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Light Now will gegen Lichtmiete-Insolvenzverwalter klagen

Wie geht es weiter mit den Investitionen der Deutsche Lichtmiete-Direktinvestoren? In der vergangenen Woche dokumentierten wir den aktuellen Sachstandsbericht des Insolvenzverwalters RA Rüdiger Weiß (vgl. 'k-mi 32/25). Der Informationsgehalt des neuen Insolvenzverwalter-Berichts ist für die Investoren überschaubar und zentrale Aussagen umstritten. Gegenüber 'k-mi' bestreitet Lichtmiete-Gründer Alexander Hahn, nun Vorstand der Light Now AG, vehement, dass es bei der Lichtmiete einen Leuchten-Fehlbestand, wie vom Insolvenzverwalter behauptet, gab bzw. gibt: "Es fehlen keine Leuchten. Ich habe gegen den Insolvenzverwalter nun schon zwei(!) Einstweilige Verfügungen erwirkt, die Weiß falsche Darstellungen bezüglich angeblich fehlender Leuchten verbieten. Diese hat er zwar jeweils als endgültige Regelung anerkannt, daraufhin aber sein Wording so geändert, dass sie nicht mehr unter die erlassenen Verbote fallen, aber gleichwohl weiterhin die Kernaussage kommunizieren, dass Leuchten 'fehlen' würden. Ich werde aber auch gegen die Aussage im aktuellen Sachstandsbericht vorgehen“, so Hahn gegenüber 'k-mi'.

Weiter führt der Lichtmiete-Gründer aus: "Dass RA Weiß in den letzten Jahren sein Wording aufgrund meiner rechtlichen Maßnahmen gegen ihn mehrfach anpassen musste, fällt nur jemandem auf, der tief in der Materie ist", so Hahn gegenüber 'k-mi zu dem juristischen Streit über angebliche Fehlbestände: "Zuerst sprach er öffentlichkeitswirksam von 'Leuchten zu Herstellungskosten von 54 Mio. €', die fehlen würden. Dies behauptete er passenderweise exakt an dem Tag, an dem ich die Insolvenzanträge zurückzog, um die Lichtmiete noch zu retten. Dann lange von einem 'Leuchten-Fehlbestand'. Dann von 'Leuchten, die nicht existieren'. Später von 'nicht produzierten Leuchten' und heute davon, dass Leuchten nicht '(an)produziert' wurden. Es wird immer schwieriger für ihn, eine Formulierung zu finden, die er noch nicht benutzt hat. Zudem gab es insgesamt auch genug Leuchten, um alle Ansprüche aller Investoren zu besichern." Einblick in die genannten Einstweiligen Verfügungen gab Hahn uns auf Anfrage bislang nicht, so dass wir den Sachverhalt nicht bestätigen können. Ferner bestreitet Hahn gegenüber 'k-mi' die Aussage des Insolvenzverwalters, dass Leuchten des Typs 'Lichtband 2.0' nie in Serie hergestellt wurden, obwohl mehrere 10.000 Leuchten des Typs 'Lichtband 2.0' von der Produktionsgesellschaft gruppenintern verkauft und entsprechende Anlegergelder umgebucht wurden. "Ich kann belegen, dass Leuchten von Direktinvestoren, die das Lichtband 2.0 kauften, an Endkunden vermietet waren und sind", so Hahn hierzu gegenüber 'k-mi'.

Wie läuft nun die Übernahme der Vermögenswerte der gescheiterten Lichtmiete-Auffanggesellschaft Novalumen GmbH i. L. durch Hahns Light Now AG? Auch hierzu enthält der aktuelle Sachstandsbericht des Insolvenzverwalters Aussagen. Hahn selbst zeichnet in einem Schreiben an die Lichtmiete-Direkt­investoren mit "Aktuellen Informationen zur Übernahme und zur weiteren Entwicklung" wiederum die Vorgänge aus seiner Sicht nach und erhebt dabei auch Vorwürfe gegen den Lichtmiete-Insolvenzverwalter RA Rüdiger Weiß. Zur Ausgangslage erklärt Hahn: "Die ersten Monate nach der Betriebsübernahme standen erwartungsgemäß unter besonderen Herausforderungen. Dennoch konnten wir erfreulicherweise feststellen, dass deutlich mehr aktive Mietverträge übernommen werden konnten als ursprünglich angenommen. Auch die Höhe der erzielten Mieteinnahmen liegt in der Summe sogar über unseren optimistischsten Erwartungen."

