworben. Zurzeit steht der Kurs der Cloud No 7-Anleihe bei 90,20 (22.11.2016). Bis zu 1 Mio. € will die Immobilienprojektgesellschaft von ihrem insgesamt noch 29.750.000 € an umlaufenden Anleihe-Volumen zurückholen. Die Emittentin werde dabei nicht mehr als 50 % des täglichen Handelsvolumens an der jeweiligen Börse erwerben. Cloud No 7 sei nicht verpflichtet, sondern nur berechtigt, Kaufangebote anzunehmen, informiert das Unternehmen. Nachdem die Gewa 5 to 1 GmbH & Co KG – ebenfalls eine Immobilienprojekt-Gesellschaft und Emittentin einer Mittelstandsanleihe (ISIN: DE000A1YC7Y7) – am 18.11.16 einen Insolvenzantrag stellte, rutschte der Kurs der Cloud No 7-Anleihe ab. Anleger nehmen die Anleihe in eine Art Sippenhaft und fürchten, dass es zu ähnlichen Schwierigkeiten wie bei der GEWA kommen könnte.
’finanztip’-Fazit: Schon Anfang des Jahres startete Cloud No 7 ein Rückkaufprogramm und reduzierte das umlaufende Anleihevermögen von damals 35 Mio. €. Wir werten es als gutes Zeichen, dass die Gesellschaft jetzt die günstigen Kurse nutzen möchte, um das Anleihevolumen zu reduzieren. Gleichzeitig betonen wir, dass man dem Investment Grade-Rating (BBB) der Creditreform Rating AG nicht vertrauen sollte. Die Mittelstandsanleihe ist ein riskantes Hochzins-Investment. Die Creditreform lag auch bei der Gewa daneben. Positiv ist, dass nach Angaben der Gesellschaft aktuell 87,43 % der Wohnflächen verkauft und 6,4 % reserviert seien. Nur sehr Risikobewusste Anleger sollten investiert bleiben und die hohen Zinszahlungen bis zum Ende der Laufzeit mitnehmen.
Foto: Cloud No 7 GmbH