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Gewinn-Mitnahme: Schwedisches Cash-Management bringt 10 %

++ Zu einer Prise Heavy Metal aus Stockholm rieten wir in 'finanztip' 30/21 mit der Vorstellung der Stahl-Aktie SSAB (ISIN: SE 0000171100) zu einem Kurs von 4,72 €. Skandinaviens führender Hersteller von niedriglegierten Flachstählen und Stahlblechen veröffentlichte für das zweite Quartal mit einem Umsatz von 35,516 Mrd. SEK (+50 %) und einem operativen bereinigten Gewinn von 10,395 Mrd. € (+154 %) erneut ein erstaunlich gutes Zahlenwerk.

Erstmals in der Unternehmensgeschichte erreichten die Schweden dank strikter Kostenkontrolle und hohen Stahlpreisen die Schwelle von 10 Mrd. Gewinn in einem Quartal. Für die Analysten der DNB war SSAB somit deutlich ertragsstärker als die Mitbewerber. DNB geht davon aus, dass der Stahlkocher in der Lage ist, in den kommenden drei Jahren insgesamt 20 SEK je Aktie durch Ausschüttungen und Aktienrückkäufe an die Anleger zurückzuführen. Das Kursziel der Analysten lautet 105 SEK. Im Vergleich zum aktuellen Kurs von 51 SEK entspräche das einem Aufwärtspotenzial von gut 100 %.

Wer zu unserem vorgeschlagenen Einstandspreis von 4,72 € investiert hat, liegt nach einer Haltezeit von etwa einem Jahr leicht im Plus, und Anleger konnten zusätzlich noch eine satte Dividende einstreichen. Insgesamt liegt das Investment damit im Gewinn. Vor dem Hintergrund, dass nahezu sämtliche Indizes in dieser Zeitspanne ein Minus aufweisen, kann sich das Ergebnis sehen lassen. Ein entscheidendes Kaufargument war vor allem die Dividende. Anfang April wurde eine Dividende von 5,25 SEK je Aktie ausgeschüttet. Das entspricht bezogen auf den aktuellen Kurs einer sehr hohen Dividendenrendite von 10 %.

DNB geht davon aus, dass die Auszahlung im kommenden Jahr auf 7,82 SEK je Aktie angehoben werden könnte. In diesem Fall kämen Investoren auf eine Ausschüttungsrendite von mehr als 15 %. Wir halten die Schweden-Aktie aufgrund der guten Positionierung bei der Herstellung von CO2 neutralem Stahl für eine Perle am Aktienmarkt und raten zu einer Halteposition, auch wenn die Konjunktur derzeit schwächelt. 

++ Einen weiteren dividendenstarken Schweden-Wert stellten wir in 'finanztip' 46/21 mit der Loomis AB (ISIN: SE0014504817) vor. Das Unternehmen ist ein erfolgreicher  Anbieter von Cash-Management und Werttransporten mit langfristigem Erfolgsausweis und solider Bilanz. Nach einem gut verlaufenen zweiten Quartal haben wir uns in 'finanztip' 30/22 zu einer Halteposition entschlossen. Da die Märkte allerdings in den umsatzschwachen und saisonal eher nicht so bemerkenswerten Sommermonaten anfällig für Kurskapriolen sind, empfehlen wir jetzt den Ausstieg mit der ersten Hälfte und einer Gewinnmitnahme von etwa 10 %. Hinzu kommt noch eine Dividendenzahlung von 8,50 SEK im Mai. Für die zweite Hälfte bitte eine neue Stoppmarke bei 26 € beachten! 

++ Eine Portion Schmierstoff-Dividende aus Brasilien in ein Depot einzustreuen, rieten wir unseren Lesern zum Jahresende '21 in 'finanztip' 48/21. Unsere Aktie der Woche, Petrobras (ISIN: US71654V1017) entpuppte sich seither als regelrechter Dividenden- und Kursdynamo. Verglichen mit dem vorgeschlagenen Einstandspreis von 8,50 € hat sich der Kurs des führenden brasilianischen Öl- und Gaskonzerns in­zwischen um etwa 50 % verteuert und zusätzlich noch vier Ausschüttungen im Gegenwert von fast 4 USD an die Anteilseigner ausgeschüttet. Anleger haben damit bereits fast die Hälfte ihres Investments in Form von Dividenden wieder zurückgeholt.

Nach Auffassung der Credit Suisse lag der Abschluss des zweiten Quartals aufgrund gestiegener Öl- und Gaspreise 9 % über den Erwartungen. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen übertraf den Vorjahreswert um 77 % und erreichte immerhin 20,2 Mrd. USD. Sofern die Ölpreise auf dem aktuell ambitionierten Niveau verharren, könnte der Vorsteuergewinn im laufenden Jahr bei über 44,5 Mrd. USD liegen. Die Nettoertragsmarge würde in diesem Fall 24 % erreichen. Zu den möglichen weiteren Kurssteigerungen (die CS stuft die Aktie immer noch als kaufenswert mit Kursziel 18 USD ein), kommt voraussichtlich noch ein Dividendenregen in den kommenden Jahren.Bleibt der Konzern auf Gewinn programmiert, könnte die Dividende je Aktie von aktuell rund 2 USD im kommenden Jahr auf bis zu 6 USD steigen. Die Dividendenrendite läge in diesem Fall bei überragenden 43 %.

Brasiliens hochverschuldeter Staat dürfte sich freuen. Er ist mit 28 % Anteil einer der Hauptaktionäre. Die Schätzungen der CS sind damit zwar erheblich optimistischer als die Durchschnittserwartungen. Aber selbst wenn die Dividende nur auf dem aktuellen Level verharren würde, wäre die Ausschüttung immer noch ungewöhnlich attraktiv. Wir raten deshalb bei den Brasilianern investiert zu bleiben. Allerdings kann eine Stoppmarke bei 11 € durchaus Sinn machen. Deutlich verbessert hat sich auch die Schuldensituation. Lag das Verhältnis von adjustiertem Gewinn Ende des vierten Quartals '20 noch bei 2,22, beträgt die Kennzahl aktuell nur noch 0,6. Petrobras kommt also beim Schuldenabbau gut voran. Die Bewertung ist mit dem rund 3-fachen Jahresgewinn immer noch günstig.

 

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