(...) aber Existenzgefährdung für die Vermittler und ihre Beschäftigten. Unser Aufklärungs-Kampf gegen die Einführung eines LV-Provisionsdeckels (vgl. u. a. 'k-mi' 25/19), geht weiter. Während der Gesetzentwurf Warteschleifen beim Kabinett dreht und schon mehrfach kurzfristig von der Tages-ordnung gestrichen wurde, treffen wir uns im Bundestag mit MdB Lothar Binding, Mitglied im Finanzausschuss und finanzpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Dabei geht es zunächst um Grundsätzliches: Mit seiner Aussage"Ich bin nicht der Meinung, dass man Provisionen im Versicherungs- oder Finanzvertrieb verbieten sollte, es muss dabei aber fair zugehen", zeigt Binding, dass es um das 'Wie' der LV-Provisionen geht, und nicht um die Frage, ob Provisionen generell verboten werden sollten. Im Gespräch zeigen die Mitglieder der vom 'versicherungstip' koordinerten Bundesarbeitsgemeinschaft zur Förderung der Versicherungsmakler (BFV) zahlreiche kritische Punkte auf. "Durch das LVRG I wurden die gezillmerten Abschlusskosten bereits auf maximal 25 Promille reduziert. Deshalb würde eine Deckelung der Provision für den Verbraucher letztlich auf Basis des abgeschlossenen Vertrags nicht mehr bringen. Der Mehrertrag landet zunächst beim Versicherer", erläutert Martin Gräfer, Vorstand die Bayerische. Dabei hakt Binding akribisch nach. "Mit Ihrer Aussage gibt es ein logisches Problem: Dass ein Provisionsdeckel, wegen der Deckelung der Abschlusskosten bei 25 Promille, die Kosten für den Verbraucher nicht senkt, verstehe ich. Aber wie kann ein Vermittler einen Deckel von 25 Promille über haupt merken, wenn die Provision nur ein Teil der 25 Promille Abschlusskosten ist? Die Aufteilung der Abschlusskosten zwischen Versicherung und Makler wird mit Ihrer These bei einem Provisionsdeckel von 25 Promille nicht verändert." Binding sagt die kritische Prüfung zu: "Unser Ziel ist es, die schwarzen Schafe bei den Versicherungsvermittlern von der Weide zu vertreiben".
'k-mi'-Fazit: MdB Lothar Binding zeigte sich einmal mehr als Gesprächspartner, der den Dingen auf den Grund gehen will. Dabei gilt es die ganze Bandbreite der Auswirkungen zu betrachten. So würde der LV-Provisionsdeckel in der jetzigen Ausgestaltung ++ die Existenz vieler Versicherungsmaklerbetriebe samt ihrer Beschäftigten im Spagat zwischen steigenden (Regulierungs-)Kosten und sinkenden Einnahmen gefährden ++ die (Bürokratie-)Kosten bei den Versicherern bspw. durch die Kontrolle von zahlreichen 'Qualitätskriterien' für jeden Vermittler massiv nach oben treiben ++ keine Verbesserung für den Verbraucher bringen, denn das LVRG I deckelt die Abschlusskosten ohnehin und niedrigere Provisionen würden durch höhere Bürokratiekosten beim Versicherer aufgefressen.
(Bild: v.l.n.r.: Erwin Hausen, Martin Gräfer, Stefanie van Holt, Uwe Kremer, Roland Sing, Dr. Burghard Kaske, MdB Lothar Binding)