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Gewinn-Mitnahme: 50 % Gewinn mit Swedish Match

++ Im Februar stellten wir eine der interessantesten europäischen Aktien vor und rieten bei einem Kurs von 6,84 € bei der schwedischen Konsumgütergruppe Swedish Match (ISIN: SE0015812219) zum Einstieg (vgl. 'finanztip' 07/22). Während Stockholms Börse seit Jahresbeginn gut 18 % an Wert verloren hat, kletterten die Kurse des Schnupf- und Kautabakherstellers um 45 %. Ende April wurde zudem noch eine Dividende von 0,93 SEK je Aktie ausgezahlt.

Auf die Qualität des Konsumgüterwerts wurde im Mai auch der US-Tabakkonzern Philip Morris (PM) aufmerksam. Mit einer Übernahmeofferte im Gegenwert von 15,7 Mrd. € (106 SEK je Aktie) wollen die Amerikaner bei den Schweden einsteigen und sich so vor allem im Segment der rauchfreien Produkte einen der vorderen Plätze sichern. Auf den Übernahmezug aufgesprungen ist auch der US-Hedgefonds Elliot. Mit einer aufgebauten Beteiligung an den Schweden will sich der aktivistische Hedgefonds eine Scheibe im Fusionspoker abschneiden. Ob das gelingt, steht in den Sternen. Aktuell liegt der Aktienkurs mit 106 SEK auf der Höhe der Offerte von PM.

DNB stuft die Aktien in einer Ende Juli veröffentlichten Studie als haltenswert ein. Das zweite Quartal endete mit Umsatz- und Ertragszahlen, die 5 bzw. 2 % oberhalb des Erwartungskorridors lagen. Gemessen an unserem vorgeschlagenen Einstandspreis notiert die Schweden-Aktie aktuell 50 % höher. Wir halten es für sinnvoll, zumindest die erste Hälfte der Position zum Verkauf zu stellen und den Gewinn zu realisieren. Für den Restbestand bitte eine neue Stoppmarke bei 9 € einrichten! 

++ Zu den am besten abschneidenden Aktien im laufenden Jahr zählen britische Tabakunternehmen wie British American Tobacco (BAT; ISIN: GB0002875804). Der Kurs des Glimmstängelproduzenten hat sich mit einem Plus von 15 % erfolgreich gegen die schwache Marktverfassung gestemmt und zusätzlich zwei Dividendenzahlungen von je 0,5445 GBP geleistet. Das Unternehmen konnte im ersten Halbjahr ein wechselkursbereinigtes Umsatzplus von 3,7 % auf 12,87 Mrd. GBP veröffentlichen.

Der Zuwachs beruhte vor allem auf Preiserhöhungen und einem deutlichen Zuwachs von gut 45 % im Bereich Neue Kategorien. Auch BAT musste im Russlandgeschäft eine Abschreibung von 1 Mrd. GBP vornehmen. Der Gewinn fiel so um ein Viertel tiefer aus, lag aber mit 3,68 Mrd. GBP immer noch auf einem beachtlichen Niveau. Ohne diese Wertberichtigung hätte sich ein Ertragszuwachs von 4,9 % ergeben.

Trotz einer auf fast 40 Mrd. GBP gestiegenen Nettofinanzverschuldung liegt die Bonität des BAT-Konzerns mit Baa2 und Ausblick stabil nach Moody's (noch) im Investment Grade-Bereich. Tabakaktien zählen aufgrund zunehmender staatlicher Bevormundungen nicht gerade zu den bevorzugten Investments vieler anlegender Fonds. Doch der Eindruck täuscht. Die hohe Ausschüttungsqualität macht die Aktien auch in schwierigem Umfeld interessant. Die nächsten Auszahlungen werden im September bzw. Dezember erwartet. Seit unserer Empfehlung in 'finanztip' 33/20 zu 29,80 € notiert die Konsumgüteraktie etwa ein Drittel höher. Bei einer Dividendenrendite von ca. 8 % sollten Sie engagiert bleiben und bei 35 € eine Sicherungsmarke einbauen.

++ Als außerordentlich widerstandsfähig gegen die Verwerfungen an den Börsen zeigte sich auch die britische Imperial Brands-Aktie. Das im 'finanztip' 20/20 vorgestellte Papier (ISIN: GB0004544929) hat in einem ausgesprochen schwachen Börsenumfeld seit Jahresbeginn rund 10 % zugelegt und seither noch zwei Ausschüttungen getätigt. Weitere Zahlungen erfolgen im August und November. Das erste Halbjahr per Ende März endete mit einem Umsatzrückgang von 1,3 % auf 15,362 Mrd. GBP und einem Gewinnrückgang von 26,6 % auf 1,201 Mrd. €.

Auf die Dividendenzahlungen hatte der Einbruch keinen Einfluss – die Auszahlung je Aktie stieg sogar um 1,2 %. Auch Imperial Brands hat auf sein Russland-Engagement eine Abschreibung von 225 Mio. GBP vorgenommen. Bei einer Dividendenrendite von mehr als 8 % p. a. sind die Titel ein zuverlässiger Dividendengenerator in einem Depot. Seit unserer Vorstellung vor etwa zwei Jahren liegt der Kursgewinn bei rund 20 %. Hinzuzurechnen sind noch neun Dividendenzahlungen. Halten Sie den Briten die Stange und setzen eine Stoppmarke bei 20 €!

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Wir empfehlen ausschließlich Aktien, die Substanz haben und die meist nicht mit schlagzeilenträchtigen Verkaufsargumenten die besten Leseplätze in der Mainstream-Börsenpresse einnehmen. Es ist nicht unser Anliegen, jede Woche heiße Aktientipps durch die Anleger-Gemeinde zu jagen. Wir bevorzugen Werte, die sich auf lange Sicht hervorragend rentieren. Bei jeder Auswahl achten wir auf ein angemessenes Verhältnis zwischen Risiko und Rendite.

Natürlich können wir uns nicht von Fehlschlägen freisprechen – wir können die Zukunft nicht treffgenau vorhersagen. Allerdings ist es uns wichtig, dass die Gesamtperformance Ihres Portfolios stimmt.

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