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Gewinn-Mitnahme: 18 % gesunde Rendite

Unter statistischen Aspekten müsste der Januar ein guter Monat für Aktienanleger sein, doch in diesem Jahr liegen nach vier Wochen Handelsdauer sämtliche Börsen im Minus. Einzige Ausnahme: Der Markt in Hongkong mit einem Plus von 3 %. Ansonsten fällt das Ergebnis vor allem bei Technologieaktien mehr als ernüchternd aus.

Viele hoch bewertete Aktien haben sich in den vergangenen Wochen im Wert halbiert. Bei einigen Wasserstoffaktien ist die Luft inzwischen ebenfalls raus und bei vielen anderen Modethemen, wie Cannabis-Aktien, herrscht ausgeprägte Katerstimmung. Gut, dass Ihr 'finanztip' stets einen konservativen Anlagestil propagiert. Folgerichtig lag daher auch im vergangenen Jahr einer unserer Anlageschwerpunkte in Nordeuropa – hier liefen die Märkte in 2021 besonders gut, wie Sie unserer heutigen Beilage 'Aktienfonds im Jahr 2021' entnehmen können.

Derzeit scheint die Stimmung allerdings schlechter als die Lage zu sein. Denn knapp ein Drittel der US-Konzerne hat inzwischen Daten zum vierten Quartal bzw. zum abgelaufenen Geschäftsjahr geliefert und die überwiegende Mehrheit konnte dabei ein außerordentlich gutes Zahlenwerk vorlegen. Über 80 % der Abschlüsse fielen gewinnseitig besser als erwartet aus.

Auch umsatzseitig übertrafen fast drei von vier Unternehmen die Erwartungen. Grundsätzlich zeigt die Ertragspumpe der Unternehmen also keinerlei Schwäche, auch wenn die Dynamik der Ertragssteigerungen abnimmt. Eingetrübt wird die Stimmung allenfalls dadurch, dass die Notenbank Fed bereits im Februar die Geldschleusen zudreht. Gewinn-Mitnahmen können daher nicht schaden 

++ Im Herbst vergangenen Jahres stellten wir die unter Druck geratene schwedische Ericsson-Aktie vor und rieten zum Einstieg. Bereits dreimal vorher waren unsere Leser mit dem Kauf (und anschließendem Verkauf) richtig verbunden und konnten nicht nur hohe Gewinne einfahren, sondern auch die jeweils anschließend einsetzende Talfahrt vermeiden (vgl. 'finanztip' 35/12, 09/16, 17/19 und 04/20).

Der schwedische Telekommunikationskonzern Ericsson B (ISIN: SE0000108656) schnitt im Schlussquartal überraschend gut ab und konnte mit einem Umsatzwachstum von 3 % auf 71,3 Mrd. SEK überzeugen. Vor allem das 5G Equipment zeigte in den USA mit 17 % ein strammes Wachstum und entwickelte sich auch in Lateinamerika ähnlich stark. Die Schweden konnten ihre Marktanteile somit zu Lasten der chinesischen Konkurrenz ausbauen und dürften im Gesamtjahr eine operative Rendite von 13,9 % eingefahren haben.

Die nächste Hauptversammlung findet am 29.03. statt; Anleger dürfen sich voraussichtlich auf eine Ausschüttung von 2 SEK je Aktie freuen. So viel schätzt die DNB, die von einem angehobenen Kursziel von 140 auf 144 SEK in den kommenden Monaten ausgeht. Aktuell notiert die Aktie bei 111 SEK oder 11 €. Gegenüber unserem vorgeschlagenen Einstandspreis liegt der Wert ca. 10 % im Plus. Setzen Sie zur Sicherheit eine neue Stoppmarke bei 9 €! 

++ Weiter nach oben ging es in den vergangenen Wochen mit den Aktien der Vertex Pharmaceuticals Inc. (ISIN: US92532F1003). Auslöser des kräftigen Aufwärtsschubs war die Bekanntgabe der Ergebnisse zum vierten Quartal und zum Gesamtjahr. Während der Umsatz um 22 % auf 7,57 Mrd. USD kletterte, wurde auf operativer Ebene nur ein leichter Gewinnrückgang um 3 % auf 2,782 Mrd. USD ausgewiesen.

Für '22 peilt das in Boston angesiedelte Unternehmen mit Substanzen gegen seltene Erkrankungen einen Umsatz zwischen 8,4 und 8,6 Mrd. USD an. Empfohlen hatten wir den Wert vor einem Jahr aufgrund der wahrscheinlichen Kurserholung und der hohen Solidität. Vertex verfügte zum Ende des Geschäftsjahres über liquide Mittel und kurzfristig verfügbare Gelder im Umfang von 7,5 Mrd. USD.

Das entspricht in etwa dem Jahresumsatz. Nachdem wir mit der ersten Hälfte mit einem Gewinn von 9 % bereits ausgestiegen sind, können Anleger jetzt auch den Restbestand mit einem weiteren Ertrag von 18 % abstoßen. Der Gesamterfolg in die US-Pharmawelt liegt somit nach zwölf Monaten bei rund 14 %. Dividendenzahlungen sind allerdings auch in Zukunft nicht zu erwarten. 

++ Gelegentlich stellen wir Ihnen Mischfonds vor, sofern die Leistungen des Fondsmanagements dauerhaft überdurchschnittlich gut ausfallen und nicht durch zufällige Ereignisse determiniert sind. Exakt vor einem Jahr porträtierten wir den am 20.05.08 aufgelegten Varios FlexFonds R (ISIN: DE000A0NFZQ3).

Der Fonds fiel in der Vergangenheit nicht nur durch gute Leistungen auf, sondern auch durch eine vergleichsweise niedrige Schwankungsbreite. Als Nerven schonende Beimischung stellen wir den Fonds zu einem Kurs von 186 € vor und rieten zum Einstieg. Aktuell notiert er bei 195 €. Das entspricht einem Plus von 4,8 %. Hinzu kommt noch eine Ausschüttung von 6,50 € im vergangenen Jahr.

Insgesamt brachte der Mischfonds so in rund zwölf Monaten gut 8 % Ertrag. Im Jahr '21 erzielte der Mischfonds ein sattes Plus von 23 %, geriet zum Jahresanfang '22 allerdings etwas unter Druck. Verglichen mit dem Abschneiden aller im BVI-Universum gelisteten Mischfonds, deren Renditen je nach Gewichtung nur zwischen 4 und 14 % liegen, ist das ein überzeugendes Ergebnis. Das Gros der Mitbewerber hat der Fonds somit erneut hinter sich gelassen.

Nach Aussagen der beiden Fondsberater und Initiatoren Gerald Rosenkranz und Gerd Tuping wurde die Brutto-Aktienquote im Januar aber aufgrund vorliegender Verkaufssignale deutlich von 86 auf 52 % reduziert. Zudem wurde die Absicherungsquote von 5 auf 9 % angehoben. Die Aktien-Nettoquote liegt jetzt nur noch bei 43 %.

Fazit: So sieht echtes aktives Fondsmanagement aus. Dennoch bleiben wir vorsichtig und stellen weiterhin eine Reihe Gewinn-Mitnahmen oder angepasste Stoppmarken vor. Trennen Sie sich sicherheitshalber von diesem gut gelaufenen Investment und bauen Sie Liquidität auf.

 

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Natürlich können wir uns nicht von Fehlschlägen freisprechen – wir können die Zukunft nicht treffgenau vorhersagen. Allerdings ist es uns wichtig, dass die Gesamtperformance Ihres Portfolios stimmt.

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