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NÜRNBERGER Versicherung: Von allen Sinnen verlassen

Am 06.08.2016 widmeten sich die 'Nürnberger Nachrichten' den seitens 'k-mi' erhobenen Missmanagement-Vorwürfen ("Der fränkische Versicherer sieht sich massiven Vorwürfen ausgesetzt") gegen die NÜRNBERGER Versicherungsgruppe, speziell gegen die NÜRNBERGER Pensionsfonds AG (vgl. 'k-mi' 30/16). Gegenüber 'k-mi' ist der im Frankenland beheimatete Konzern auf unsere zum Thema Pensionsfonds gestellten Fragen im Vorfeld unserer Erstberichterstattung auf Tauchstation gegangen und hat damit die Chance nicht wahrgenommen, seine evtl. gegensätzliche Position zu diesem Sachverhalt darzulegen. Die Kollegen der 'Nürnberger Nachrichten' fassen in ihrer aktuellen Berichterstattung die erhaltenen Antworten des Versicherers wie folgt zusammen: "Bei der Nürnberger selbst kann man die Vorwürfe nicht nachvollziehen und sieht darin eine Art Kampagne gegen das eigene Unternehmen. Mit Hilfe dieses 'sogenannten Branchendienstes versuchen selbst ernannte Experten schon seit einigen Monaten die Nürnberger immer wieder in Misskredit zu bringen', heißt es. Man prüfe derzeit, inwieweit hier unter dem Schutz der Pressefreiheit möglicherweise gezielte wirtschaftliche Interessen Dritter verfolgt würden. Die Vorwürfe gegen die Nürnberger Pensionsfonds AG seien 'inhaltlich fehlerhaft, fachlich falsch und wir halten sie für unsauber'." Irgendwelche sachlich und fachlich fundierten Argumente, die zur Untermauerung der eigenen Ansicht beitragen könnten, vermissen wir bei dieser veröffentlichten Äußerung des Versicherers allerdings. Stattdessen vom eigentlichen Thema ablenkende Beschuldigungen und Drohungen. Dazu halten wir fest:

'k-mi' verfügt über ein branchenweites Informantennetzwerk, über das nicht nur die NÜRNBERGER alles andere als erfreut sein dürfte. 'k-mi' ist offenbar auch das einzige Branchenmedium, das sich traut, nicht vor einem Assekuranzriesen zu kuschen und nur dessen vorgefertigte Pressemeldungen abzupinnen – im Gegenteil! Wir legen den Finger auch dann weiter in die Wunde, sofern wir dazu Anlass sehen und solange ein Anbieter dafür (weitere) berichtenswerte Anstöße schafft: Im Falle der NÜRNBERGER sind es inzwischen immens viele davon, wie unsere bisherigen Aufdeckungen zeigen. Aber auch die 'k-mi'-Vertriebsumfrage (vgl. 'k-mi' Special 21, 22 und 23/16) zur NÜRNBERGER hat unter Versicherungsmaklern und Anlageberatern ungewöhnlich deutliche Meinungsergebnisse offen gelegt, wie man sie in dieser kritischen Breite vermutlich nie zuvor im Zusammenhang mit einem deutschen Versicherungsunternehmen kannte. Statt sich nun mit all diesen offensichtlich vorhandenen Problemen konstruktiv auseinanderzusetzen und Strategien zu erstellen, wie man den Markt zukünftig evtl. wieder belebender und vor allem zur Zufriedenheit der Kunden wie auch der Vermittler/Makler bedienen kann, fällt der NÜRNBERGER offensichtlich nichts Besseres ein, als die Schuld plump 'k-mi' zu geben, indem man von Kampagne faselt, hinter der angeblich 'selbst ernannte Experten' stünden. Diese Unterstellung ist völliger Nonsens! Wir bestimmen zu jeder Zeit selbst und unabhängig, was wir aus einem Thema machen. Dazu recherchieren wir gründlich und bilden uns eine eigene Meinung. Und selbstverständlich versuchen wir zuvor auch immer die Meinung desjenigen einzuholen, über den wir berichten. So auch im Falle der NÜRNBERGER. Doch wie stellt diese selbst die Situation gegenüber der größten regionalen Tageszeitung für die bayerische Landes-Nordhälfte dar?

"Ein angestrebter konstruktiver Dialog mit dem 'sogenannten Branchendienst war und ist leider nicht möglich', so das Unternehmen.", zitiert die Zeitung. Wir können nicht ernsthaft annehmen, dass die NÜRNBERGER diese Aussage mit bestem Wissen und Gewissen getroffen hat. Stattdessen versucht sie 'k-mi' zu diskreditieren. J e d e r   kann zu   j e d e r z e i t   den Kontakt zu unserer Redaktion aufnehmen und findet dort Gehör. Dies gilt auch für die NÜRNBERGER. Am 25. Februar war sogar auf Erstinitiative der Franken ein Gesprächstermin ins Auge gefasst gewesen, den der Versicherer jedoch kurzfristig wieder cancelte. Danach herrschte Funkstille im Frankenland zu diesem Thema. Die NÜRNBERGER wird ihre Gründe dafür haben, jedoch uns heute eine Verweigerungshaltung vorzuwerfen, halten wir für eine Frechheit, was ein bezeichnendes Bild von diesem Versicherer abgibt! Nun zum eigentlichen Kern unseres Missmanagement-Vorwurfes, der aus Sicht des Versicherers "inhaltlich fehlerhaft, fachlich falsch" sein soll, was aller­dings von ihm nicht belegt wird. Deshalb wollen wir an dieser Stelle der NÜRNBERGER behilflich sein:

