MAP 4 MULTI ASSET PORTFOLIO ANSPAR PLAN
Beteiligung als Stiller Gesellschafter an drei verschiedenen Emittenten, die sich insbesondere durch die Ansparlaufzeiten von 10, 15 bzw. 20 Jahren unterscheiden. Über verschiedene Zielfonds unterschiedlicher Branchen ist die Investition in Maritimes/Logistik, Immobilien, Leasing, Erneuerbare Energien, Rohstoffe und Private Equity geplant. Pro Emittent soll das einzuwerbende stille Gesellschaftskapital 10 Mio. € betragen (Erhöhung auf jeweils 20 Mio. € möglich) zzgl. des Agios von 5 % und den Kommanditeinlagen pro Gesellschaft in Höhe von 1.250 € beträgt das Gesamtinvestitionsvolumen jeweils 10.501.250 €. Die Mindestzeichnungssumme beträgt 6.000 € (10 Jahre Ansparzeit), 9.000 € (15 Jahre) bzw. 12.000 € (20 Jahre) jeweils zzgl. Agio, wobei 15 % der Zeichnungssumme zzgl. Agio sofort einzuzahlen sind.
Emittentin: MULTI ASSET ANSPAR PLAN 4 120 GmbH & Co. KG, MULTI ASSET ANSPAR PLAN 4 180 GmbH & Co. KG bzw. MULTI ASSET ANSPAR PLAN 4 240 GmbH & Co. KG (Fuhlentwiete 14, 20355 Hamburg). Anbieter und Prospektverantwortlicher: Steiner + Company GmbH & Co. KG (gleiche Anschrift). Anlegerverwalter: S+C Treuhandgesellschaft mbH (gleiche Anschrift). Mittelverwendungskontrolleur: W & P Treuhand GmbH Steuerberatungsgesellschaft (Hermann-Hollerith-Str. 10, 28355 Bremen).
Unsere Meinung: # Der Prospekt enthält ein Kapitel "Die Leistungsbilanz der Anbieterin", das mit den Worten anfängt "Seit 2001 hat das Emissionshaus Steiner + Company GmbH & Co. KG mehrere renditeorientierte Emissionen aus den Segmenten Portfoliofonds und Schiffsbeteiligungen initiiert (...)" – dieses Unternehmen wurde jedoch erst 2004 gegründet. Im weiteren Zusammenhang wird auf eine Leistungsbilanz auf der Homepage verwiesen mit den Worten "nachfolgend finden Sie einen zusammenfassenden Überblick (...)", wobei dieser Überblick lediglich den Namen der Portfoliofonds bzw. Direktinvestments trägt sowie "Kapital Stand 30.11.2016" als Summe in Höhe von ca. 201 Mio. €. Mit einer "Leistungsbilanz" haben diese dürftigen Angaben ohne Soll-Ist-Vergleich jedoch nichts gemeinsam, so dass anhand des Prospektes Anlageinteressenten die Leistungsfähigkeit der Anbietergruppe und deren Know-how nicht beurteilen können # Auf der Homepage von steiner-company.de haben wir uns beispielhaft einige Portfoliofonds angesehen: ++ Zum in 2009 aufgelegten ersten Fonds mit der Bezeichnung MULTI ASSET PORTFOLIO ergeben sich bis zum 30.06.2017 "Zielfonds-Rückflüsse SOLL" von ca. 13,7 Mio. €, denen "Zielfonds-Rückflüsse IST" von insgesamt ca. 7,7 Mio. € gegenüberstehen, so dass der 'versprochene Soll-Wert' ca. 78 % oberhalb des Ist-Wertes bei diesem ersten Fonds liegt ++ Beim im Jahr 2010 aufgelegten vergleichbaren Ansparfonds, dem MULTI ASSET ANSPAR PLAN, betragen die kumulierten Soll-Rückflüsse der Zielfonds ca. 5,2 Mio. €, denen Ist-Rückflüsse in Höhe von ca. 2,5 Mio. € gegenüberstehen, so dass der prospektierte Soll-Wert mehr als doppelt so hoch ist (108 %) ++ Auch bei den 2011 bzw. 2012 aufgelegten ANSPARFONDS 2 und 3 sind die Ergebnisse nicht wesentlich anders. Beim zweiten Ansparfonds betragen die Soll-Werte 4,1 Mio. € und die Ist-Werte 2,2 Mio. €, beim dritten Ansparfonds ergibt sich kumuliert als Soll 2,4 Mio. €, denen als Ist-Wert 1,1 Mio. gegenüberstehen, so dass bei diesen Fonds die 'Prospektversprechungen' ungefähr zur Hälfte eingehalten wurden. Wenn dann Steiner + Company von "erfolgreicher Strategie" oder "Sachwerte in Bestform" spricht, könnte dies eher in die Rubrik 'Mehr Schein als Sein' fallen # Die einzelnen Zielfonds stehen zum Zeitpunkt der Prospektherausgabe noch nicht fest, so dass entsprechende Blind-Pool-Risiken bestehen. Da die drei Emittenten unabhängig voneinander investieren und auch vorherige Ansparfonds dieses Anbieters noch nicht vollständig investiert sind, besteht die Möglichkeit von Interessenkonflikten. Dies wird dadurch verstärkt, dass auch in Zielgesellschaften und Private Placements von Steiner + Company investiert werden kann # Nach der Ansparphase von 10–20 Jahren erfolgt die Auszahlungsphase, die bei 10- bzw. 15jähriger Ansparphase ca. 14 Jahre betragen soll und bei 20jähriger Ansparphase 9 Jahre. Da zudem Anleger frühestens zwischen Ende 2040 und Anfang 2046 ordentlich kündigen können, müssen sich Anlageinteressenten auf eine Laufzeit von ca. bis zu 30 Jahren einstellen, was für Anlageinteressenten