Positive Nachrichten haben für die Anleger der Debi Select-Fonds nach jahrelangem Leiden sicher immer noch einen gewissen Überraschungseffekt. Zahlreiche Anleger hatten ihr Kapital nach den Riesenproblemen in Folge der Teldafax-Pleite im Jahr 2011 wohl schon weitestgehend abgeschrieben. Lange Zeit sah es auch ziemlich düster aus, zumal der Insolvenzverwalter der Teldafax, in die ein Großteil der Anlegergelder geflossen war, gegen Dienstleistungs- bzw. Beteiligungsgesellschaften zwecks weiterer Rückforderungen klagte. So groß wie die Probleme, so undurchsichtig waren zahlreiche Verflechtungen, bis 2012 die Kölner Kanzlei von RA Werner Klumpe in die Sanierung einstieg. Die Ansprüche Dritter abwehren und Struktur in die Beteiligungen und Investitionen zu bringen, hat Jahre harter Arbeit erfordert, ehe RA Klumpe und sein Team ein Sanierungskonzept präsentieren konnten (vgl. 'k-mi' 44/18). Grundlage für die nunmehr positiven Aussichten, in den nächsten Jahren wenigstens einen (Groß-)Teil des Geldes zurück zu verdienen, waren ausgerechnet zuvor wenig beachtete (mittelbare) Beteiligungen an Energiegesellschaften in Weißrussland und Russland. Da diese nur schuldrechtlicher Natur waren und über Schweizer Gesellschaften liefen, wurden die Ansprüche geklärt und die Beteiligungen in die Schweizer REAG AG bzw. die Purwatt AG eingebracht. Obwohl weiterhin strukturierende Maßnahmen wie z. B. der Austausch des geschäftsführenden GmbH-Gesellschafters bei den Fondsgesellschaften notwendig sind (vgl. 'k-mi' 51/18), rückt auch die operative Geschäftstätigkeit, die den Anlegern ja ihr Kapital zurückbringen soll, nun wieder stärker in den Fokus. Gut zu erkennen daran, dass sich die 'k-mi' vorliegende zehnseitige Information an die Anleger auf über acht Seiten nur mit der Situation der Assets befassen kann.
"Aufgrund der uns vorliegenden Informationen und Einschätzungen ist festzustellen, dass die derzeitige Entwicklung der Projekte und der Betrieb der laufenden Werke besser vorangeht, als dies von der REAG/Purwatt im letzten Jahr erwartet worden ist", teilt RA Klumpe schon vor Weihnachten den Anlegern die frohe Botschaft mit. Derzeit laufen bei diversen Projekten (erweiternde) Genehmigungsanträge und Finanzierungsverträge, die Mehrerlöse bringen können. Daher will man nach Abschluss der laufenden Verfahren in drei bis vier Monaten eine noch belastbarere Ergebnisprognose kommunizieren sowie finale Gesellschafter-Abstimmungen im zweiten Quartal 2020 durchführen. So lange soll wohl auch die Möglichkeit bestehen für Anleger, die ihre Beteiligung schon gekündigt haben, diese Kündigung in der Erwartung künftig besserer Erträge und deutlich höherer Rückflüsse zurück-zunehmen. Von den Anlegern, die sich im Rahmen der Abstimmung Ende 2018 entschieden haben, wollten nur 7 % ihre Kündigung aufrecht erhalten. Jedoch hat sich auch ein erheblicher Teil der Kündiger noch gar nicht gemeldet. "Völlig unabhängig davon wollen wir, wie angekündigt, ab 2021 beginnen, das Anlegerkapital über Ausschüttungen zurückzuführen. Aus unserer Sicht ist es durch die gemeinsame Tätigkeit aller Beteiligten in diesem Jahr gelungen, die vorhandenen Projekte noch intensiver voranzutreiben bzw. ggf. ihr Potential zu erweitern", verbreitet RA Klumpe weitere positive Nachrichten.
'k-mi'-Fazit: Nachdem die Anleger der Debi Select Fonds jahrelang nur Hiobsbotschaften empfangen haben, tut ihnen die vorweihnachtliche frohe Kunde sicher gut. Die detaillierten Ausführungen zu den einzelnen Projekten machen Hoffnung, dass die mit dem Sanierungskonzept 2018 in Aussicht gestellten Rückflüsse für die Anleger in den nächsten Jahren auch fließen. Mit der noch belastbareren Prognose erhalten dann auch die Kündiger eine verbesserte Grundlage für ihre Entscheidung, ob sie jetzt einen erheblichen Verlust realisieren oder auf die prognostizierten, weit höheren Rückflüsse in den nächsten Jahren setzen.