Zu seinem Amtsantritt Anfang 2013 als Vorstandsvorsitzender der NÜRNBERGER Versicherung kündigte Dr. Armin Zitzmann an, "überhaupt keinen Gedanken an irgendein Stellenabbauprogramm verschwenden zu müssen". Unter seiner Regentschaft scheint es jedoch wirtschaftlich sofort in die falsche Richtung zu laufen, denn entgegen seinen Plänen wurden und werden von ihm hunderte Stellen gestrichen – am Ende des Tages sollen knapp 500 Stellen dem Kostendruck zum Opfer fallen. Hinzu kommen tausende Makleranbindungen, die gekappt wurden. Den verbliebenen wurden zu deren 'Freude' die Courtagezusagen massiv zusammengestrichen. Beim Neugeschäft geht's entsprechend rasant bergab (vgl. 'k-mi' 07/16). Dennoch gönnten sich die Vorstandskollegen um Dr. Zitzmann rekordartige Erfolgsprämien im Geschäftsjahr 2015, das dieser im Dezember vorausblickend mit dem Wunsch abschloss: "Es ist unser höchstes Ziel, dass Kunden und Vermittler mit der NÜRNBERGER zufrieden sind und dass sie uns weiterempfehlen." Dieses Zufriedenheitsziel ist im Rahmen einer 'k-mi'-Leserbefragung zum fränkischen Versicherer bislang mit der Schulnote 'Mangelhaft' für das Management wohl noch verfehlt worden (vgl. 'k-mi' 23/16). Auch Kunden dürften wenig Begeisterung zeigen, wenn die NÜRNBERGER ihre eigenen Gebühren massiv erhöht (vgl. 'k-mi' 14/16) oder ihnen günstigere und bessere Produktalternativen vorenthält (vgl. 'k-mi' 30/16). Rekorde scheint Dr. Zitzmann zumindest bei den Sponsoring-Ausgaben brechen zu können:
Auf dieser Ebene hatte der NV-Chef seinen großen Auftritt Ende Juli, als er die NÜRNBERGER Versicherung als neuen Hauptsponsor des hoch verschuldeten und durch jahrelanges Missmanagement arg gebeutelten Fußballzweitligisten 1. FC Nürnberg der Sportpresse vorstellte – man munkelt für 4,5 Mio. € in den kommenden drei Jahren. Dabei erwähnte der Versicherungs-Boss insbesondere auch mit Verweis auf das fragwürdige Verhalten 'einiger weniger Fans', weshalb es sein Unternehmen zuvor vorzog, eine gewisse Distanz zu den Clubberern einzuhalten. Da passt es nicht ganz so gut ins Bild, dass diese 'wenigen' Fans zum Saisonabschluss in den beiden Bundesligarelegations-Aufstiegsspielen gegen Eintracht Frankfurt bei ihrem Pyro-Dauer-Feuerwerk die Konkurrenz weit hinter sich und zweimal die über die hessischen Grenzen hinaus bekannte Fan-Szene der Eintracht geradezu gehemmt aussehen ließen. Auf diese ärgerlichen Vorfälle hat natürlich ein Macher wie Dr. Zitzmann eine passende Antwort parat. Sollte der Versicherer zukünftig in Richtung Rufschaden durch Fanverhalten schlittern, könne man das Sponsoring vorzeitig wieder beenden. Nur, wieso geht der Club-Fan und den Neugeschäfts-Erfolg noch suchende Dr. Zitzmann dieses Risiko so grundlos dann überhaupt ein, als ob es ansonsten keine anderen geschäftlichen Problemchen noch zwischendurch zu bewältigen gäbe? Vor wenigen Tagen kam es bei einem Freundschaftsspiel zwischen Nürnberg und Chemnitz blöderweise zu einer (ersten?) Saisonauftakt-Massenschlägerei. Von Dr. Zitzmann ist uns dazu allerdings kein Kommentar bekannt. Der kam dagegen postwendend von den Ultras, die Dr. Zitzmann auf ihrer Homepage mit Sarkasmus "Willkommen" heißen und voller Ironie ihm zu erkennen geben, wie sehr sie die Nase gestrichen voll vom ständigen "Markengeschwafel" der Sponsoren haben. Da scheinen sich direkt neue 'Freunde' gefunden zu haben, die für ihr jeweiliges Image alles in die Waagschale werfen.
'k-mi'-Fazit: Ein öffentlicher Auftritt von Dr. Zitzmann, der den außen stehenden Beobachter fragend zurücklässt, was dieser sich dabei eigentlich gedacht hat. Jedenfalls wünschen wir Dr. Zitzmann beim Konsum seines Hobbys Fußball im städtischen Stadion auf seinem VIP-Sessel sitzend zukünftig beste, pyrofreie Showunterhaltung, selbst wenn er und sein Unternehmen von den stimmgewaltigen neuen 'Freunden' aus der Ultra-Szene begrüßt werden, die ihm und der NÜRNBERGER die Laune dabei hoffentlich nicht allzu sehr verderben. Andernfalls verbleiben den Versicherungs-Bossen auch zukünftig die bisherige Sponsor-Freude beim Reitsport, Tennis und Gluck-Opern-Ohrenschmaus, wo das Engagement trotz Fußballs nicht herunter gefahren werden soll. Frei dem Motto: Wer hat (oder es glaubt), der kann. Doch Vorsicht: Die dümmsten Abstiege resultieren meist aus Selbstüberschätzung!
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