Überraschend beendete die in Berlin ansässige PICAM Anfang des Jahres ihre bis dahin ausgeübten Investmentaktivitäten (vgl. 'k-mi' 09/17). Schließlich schmückte sich der Anbieter beim Geschäftsmodell PICCOR Secure mit einer Performance von +280,42 % und beim PICCOR DAX-Systemhandel mit +421,97 %. Ob die Angaben stimmig und realistisch waren, dies wollte PICAM auf 'k-mi'-Nachfrage im vergangenen Jahr von einer WP-Gesellschaft testieren lassen. Aufgrund des Marktrückzuges wurden offenbar auch die angekündigten Transparenzbemühungen eingestellt. Jedenfalls erhielten wir von PICAM-Geschäftsführer Pascal Savelsbergh als Erklärung für den Marktrückzieher die Aussage: "Wir überführen unsere Aktivitäten in weißes, also reguliertes § 34 f-Geschäft. Außerdem stehen wir kurz vor einer Haftungsdach-Lösung." Davon ist Stand heute zumindest auf der PICAM-Homepage weiterhin nichts zu erkennen. Auch finden sich dort keine Hinweise auf den vermutlich ausschlaggebenden Grund der Geschäftseinstellung: PICAM erklärte das ausgeübte Geschäftsmodell damit, dass "die Beratung des Börsenmanagements innerhalb des Verbundes die PICCOR AG mit Sitz in der Schweiz übernimmt." Diese PICCOR AG/Baar setzte die Schweizer FINMA am 16.01.2017 jedoch auf ihre Warnliste. Die Schweizer Behörde führt und veröffentlicht eine Warnliste mit Unternehmen, die möglicherweise ohne Bewilligung eine Tätigkeit ausüben, bewilligungspflichtig sind und ihrer Aufsicht unterfallen: "Ein Eintrag in der Warnliste bedeutet nicht zwangsläufig, dass die vom aufgeführten Unternehmen ausgeübte Aktivität illegal ist. Indem die FINMA entsprechende Unternehmen in der Warnliste aufführt, weist sie aber darauf hin, dass diese über keine Bewilligung verfügen", heißt es erklärend auf der Behörden-Homepage.
'k-mi'-Fazit: PICAM steht nun unter zusätzlicher Erklärungsnot, schließlich trommelten Vertriebsstrukturen verstärkt nach freien Finanzberatern, die für das Unternehmen tätig werden sollten. Zu befürchten ist, dass die Auswirkungen nach der FINMA-Warnung für nicht wenige Berater und deren Kunden zum Problem wird. 'k-mi' hakt beim Anbieter nach, ob das Anlegergeld aus den beendeten Geschäften an die Investoren zurückgezahlt wurde.
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