Der Infrastrukturdienstleister blau direkt scheint derzeit so weit von einem drögen Sommerloch entfernt zu sein wie Sonnenanbeter der Lübecker Bucht sich vor Schneefällen fürchten müssten. Zunächst gab blau direkt Ende Juni eine strategische Partnerschaft mit dem Maklerverbund CHARTA bekannt, um wenige Tage später schon den nächsten Deal zu verkünden: Die Lübecker Poolgesellschaft schließt mit der PHÖNIX MAXPOOL Gruppe einen langfristigen Kooperationsvertrag mit dem Ziel ab, Technologien und Ressourcen gemeinsam zu nutzen, um Produktentwicklungen und Innovationen weiter zu beschleunigen. Beide Unternehmen streben an, ihre Reichweite durch den Zugang zu Vertriebskanälen, Netzwerken und dem Erschließen neuer Märkte zu erhöhen und so die Kundenbasis zu erweitern. Die PHÖNIX MAXPOOL Gruppe bindet sich somit abwicklungstechnisch der Gemeinschaft miteinander kooperierender Unternehmen an, zu denen bereits Insuro, WIFO und Finanzzirkel sowie seit dieser Woche auch CHARTA zählen. Damit erweist sich die blau direkt-Technologie als eine der marktführenden Plattformen.
PHÖNIX MAXPOOL betont, sich ausschließlich an die gemeinsame Abwicklung und für die Schaffung von Synergien bei blau direkt und dem Verbund anzubinden, ohne jeden Anteilsverkauf. Im Zusammenhang mit der Kooperation wird jedoch die Option einer zukünftigen Beteiligung von blau direkt an PHÖNIX MAXPOOL nicht ausgeschlossen. Hierüber soll in Zukunft eine Entscheidung getroffen werden. Die Kooperation beider Häuser steht noch unter dem Vorbehalt der Prüfung durch das Bundeskartellamt. Klar dürfte allen Beteiligten damit sein, dass – sobald die technischen Abwicklungen miteinander verschmolzen sind – kaum noch zu einem späteren Zeitpunkt ein Zurückdrehen der heutigen Verzahnung möglich ist.
Wirtschaftlich gehen die Unternehmen deshalb von einer Win-win-Situation aus, wovon auch die angebundenen Makler über erhebliche Mehrwerte profitieren sollen. Während die MAXPOOL-Partner künftig u. a. von blau direkt deren innovative und effiziente technische Plattform samt der damit verbundenen Infrastruktur nutzen, stehen den blau direkt-Maklern die fachlichen Fähigkeiten und Services von MAXPOOL und von der PHÖNIX-Schutzgemeinschaft als Assekuradeur deren Deckungskonzepte offen. Oliver Drewes, Vorstandsvorsitzender der PHÖNIX MAXPOOL Gruppe AG, zeigt sich entsprechend zufrieden mit der künftigen Ausrichtung innerhalb des Verbundes mit den verschiedenen Maklerpoolgesellschaften: "Wir können uns auf unsere Philosophie 'Verantwortung verbindet' und damit auf unsere Serviceleistungen an Maklerinnen und Makler konzentrieren, mit vollem Fokus auf unabhängige und fachlich hochwertige Beratung und Produktauswahl. Zugleich haben wir die technologische Weiterentwicklung und Zukunftsfähigkeit unserer Verwaltung über den Verbund sichergestellt. Wir verstehen uns als Qualitätspool und damit als umfassenden Partner für Maklerbetriebe und nicht als Technikabwickler. Daher wird diese neue Partnerschaft für beide Unternehmen und für unsere kooperierenden Maklerinnen und Makler von großem Nutzen sein."
Bei der Partnerschaft zwischen blau direkt und CHARTA versprechen sich beide Seiten ebenfalls, wechselseitig Synergieeffekte heben zu können. Den CHARTA-Maklern stehen als bald die Systemwelt von blau direkt offen, zu dem u. a. das Maklerverwaltungsprogramm 'Ameise' oder die Ausschreibungsplattform 'Panda' gehören. Die Düsseldorfer bieten einen kostenfreien Import von Daten auf die neuen modernen Systeme an. Die CHARTA.Pool GmbH wird somit nach Freischaltung aller nun einzurichtenden technischen Verbindungen ihren Vertriebspartnern als Poollösung alle gängigen Sparten und Versicherer anbieten können. Auch hier soll sich nichts an den eigentumsrechtlichen Anteilen ändern. Charta soll in Maklerhand bleiben und möchte so 100 % Bestandsschutz bieten. Umgekehrt sollen auch hier die Makler von blau direkt demnächst alle CHARTA-Vorteile nutzen können, also Direktanbindungen über CHARTA verwalten, auf die CHARTA-Konzepte zugreifen und über die Schnittstelle mit Daten und Dokumenten in ihre Ameise zurückführen und kostenfrei über Octi Basic servicieren lassen.
blau direkt kann seit dem Einstieg von Warburg Pincus noch kraftvoller die Marktkonsolidierung aus der Position der Stärke gestalten und blickt optimistisch auf die Kooperationen: "Gemeinsam haben wir die Chance, unsere Stärken zu bündeln, Synergien zu schaffen und neue Möglichkeiten zu erschließen. Zusammen werden wir Innovationen vorantreiben, Herausforderungen meistern und neue Maßstäbe für die Versicherungs- und Finanzbranche setzen", so Lars Drückhammer, Chief Executive Officer von blau direkt. Oliver Lang, GF und Chief Investment Officer bei blau direkt, hebt die Bedeutung der neuen Zusammenarbeit hervor: "Kooperationen mit anderen Unternehmen sind von entscheidender Bedeutung, um den ständig wachsenden Anforderungen und neuen Herausforderungen der Versicherungs- und Finanzbranche erfolgreich zu begegnen. Wir sind bereit, gemeinsam die Zukunft der Branche zu gestalten.“
'kmi'-Fazit: blau direkt setzt innerhalb weniger Tage unübersehbare Ausrufezeichen im Markt. Man fragt sich fast zwangsläufig: Wer wird der nächste Kooperationspartner sein, der sich für die Technologie der Norddeutschen entscheidet? Oder folgt als nächster Marktschritt der Konter aus Süddeutschland der Konkurrenz? Wettbewerb belebt bekanntermaßen das Geschäft. Nicht wundern würden wir uns, wenn solche enge Zusammenführungen von verschiedenen Dienstleistern im Markt weiter Schule machen, was meist Entwicklungskosten auf Anbieterseite spart. Möge deshalb auch der freie Vertrieb zu den Profiteuren des Konsolidierungsprozesses gehören, sofern die erweiterte Geschäftsabwicklung über die Servicedienstleister mit Mehrwerten für die Makler honoriert wird, was sich im Kundengeschäft möglichst bezahlt macht.