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Gewinn-Mitnahme: Klebstoff-Rendite

++ Nahrungsmittelaktien sind nicht in allen Situationen ein krisensicheres Investment. Bei unserer Empfehlung Südzucker AG (ISIN: DE0007297004) mussten Anleger lange warten, bis sich die inzwischen im SDAX gehandelte Aktie wieder in positives Terrain hoch­arbeiten konnte (vgl. 'finanztip' 40/17). Zusammen mit den fünf Ausschüttungen liegt das Investment derzeit mit ca. 15 % im Plus. Eine voraussichtlich schwächer ausfallende Ernte der beiden wichtigsten Erzeuger­länder Brasilien und Indien katapultierte den Zuckerpreis auf ein neues Elfjahreshoch. Seit Jahresanfang erhöhten sich die Preise um gut 46 %. Das gestiegene Preisniveau versüßte 2022 auch die Bilanz von Europas führendem Zuckerproduzenten. Nach vorläufigen Zahlen kletterte das Geschäftsvolumen um etwa ein Viertel auf 9,5 Mrd. EUR, der operative Gewinn um 112 % über den Vorjahreswert und rund 8 % über den Erwartungen auf insgesamt 704 Mio. EUR. Angekündigt wurde für die Aktionärsversammlung Mitte Juli eine Anhebung der Ausschüttung auf 0,70 nach 0,40 EUR je Aktie.

Unsere Altempfehlung verzinst sich jetzt mit einer akzeptablen Dividendenrendite von 3,88 % und bleibt haltenswert. Warburg hob das Kursziel von 18,60 auf 21,90 EUR an. Südzucker könnte in 2023 die Umsatzschwelle von 10 Mrd. EUR überschreiten und einen Nettoertrag von über einer halben Mrd. EUR erreichen. Das entspricht in etwa einem Wert von 2,75 EUR je Aktie. Mit einer siebenfachen Gewinnbewertung und einer ansehnlichen Ausschüttung ist der Wert günstig und kann im Depot verbleiben. Vom stark fluktuierenden Zuckergeschäft hat sich das Unternehmen inzwischen ein Stück unabhängiger gemacht. Wurden im Geschäftsjahr '02/'03 noch fast vier Fünftel des Umsatzes mit Zucker erzielt, sind es heute nur noch gut 34 %. Die restlichen Anteile erstrecken sich auf Frucht (16 %), Spezialprodukte (23 %) und den Bioethanol-Produzenten CropEnergies (15 %). 

++ Dass die Klebstoff-Fetischisten der letzen Generation auf die Produkte von Henkel zurückgreifen, ist wahrscheinlich: Handelt es sich bei dem Düsseldorfer Konsumgüterhersteller doch um einen der weltweit führenden Anbieter dieser Produkte. Unsere Aktie der Woche aus 'finanztip' 06/22 liegt leicht im Gewinn. Zudem wurden während der zurück­liegenden zwölf Monate zwei Ausschüttungen von je 1,85 EUR je Aktie vorgenommen. In '22 wurden Klebstoffe im Wert von 22,4 Mrd. EUR (organisch +8,5 %) verkauft, was über den Erwartungen lag. Trotz zweistelliger Preiserhöhungen konnten die gestiegenen Material- und Logistikkosten nur teilweise überwälzt werden und der Gewinn reduzierte sich um 13,7 % auf 2,3 Mrd. EUR. Einen guten Start erwischte der DAX-Wert dagegen im ersten Quartal mit einem Umsatzanstieg von mehr als 6 %. Henkel (ISIN: DE0006048432) ist eines der wenigen Unternehmen, die seit 1988 ununterbrochen im DAX enthalten sind. Nach Unternehmensangaben liegt der Wertzuwachs seitdem (per Ende '22) bei 9 % p. a. und deutlich über der Rendite des DAX mit ca. 6 %. Wir raten, bei Henkel investiert zu bleiben. 

++ Insgesamt schütten Tokios Unternehmen mit etwa 190 Mrd. EUR mehr als doppelt so viel aus, wie Unternehmen aus der DAX-Familie. Zu den eher unbekannten Werten im Land der aufgehenden Sonne zählen die Aktien des Handelshauses Itochu Corp. (ISIN: JP3143600009). Etwas stärker in die Öffentlichkeit gerückt ist der Konzern durch die Veröffentlichung, dass sich der weitsichtige Großanleger Warren Buffet dort mit größeren Beträgen engagiert hat. Uns fiel das Unternehmen bereits im Sommer '22 in 'finanztip' 31/22 positiv auf und wir rieten beim Kurs von 27,98 EUR zum Einstieg. Mittlerweile hat die Veröffentlichung eines soliden Zahlenwerks für das abgelaufene Geschäftsjahr dem Kurs neue Impulse verliehen. Das Investment liegt mit 18 % im Plus und auf einem neuen Rekordhoch. Positiv ist die erneute deutliche Anhebung der Dividende auf 140 nach 110 Yen im Vorjahr. Beim Kurs von knapp 5.000 Yen ergibt sich eine Dividendenrendite von 2,8 %.

Wer zu unserem vorgeschlagenen Einstandspreis zugegriffen hat, kommt auf deutlich mehr als 3 %. Für japanische Verhältnisse ist die Ausschüttung ungewöhnlich attraktiv. Für die kommenden Jahre werden weitere Anhebungen in Aussicht gestellt. Moody's hat die Kreditwürdigkeit des Unternehmens auf A2 hochgestuft. Nach einem kräftigen Anstieg der Aktien mit neuen Höchstständen können Anleger jetzt die Hälfte abstoßen und für den Rest eine Stoppmarke bei 31 EUR festlegen.

 

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