Mit einem Kursgewinn von etwa 10 % im Oktober beendete der DAX seine Negativserie, während der US-Markt gemessen am S&P 500 Index in Landeswährung etwa 8 % zulegte. Die maue Entwicklung an den Börsen konnte allerdings auch der Oktober nicht retten: Nach zehn Monaten liegen die europäischen Märkte mit 13 % im Minus. Sinnvoll waren deshalb in den vergangenen Wochen Gewinn-Mitnahmen. Auch in den kommenden Wochen sollte der Aufbau von Liquidität Vorrang haben. Freude bereiteten im aktuellen Börsenjahr vor allem Energiewerte.
++ Nachdem unser erstes Engagement bei dem österreichischen Energiekonzern OMV erfolgreich verlaufen war und zweistellige Kursgewinne brachte (vgl. 'finanztip' 45/19), rieten wir nach Kursverfall in 'finanztip' 15/22 bei 44,56 € erneut zum Einstieg. Die Aktie des Öl- und Gaskonzerns (ISIN: AT0000743059) liegt etwa 4 % über unserem Empfehlungskurs und lieferte zusätzlich im Juni noch eine hohe Ausschüttung von 2,30 € je Aktie.
Die gestiegenen Öl- und Gaspreise sorgten auch bei OMV für eine positive Überraschung im dritten Quartal und lösten bei den Aktien die Kursbremse. Bei einem bereinigten operativen Ergebnis von 3,52 Mrd. € wurden die Erwartungen des Marktes übertroffen, die Ergebnisse des Vorjahres von 1,98 Mrd. € fast verdoppelt und ein neuer Rekordgewinn ausgewiesen. Aufgrund hoher Mittelzuflüsse und Verkauf von Vermögensteilen konnte die Verschuldung deutlich reduziert werden.
Die Nettofinanzverschuldung (ohne Leasing) ging nach Angaben der Landesbank Baden-Württemberg von 4,8 auf 1,2 Mrd. € zurück. OMV ist sehr solide aufgestellt. Das langfristige Bonitätsrating von Fitch liegt bei A- mit Ausblick stabil. Die gute Geschäftslage veranlasste den Konzern, zusätzlich zu der hohen Ausschüttung noch eine Sonderdividende von geschätzt 2,25 € je Aktie für '23 vorzuschlagen, analysiert die Erste Group.
Zudem könnten laut Aussage der Konzernleitung bei außerordentlichen Erfolgen auch künftig Sonderdividenden gezahlt werden. Der Analysten-Konsens geht von einem Nettogewinn im Gesamtjahr von 4 Mrd. € nach 2,093 Mrd. € im Vorjahr aus. Die Zahlen werden im Februar veröffentlicht, die Ausschüttung erfolgt üblicherweise im Juni.
Bei einem geschätzten Gewinn von mehr als 13 € je Aktie (in den ersten neun Monaten wurden bereits 10,18 € je Aktie verdient) ist dieser Wert nach wie vor spottbillig und wird nur mit der dreifachen Gewinnbewertung gehandelt. Kommt es tatsächlich zu einer Sonderdividende in dieser Größenordnung, läge die Dividendenrendite bei über 10 %.
Fazit: Die im ATX Index enthaltenden OMV-Titel sind eine vielversprechende Bereicherung in einem ausgewogenen Aktiendepot mit weit überdurchschnittlicher Dividendenrendite. Der Wert sollte deshalb unbedingt im Depot verbleiben.
++ Mit einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 13 % in den jüngsten 22 Jahren war auch die kanadische TC Energy Corp. (ISIN: CA87807B1076) ein stabiler Renditegenerator (vgl. 'finanztip' 04/21). Nach einem Verlust von 82 Mio. USD in der ersten Jahreshälfte '21 wurde nach sechs Monaten im laufenden Jahr ein Nettogewinn von 1,247 Mrd. USD ausgewiesen.
Der Gesamtjahresgewinn nach Abzug von Steuern könnte '23 mehr als 4,6 Mrd. USD erreichen. Die Dividende im Gesamtjahr könnte zunächst auf 3,60 und anschließend auf 3,78 USD steigen, schätzt beispielsweise die CS. Auch die Kanadier zählen zu den beständigen und dynamischen Dividendenzahlern. Seit 22 Jahren werden die Ausschüttungen jedes Jahr mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 7 % erhöht, weitere Anhebungen sind wahrscheinlich.
Aktuell liegen unsere Leser mit diesem Wert rund 25 % im Plus. Außerdem befeuerte die Aktie ein Depot noch mit einer jährlichen Dividendenrendite von etwa 5 %; nächste Zahlung im Dezember. Bleiben Sie investiert!
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