Allerdings gab es auch "erhebliche Hindernisse", die den ursprünglichen Plan, zeitnah erste Auszahlungen an die Direktanleger zu leisten, "erschwert haben und aktuell sogar unmöglich machen". Auf unsere Anfrage Mitte März 2025, ob nun die Mieteinnahmen an Light Now weitergeleitet werden, erklärte Hahn seinerzeit z. B. noch: "Ja, wir erhalten ab dem 1.3. alle Mieteinnahmen von Weiß (für die Deutsche Lichtmiete Vermietgesellschaft mbH) und von Novalumen (auch Novalumen hatte ein paar Mietverträge auf eigene Rechnung umgeschrieben), so dass ich davon ausgehe, dass wir zum Start bereits cashflow-positiv sind." Aktuell stellt sich dieser Sachverhalt laut Hahn aber deutlich komplizierter dar: "Die Absprache mit der Insolvenzverwaltung sah ursprünglich vor, dass alle Mietkunden nach der Übernahme die Mieten zunächst weiter an das bisherige Konto des Insolvenzverwalters zahlen. Von dort sollten dann zeitnah die Beträge an uns weitergeleitet werden, sodass wir sehr zügig liquide Mittel für Auszahlungen an die Direktinvestoren hätten generieren können. Leider hat Herr Weiß als Insolvenzverwalter aber unmittelbar nach der Betriebsübernahme alle Mietkunden schriftlich aufgefordert, keine Zahlungen mehr auf sein Konto zu leisten – ohne uns darüber zu informieren." Diese gravierende Veränderung erfuhr Light Now erst mit erheblicher Verzögerung, was laut Hahn dazu führte, "dass wir kurzfristig und unter enormem Druck jeden einzelnen der rund 500 Mietkunden persönlich kontaktieren und unter großem Aufwand eigene Rechnungen an alle Mietkunden ausstellen mussten".

Erschwerend kam hinzu, so Hahn, "dass uns Novalumen systematisch wichtige Informationen verweigerte, insbesondere vollständige und belastbare Mietvertrags- und Kundendaten sowie Informationen über verkaufte Mietprojekte oder zu Direktinvestoren, die ihr Eigentum an Novalumen verkauft haben. Erst nach Einschaltung von Anwälten erhielten wir Mitte Juni erste verwertbare Datensätze, mit denen wir arbeiten konnten". Diese ohnehin schwierige Lage wurde zusätzlich dadurch verschärft, dass viele der Mietkunden aufgrund der chaotischen Situation der vergangenen dreieinhalb Jahre sehr verunsichert und skeptisch geworden sind. Dies ist u. E. jedoch keine wirkliche Neuigkeit: "Viele Kunden bestehen verständlicherweise auf einer genauen Klärung der Eigentumsverhältnisse der Leuchten, bevor sie bereit sind, weiterhin Zahlungen an uns zu leisten. Diesen aufwändigen Prozess müssen wir nun individuell und mit großer Sorgfalt begleiten, was naturgemäß Zeit kostet", so Light Now. In der Konsequenz hat dies dazu geführt, dass alleine aus den Monaten März bis Juli inzwischen offene Mietforderungen von über 1 Mio. € zu verzeichnen sind, so Light Now: "Dieses Geld, das eigentlich den Direktinvestoren zugutekommen sollte, steht uns derzeit noch nicht zur Verfügung. Natürlich setzen wir alles daran, diese ausstehenden Beträge kurzfristig und konsequent einzufordern."

Die Auseinandersetzung von Light Now mit der Insolvenzverwaltung gehe jedoch auch auf juristischer Ebene weiter. Im Zentrum steht dabei die Rolle bei und die Verantwortung des Insolvenzverwalters für die gescheiterte und nach Auffassung von Light Now investorenschädliche Novalumen-Auffanglösung, die auch 'k-mi' von Beginn an aufgrund ihrer Intransparenz kritisierte (vgl. 'k-mi' 37/22, 23/24, 07/25): Gegenüber 'k-mi' erklärt Light Now-Anwalt RA Dr. Wolfgang Schirp aktuell: "Wir beabsichtigen, Herrn Weiß im 2. Halbjahr 2025 durch eine massive Schadensersatzklage zur Rechenschaft zu ziehen. Die Stabilisierung des operativen Geschäfts durch den Wiedereinstieg von Herrn Hahn ist nur ein erster Schritt. Nun muss auch das juristische Großreinemachen folgen." Alexander Hahn ergänzt: "Wir versuchen seit einem Jahr, einen neuen gemeinsamen Vertreter für die Anleihegläubiger wählen zu lassen (der aktuelle, Frank Günther, sitzt momentan in U-Haft). Weiß versucht anscheinend, dies zu verhindern und das Oldenburger Insolvenzgericht reagiert gar nicht. Ein neuer gemeinsamer Vertreter wäre dann der größte Gläubiger in dem Verfahren. Dieser könnte die Abwahl von Weiß fordern und ein neuer Insolvenzverwalter könnte dann auch endlich die Wahrheit ans Licht bringen."

'k-mi'-Fazit: Für die Direktinvestoren ist es natürlich schmerzlich, aber offenbar führt derzeit kein Weg an einem "juristischen Großreinemachen" vorbei, auch wenn dies ggf. langwierig sein könnte. Die bisherige Insolvenzverwaltung hat mit ihrem Novalumen-Abenteuer die gesamte Sanierung fast an die Wand gefahren. Nun sollten den laufenden Bemühungen auch keine Steine mehr in den Weg gelegt werden.

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