++ Die Aktie des Sportwettenanbieters Betsson (ISIN: SE0020845014) erreichte im Februar mit knapp 150 SEK ihr bisheriges Jahreshoch, verliert seitdem aber zunehmend an Auftriebskraft. Die Zahlen der Schweden für das Geschäftsjahr '24 fielen mit 17 % Umsatzanstieg auf einen neuen Bestwert von 1,107 Mrd. EUR gut aus, aber der Nettogewinn verzeichnete nur moderate 6 % Plus auf 184 Mio. EUR. Betsson verfügte Ende des Geschäftsjahres zwar über eine Liquiditätsposition von 308 Mio. EUR und erhöhte die Ausschüttung je Aktie um 17 % auf 0,757 EUR.
Wenn eine Aktie bei einem Umsatzrekord bereits das zwölfte Quartal in Folge eine Gewinnverbesserung vorweisen kann und der Wert dennoch an Auftriebskraft verliert, ist Vorsicht geboten. Ende April werden die Daten des ersten Quartals veröffentlicht. DNB hat in einer Anfang April veröffentlichten Ausarbeitung das Kursziel von 195 auf 190 SEK gestutzt. Das entspricht einem stattlichen Aufwärtspotenzial von ca. 30 %.
Wir sind angesichts der kapriziösen Entwicklung an den Aktienmärkten skeptisch bezüglich der weiteren Entwicklung, zumal Schwedens Börse seit Jahresbeginn bereits 13 % an Wert verloren hat. Deshalb empfehlen wir, bei Betsson die Anteile komplett abzustoßen. Wer unserem vorgeschlagenen Einstandspreis zum Kauf genutzt hat, kann sich über einen Kursgewinn von etwa 53 % freuen.
++ In 'finanztip' 17/23 porträtierten wir das Papier der Hornbach Holding AG & Co. Wer die Aktie der Woche (ISIN: DE0006083405) damals ins Depot gepackt hatte, kann jetzt einen Kursgewinn von 13 % realisieren und hat zwei Dividendenzahlungen von je 2,40 EUR pro Aktie (Dividendenrendite über 3 %) abgegriffen. Hornbach veröffentlichte Ende März die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 24/25 (per Ende Februar). Die Baumarktkette erzielte bei 0,6 % Umsatzplus auf 6,2 Mrd. EUR ein bereinigtes Ergebnis (Ebit) von 270 Mio. EUR (+6 %). Das intensive Wettbewerbsumfeld und steigende Materialkosten bei stagnierender Kaufkraft sprechen nun für einen Verkauf mit erneutem Erfolg.
++ Mit einem Kursanstieg von rund 15 % seit Jahresbeginn ('24: +27 % in USD) hält der Run auf Gold unvermindert an und katapultierte den Unzenpreis auf ein neues Rekordniveau von 3.057 USD. Statt auf physisches Gold zu setzen, legten wir in 'finanztip' 04/22 den Einstieg in den schwedischen Gold- und Kupferkonzern Boliden (ISIN: SE0015811559) beim Kurs von 36,03 EUR nahe. Nach einem kurzen Höhenflug sorgte ein Brand in der Ronnskär Mine '23 für Produktionsausfälle und höhere Aufwendungen. Das vierte Quartal '24 endete aber wieder mit einem Umsatz von 25,785 Mrd. SEK sowie einem kräftigen Gewinnanstieg von 2,017 auf 3,814 Mrd. SEK.
Der Gewinn je Aktie verbesserte sich von 22,21 auf 36,35 SEK und bedeutet beim aktuellen Kurs von 279 SEK eine achtfache Gewinnbewertung. Nachdem '23 und '24 noch attraktive Dividenden ausgeschüttet wurden, fällt die Auszahlung im laufenden Jahr ins Wasser; begründet allerdings nicht in einer Ertragsschwäche, sondern in zwei getätigten Übernahmen. Boliden streicht die Ausschüttung für das abgelaufene Jahr und finanziert den Zukauf der Produktionsstätten Zinkgruvan in Schweden und Neves-Corvo in Portugal z. T. mit den eingesparten Ausschüttungen.
DNB stuft die Zukäufe positiv ein und benotet die Aktie weiterhin mit Kaufen und einem Kurspotenzial von 500 SEK. Die Gewinne dürften '26 und '27 kräftig zulegen und bereits im kommenden Jahr soll die Dividendenzahlung wieder aufgenommen werden. Nach Unternehmensangaben wirken sich die Zukäufe sofort positiv auf die Erträge aus. Mittelfristig könnten die neu erworbenen Unternehmensteile den Gewinn (Ebitda) um 300–350 Mio. USD anheben.
DNB gibt den Nettosubstanzwert je Aktie mit 600 SEK an, was deutlich über dem aktuellen Kurs liegt. Unsere Strategie ist bislang noch nicht aufgegangen und der Kurs liegt mit 25 EUR immer noch deutlich unter dem Empfehlungskurs. Bleiben Sie bei Boliden am Ball!