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'k-mi'-Branchenzahlen 2022: Das Anlageklassen-Pendel schwingt zurück

Mit "Siegeszug der deutschen Immobilien?", betitelten wir unseren Bericht zu den beliebtesten Anlageklassen bei Privatanlegern im Jahr 2020 für geschlossene Investmentvermögen und Vermögensanlagen (vgl. 'k-mi' 06/21). Vor einem Jahr hieß es dann "Internationales Comeback" (vgl. 'k-mi' 07/22). Denn in unserer Statistik lagen die Anlageklassen 'Deutsche Immobilien' und 'Immobilien International' im Jahr 2021 wieder gleichauf, nachdem im Vor-Vorjahr die deutschen Immobilien klar siegten.

Wie sieht es nun für das Jahr 2022 aus? Hier bestätigt sich (erneut) unsere zwei Jahre alte Prognose, dass das 'Comeback' der Internationalen Immobilienfonds nur eine Frage der Zeit ist: "In diesem Segment sind jedoch weiterhin etablierte Anbieter wie BVT, Deutsche Finance und TSO aktiv. Auch die One Group geht aktuell dazu über, auch pan-europäische Fonds aufzulegen, so dass wir die Anlageklasse 'Internationale Immobilien‘ bald wieder im Aufwärtstrend sehen werden“ (vgl. 'k-mi' 06/21). Im Jahr 2022 gehen die 'Internationalen Immobilienfonds' mit 44 % Marktanteil als klarer Sieger vom Feld! Dies ist auch insofern bemerkenswert, als der langjährige Platzierungs-Champion Jamestown im Jahr 2022 erst relativ spät zum Jahresende 2022 mit dem Vertrieb des neuen AIF startete. Eine detaillierte Auswertung der Platzierungsergebnisse in den einzelnen Anlageklassen folgt wie gewohnt in der nächsten Woche!

Auf Platz 2 landen im Jahr 2022 die deutschen Immobilienfonds bzw. -Angebote mit 30 %. Zählt man die Angebote von 'Immobilienzweitmarktfonds' (5 %) noch zu deutschen Immobilien, haben diese in 2022 einen gemeinsamen Marktanteil von 35 % (2021: 39 %). In der Rangliste der Anlageklassen folgt im Jahr 2022 auf Platz 3 'Private Equity' mit 7 % Anteil bei den Privatanlegern (2021: 8 %). Der Vorjahresdritte 'Erneuerbare Energien' fällt dagegen weiter ­zurück und liegt nun mit 5 % Marktanteil gleichauf mit 'Container/Logistik' auf Platz 4. Eine Entwicklung, die durchaus ­bemerkenswert ist: 'Erneuerbare Energien' wurden zuletzt von 14 % (2020) auf 10 % (2021) und nun auf 5 % Marktanteil 'durch­gereicht'. An der mangelnden Investoren-Nachfrage kann dies eigentlich nicht liegen. Zudem gibt es im Bereich des KAGB langjährig erfahrene Anbieter in dieser Anlageklasse wie z. B. die BVT, HEP und Ökorenta, die 'nachhaltige' Produkte auflegen. Kern des Problems dürfte sein, dass die verschärfte und teilweise bürokratische Regulierung im Bereich der Vermögensanlagen gerade Projekte für Erneuerbare Energien trifft. Im Grunde sabotiert der Gesetzgeber damit seine eigene Energiewende! ­'k-mi' hatte als Sachverständige schon Mitte 2021 bei der parlamentarischen Anhörung des Anlegerschutzstärkungsgesetzes im Bundestags-Finanzausschuss auf diesen Schuss der Politik ins eigene Knie der Nachhaltigkeit hingewiesen und Schadensbegrenzung betrieben (vgl. 'k-mi' 29/21).

Dieser externe Effekt der Politik ist auch bei den Gesamt-Platzierungsergebnissen der Vermögensanlagen im 2. Halbjahr 2022 nach Auslaufen der u. a. von 'k-mi' miterwirkten verlängerten Übergangsfrist relativ stark durchgeschlagen, so dass ein Vergleich mit den Vorjahresergebnissen kaum aussagekräftig ist: In diesem Marktsegment 'Vermögensanlagen + Sonstige' wurden 589 Mio. € an Zeichnungskapital im Jahr 2022 platziert (2021: 868 Mio. €, 2020: 580 Mio. €). Auf die mehrjährige Verteilung von Volumen und Anzahl der Angebote sind wir bereits in 'k-mi' 04/23 eingegangen. Dies heißt jedoch nicht, dass die einzelnen Anbieter geschwächelt hätten, eher im Gegenteil: Die One Group kann in 2022 die Spitzenposition des Vorjahres verteidigen, gefolgt von TSO, asuco und Solvium Capital und DEGAG. Die weiteren Plätze belegen dann reconcept, Habona, Buss, Dr. Peters, Thamm & Partner, HEP und Luana. Von den aufgelisteten Anbietern erzielten in 2022 einige ebenfalls signifikante Platzierungsumsätze mit AIF und/oder im institutionellen Bereich (vgl. 'k-mi' 05/23).

 

'k-mi'-Fazit: Unser Fazit vor einem Jahr lautete: "Das Jahr 2022 wird nach dem Erfolgsjahr 2021 nicht zuletzt zum Prüfstein, ob die Vermögensanlagen die Hürde einer verschärften Regulierung ohne nennenswerte Platzierungseinbußen nehmen können. Wir sehen diesbezüglich optimistisch in die Zukunft.“ Diese Prognose hat sich weitgehend bestätigt, da 2022 für die Vermögensanlagen im langjährigen Vergleich (vgl. 'k-mi' 04/23) und auch für die aktiven Anbieter bei weitem kein so schlechtes Jahr war. Der Platzierungsrückgang gegenüber dem Vorjahr resultiert vielmehr aus einer reduzierten Anzahl von Vermögensanlagen-Emissionen im 2. Halbjahr 2022. Das laufende Jahr 2023 muss nun also zeigen, ob 2022 für Vermögensanlagen ein Übergangsjahr war, oder ob der hauptsächlich politisch verursachte Flaschenhals bei den Neu-Emissionen überwunden werden kann. Die internationale Immobilien-Anlage ist zudem weiterhin im Aufwärtstrend, ohne dass 'Immobilien Deutschland' nennenswerte Einbußen hinnehmen muss. Auf die Details dieser beiden Märkte bzw. Anlageklassen werfen wir den Blick in der kommenden Woche!

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