kaum in einer vernünftigen Form überschaubar und für den Anbieter nahezu unmöglich prognostizierbar ist # In den Investitionsplänen sind Vergütungen und sonstige Provisionen für Konzeption, Geschäftsbesorgung und Vertrieb in Höhe von 18,5 % des einzuwerbenden stillen Gesellschaftskapitals ausgewiesen (inkl. Agio). Hinzu kommen Beratungs- und Prüfungskosten, Gründungskosten sowie Anschaffungsnebenkosten, so dass der Aufwand für den Erwerb der Zielfonds unterhalb von 80 % des Gesamtinvestitionsvolumens liegt und die Weichkostenbelastung vergleichsweise hoch ist. Absolut rekordverdächtig sind die auf Seite 16 des Prospektes ausgewiesenen Maximalbeträge der Gesamthöhe der Provisionen. Diese betragen je nach Laufzeit der Ansparphase zwischen 49,95 % des geplanten Emissionskapitals und 63,1 %, wobei sich diese Maximalwerte bei Erhöhung des jeweiligen Emissionskapitals um weitere 10 Mio. € prozentual nur minimal reduzieren # Grundsätzlich stehen wir dem Multi-Asset-Gedanken positiv gegenüber, da die Investition z. B. in Immobilien, Erneuerbare Energien, Rohstoffe und Private Equity einerseits eine Sachwertinvestition darstellt und andererseits den Grundsatz der Diversifikation beherzigt. Da aus den Unterlagen jedoch nicht hervor geht, mit welchen Zielfondsgesellschaften/-Managern Steiner + Company in der Vergangenheit kooperiert hat und welche Qualifikation man selbst in den einzelnen Assetklassen hat, ist u. E. nicht ersichtlich, warum man ausgerechnet über diesen Anbieter investieren soll # Zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Emittenten werden aufgrund der verringerten Prospektanforderung Aussagen zu vier Jahren gemacht. Bei 20jähriger Ansparphase werden z. B. im ersten Jahr atypisch stille Einlagen nebst Agio in Höhe von 2,25 Mio. € angesetzt. Aufgrund der sehr hohen Kosten der Vermögensanlage sowie weiterer laufender Kosten inkl. Bestandsprovisionen stehen für Investitionen in Zielfonds einschließlich Nebenkosten jedoch im ersten Jahr lediglich ca. 0,257 Mio. € zur Verfügung (ca. 11 % des von den Anlegern eingezahlten Betrages), so dass dadurch die hohe Kostenbelastung dokumentiert wird. Zumindest in den ersten vier Jahren sind bei 20jähriger Ansparphase die laufenden Kosten inkl. Bestandsprovisionen jeweils deutlich höher als die Auszahlungen aus Zielfonds, so dass aus den Planzahlen nicht ersichtlich ist, ab wann tatsächlich wirtschaftlich ins Gewicht fallende Überschüsse daraus erzielt werden sollen # Da die einzelnen Zielfonds und die Aufteilung in die einzelnen Assetklassen noch nicht feststehen, ist eigentlich eine Prognose nicht möglich. Trotzdem spricht der Anbieter in einem uns vorliegenden Anschreiben von "prognostizierten Gesamtauszahlungen", während dies im Prospekt umschrieben wird als beispielhafte Zahlungsreihe der Zielfonds. Dabei wird im Grundszenario berücksichtigt: "Einzahlung im Erstjahr 100 %" – warum nicht die Erst-Einzahlung in Höhe von lediglich 15 % des Zeichnungsbetrages zzgl. 5 % Agio unterstellt wird, erschließt sich uns nicht. Als "Rückflüsse aus den Zielfonds" werden im 2. bis 3. Jahr 8 %, im 4. bis 5. Jahr 9 %, im 6. bis 7. Jahr 10 %, im 8. bis 12. Jahr 11 % und im 13. bis 14. Jahr 60 % (jeweils einschließlich Kapitalrückzahlungen) angesetzt. Da wie oben dargelegt bei dem ersten Multi-Asset-Fonds und den von uns betrachteten bisherigen Ansparfonds die geplanten Soll-Werte erheblich unterschritten wurden, sind u. E. diese Annahmen aufgrund der bisherigen eigenen Erfahrungswerte des Anbieters nicht nachvollziehbar. Um es klarer auszudrücken: Man hat den Eindruck, dass man sich diese Rückflüsse aus den Fingern gesaugt hat und es sich keinesfalls um bisherige Erfahrungswerte handelt, so dass Anlageinteressenten mit drastischen Abweichungen rechnen sollten und Vertriebsinteressenten zur Reduzierung ihrer potentiellen Haftungsrisiken deutlich auf diesen Sachverhalt hinweisen sollten.
'k-mi'-Fazit: Da der Anbieter seine Vergangenheitswerte bei Vorgängerfonds nicht im Prospekt in einer aussagefähigen Leistungsbilanz offenlegt und bei den von uns betrachteten bislang initiierten Multi-Asset-Ansparfonds die Ist-Rückflüsse der Zielfonds extrem geringer sind als die geplanten Soll-Rückflüsse, werden uns Anlageinteressenten zu sehr reichgerechnet. Es ist für uns nicht ersichtlich, warum man ausgerechnet diesem Anbieter sein Geld anvertrauen sollte – Wir raten zur Vorsicht!