++ Aktien aus der zweiten Reihe sind durchaus eine Überlegung wert. Als Aktie der Woche präsentierten wir den im SDAX gehandelten Mittelstandswert Cewe Stiftung & Co. KGaA (ISIN: DE0005403901) bei einem Kurs von 88,60 € (vgl. 'finanztip' 22/22). Der Marktführer im Bereich Fotofinishing legte nach einem guten dritten Quartal deutlich zu und notiert aktuell etwa 7 % über unserem Empfehlungskurs.
Hinzu kommt die Ausschüttung von 2,35 € je Aktie. Die Oldenburger Unternehmensgruppe mit einem Marktanteil von 25 % behauptet sich seit mehr als fünf Jahrzehnten am Markt in Europa. Das dritte Quartal übertraf mit 14,4 % Umsatzplus die Erwartungen der Analysten. Beim Gewinn wurden wieder schwarze Zahlen ausgewiesen. Nach neun Monaten lag das Geschäftsvolumen ca. 7 % über dem Vorjahreswert und der Gewinn bereits über den Werten vor Corona. Aufgrund hoher Saisonalität ist das vierte Quartal jedoch der Hauptumsatz- und Ergebnistreiber mit einem Anteil von 40 %.
Ende März '23 werden die Oldenburger die Zahlen für das Gesamtjahr bekanntgeben und nach Einschätzung von Warburg voraussichtlich eine weitere Dividendenanhebung in Aussicht stellen. Das wäre dann die 14. Dividendenanhebung in Folge. Warburg ist bei Cewe weiterhin auf der Käuferseite und empfiehlt die Aktien mit einem Kursziel von 103 € zum Einstieg. Wir raten vor dem Hintergrund der guten Entwicklung zu einer neuen Stoppmarke bei 87 € und investiert zu bleiben.
++ Eine Portion Baumarkt-Dividenden ins Depot zu packen, rieten wir in 'finanztip' 41/22 und stellten die Titel des Familienunternehmens (über 37 % der Anteile hält die Eigentümerfamilie) Hornbach Holding AG & Co. KGaA (ISIN: DE0006083405) vor. Auch diese Aktie ist im SDAX-Wert notiert.
Warburg hat das Kursziel im Oktober zwar von 128 auf 112 € reduziert, beurteilt das Geschäftsmodell aufgrund der hohen Preissetzungsmacht aber dennoch positiv und sieht die Gruppe auch in einem anspruchsvollen makroökonomischen Umfeld gut positioniert. Immerhin befinden sich 60 % der Niederlassungen im Eigenbesitz.
Die Aktie wird aktuell immer noch markant unterhalb ihres Buchwerts gehandelt. Trotz der günstigen Bewertung macht es Sinn, eine Stoppmarke bei 70 € zu beachten.
++ Einen qualitativ hochwertigen eidgenössischen Nebenwert stellten wir erst vor rund acht Wochen mit Bucher Industries vor. Das Urgestein aus der Schweiz legte in den vergangenen Wochen ebenfalls eine starke Kurserholung vor und die Aktie (ISIN: CH0002432174) gewann 22 % an Wert hinzu. Die Ende Oktober veröffentlichten Umsatzzahlen übertrafen nach drei Quartalen den Vorjahreswert um 11 %. Der Auftragseingang konnte mit einem Plus gehalten werden, der Auftragsbestand kletterte um 27 %.
Deutlich im Aufwind lag das Geschäft mit Kehrmaschinen und Glasbehältern. Ertragszahlen wurden nicht veröffentlicht, werden aber vermutlich im Februar ausgewiesen. Bucher kämpft weiterhin gegen das Lieferkettenproblem und einen Mangel an qualifizierten Mitarbeitern. Trotzdem ist die Konzernleitung zuversichtlich, das bereits '21 erreichte hohe Ertragsniveau zu übertreffen.
Bucher bleibt eine Perle am Schweizer Aktienmarkt mit einer nach wie vor günstigen Bewertung und einer Gewinn-Multiplen von 13. Berenberg beeindruckten die Ergebnisse des dritten Quartals und hat das Kursziel von 545 CHF im Wesentlichen aufrecht erhalten. Da etwa die Hälfte des Geschäftsvolumens aus dem Agrarsektor stammt, ist der Konzern bestens positioniert und dürfte von den anstehenden Effizienzsteigerungsmaßnahmen mit nach oben gezogen werden.
Im April könnte es zu einer weiteren Dividendenanhebung auf 11 CHF je Aktie kommen, nach 9,50 CHF im Vorjahr. Bucher zählt mit einer seit zwei Jahrzehnten ununterbrochenen Ausschüttungshistorie und einem durchschnittlichen Dividendenwachstum von 9 % p. a. zu den Dividendenperlen in Zürich.
Aufgrund der guten Entwicklung in den vergangenen zwei Monaten raten wir jedoch mit der Hälfte der Position zum Ausstieg und einer Gewinnrealisierung von 22 %. Den Restbestand bitte mit einer Stoppmarke bei 360 CHF absichern!
Der 'finanztip' ist deutschlandweit das einzige Medium, das in jeder Woche die weltweit besten Neuemissionen von Unternehmens- und Staatsanleihen herausfiltert und zusätzlich die besten Aktien für langfristig orientierte Anleger vorstellt.
Unser 'finanztip' wird von so genannten Klein- oder Privatanlegern, Family Offices, anderen kleineren sowie auch bekannteren, größeren institutionellen Investoren ausgewertet.
Wir sind das einzige Team, das Woche für Woche die besten Wertpapiere aus einer Flut von Neuemissionen herausfiltert. Damit nimmt Ihnen die 'finanztip'-Fachredaktion die Analyse ausgewählter Wertpapiere ab. Wir machen die Arbeit, die auf jeden Anleger zukommt.
Welche Informationen finden Sie im 'finanztip'?
Die besten Bonds
In jeder Woche stellen wir die aus Anlegersicht besten neuen Anleihen vor. Deshalb schauen wir genau in Wertpapierprospekte, Geschäfts- und Rating-Berichte. Wir analysieren Gewinnchancen vor dem Hintergrund von Emittenten-, Zins- und Kursänderungs-, Kündigungs- sowie Wechselkurs-Risiken.
Besonderen Wert legen wir auf anlegerfreundliche Bedingungen, wie zum Beispiel moderate Mindestbeträge von 1.000 € oder 2.000 US-Dollar (USD).
Außerdem werden Sie über wesentliche Ereignisse (Beispiel: Rating-Veränderungen) informiert.
Aktien: Substanzwerte
Wir empfehlen ausschließlich Aktien, die Substanz haben und die meist nicht mit schlagzeilenträchtigen Verkaufsargumenten die besten Leseplätze in der Mainstream-Börsenpresse einnehmen. Es ist nicht unser Anliegen, jede Woche heiße Aktientipps durch die Anleger-Gemeinde zu jagen. Wir bevorzugen Werte, die sich auf lange Sicht hervorragend rentieren. Bei jeder Auswahl achten wir auf ein angemessenes Verhältnis zwischen Risiko und Rendite.
Natürlich können wir uns nicht von Fehlschlägen freisprechen – wir können die Zukunft nicht treffgenau vorhersagen. Allerdings ist es uns wichtig, dass die Gesamtperformance Ihres Portfolios stimmt.
Wir laden Sie herzlich ein, den 'finanztip' zu testen!