Der NÜRNBERGER Pensionsfonds gibt vor, beim Spezialfonds 'Strategie Wachstum' in weltweit investierende Fonds zu investieren. Tatsächlich fließt das Geld der Anleger in gerade einmal zwei Investmentfonds, zu 70 % wandert das Geld gar in den seit über 10 Jahren mittelmäßig performenden Publikumsfonds WKN: 941034 Templeton Growth (Euro Fund). Wir halten das für höchst fragwürdig, die 'Nürnberger Nachrichten' lassen die Meinung von Fondsexperten des BVI dazu sprechen: "Die Konzentration auf nur zwei Anlageadressen ist allerdings durchaus bedenklich", bestätigen diese unsere Ein­schätzungen. Klar, denn von Streuung der Anlagesumme kann hier keine Rede mehr sein. Denn geht es dieser Hauptanlage schlecht, hat dies sofort gravierende Auswirkungen auf den Pensionsfonds. Beim Blick auf die Wertpapieraufstellung dieses Templeton-Fonds zum Stichtag 30.06.2015 fällt auf, dass dieser 7 Mrd. €-Investmentfonds zu 15 % sehr bankenlastig investiert war, hinzu kommen 6 % im Versicherungssegment. Weitere 9 % entfielen auf den Bereich 'Öl, Gas & erneuerbare Brennstoffe'. Rückblickend betrachtet eine mutige Ausrichtung, die in die Hose ging. Der mit der zweithöchsten Risikoklasse 6 eingestufte Investmentfonds verlor innerhalb der letzten 12 Monate bis Ende Juni 2016 zweistellig an Wert, –11%. Doch die NÜRNBERGER kennen bei ihrem Pensionsfonds offenbar weder eine aktive Verlustbegrenzung noch den Begriff Kostenersparnis, denn der gleiche Investmentfonds bietet bei niedriger Kostenstruktur unter der WKN 941035 obendrein für institutionelle Investoren ab 5 Mio. € Mindestanlagesumme auch einen Profi-Investitionsweg. Jedoch, der NÜRNBERGER Pensionsfonds investiert lieber zusammen mit Anlegern vom Kaliber 'Lieschen Müller'! – Nun gut: 

Doch viel entscheidender ist noch, ob die NÜRNBERGER die regularischen Richtlinien bei ihrer Anlagestrategie überhaupt befolgt. Und da haben wir unsere höchsten Zweifel. Denn laut den Vorgaben der BaFin (Rundschreiben 4/2011 – Hinweise zur Anlage des gebundenen Vermögens von Versicherungsunternehmen) wie auch der Pensionsfonds-AufsichtsverordnungPFAV finden sich unter dem Punkt "Streuung" zu Anlagen in einem Sondervermögen, in Anlageaktien, die von einer Investmentaktiengesellschaft begeben werden, oder in Anteilen, die von einer Investmentgesellschaft ausgegeben werden, folgende Regelung in Bezug auf eine prozentuale Streuung des Anlagevermögens: "Gleichwohl ist aufgrund des Managerrisikos eine Konzentration von Anlagen in einem oder mehreren, von ein und demselben verantwortlichen Portfoliomanager gemanagten Sonder- bzw. Gesellschaftsvermögens zu unterlassen, soweit sie 20 % des gebundenen Vermögens übersteigen." Unter gewissen Umständen bei Anlagen ist auch ein Prozentsatz von bis zu 30 % zulässig. Aber – wie im Falle des NÜRNBERGER Pensionsfonds – einen Anteil in Höhe von 70 % in einen einzigen Publikumsfonds  zu stecken, übersteigt wohl auch die denkbarste Fantasie des Verordnungsgebers bzw. der Versicherungsaufsicht. Wer jedoch Demut und Einsicht bei den Mannen um CEO Dr. Armin Zitzmann angesichts dieser desaströsen Arbeitsleistung erwartet, erntet im Gegenzug von diesen Managern Drohungen und Vorwürfe. Jedenfalls dürften geschädigte Pensionsfondskunden möglichen eigenen Schadensersatzforderungen gegen diesen Versicherer jetzt gelassener entgegensehen.

'k-mi'-Fazit: Anlegern, Versicherungsnehmern wie auch Maklern raten wir zur Vorsicht bei der NÜRNBERGER Versicherungsgruppe. Deren gelebte Geschäftspraktiken zeugen u. E. derzeit nicht von Seriosität und bieten keine Gewähr auf bestmögliche Anlageerfolge. Weil uns Ihr Geschäftserfolg am Herzen liegt, lassen wir uns auch zukünftig von diesem Marktschwergewicht nicht den Mund verbieten – das Versprechen geben wir Ihnen! Sollten Sie mit diesem Anbieter oder anderen ähnliche Probleme haben, wenden Sie sich vertraulich an 'k-mi' – wir decken auf!

Lesen Sie auch unsere weiteren Berichterstattungen zur NÜRNBERGER:

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(kmi-31-16 vom 05.08.2016)

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