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Skandal-Liste der Grünen bestätigt 'k-mi'-Frühwarnsystem

Die Bundestagsfraktion der Grünen bzw. deren Finanz- und Verbraucherschutzpolitiker Lisa Paus, Stefan Schmidt sowie Dr. Danyal Bayaz haben der Bundesregierung eine 'Kleine Anfrage' zur "Rolle der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht in Finanzskandalen nach der Finanzkrise 2008" gestellt. Dort listen diese 39, teilweise abenteuerliche Finanzskandale auf. Ca. ein Drittel von diesen betrifft Banken oder Aktien-Geschäfte. Bei den übrigen handelt es sich um Fonds, Direktinvestments oder Anleihen bzw. vergleichbare Produkte wie Genuss-rechte, die für Skandale gesorgt haben. Die Verteilung zwischen 'weißem' und 'grauen Markt' dürfte etwa bei 50:50 liegen. Nachdem nun auch seit Anfang der Woche die Antworten der Bundesregierung vorliegen, steht die Rolle der BaFin weiterhin zur Diskussion.

Eine Erkenntnis hat die Kleine Anfrage der Grünen allerdings jetzt schon gebracht: Die Skandal-Liste offenbart die hohe Erfolgsquote von 'k-mi'  bei der präventiven Skandal-Vermeidung! Bei den aufgeführten Skandal-Angeboten, die den analytischen Produktbereich von 'k-mi' betreffen, warnten wir Vermittler und Anleger bei dem weit überwiegenden Anteil rechtzeitig und oft auch allein auf weiter Flur bzw. als Erster!    

Im einzelnen: ++ BWF-Stiftung: Anfang 2014 und auch danach warnten wir vor den Berlinern, die behaupteten, viel Gold im Kellersafe zu haben. Ca. 1 Jahr später erst flog der Schwindel u. a. durch eine von der BaFin initiierte Razzia auf (vgl. 'k-mi' 09/14, 09/15)  ++ P&R: Ab 1994 ('k-mi'-PC 29/94) sowie danach noch viele Male warnte 'k-mi' als einsamer Rufer in der Wüste vor dem Container-Anbieter aus Grünwald, dem im Frühjahr 2018 das Geld (der Anleger) ausging. Auch nach Einführung der Prospektpflicht Anfang 2017 brachte 'k-mi' die erste warnende Analyse zu den P&R-Vermögensanlagen ('k-mi' PC 08/17)  ++ Ähnlich verhielt es sich beim Container-Anbieter Magellan aus Hamburg. Dieser musste Mitte 2016 Insolvenz anmelden, wobei hier eher Missmanagement als kriminelle Energie im Spiel war. Trotzdem warnte 'k-mi' bereits 2 Jahre zuvor und wies dabei darauf hin, dass "ungewiss ist, ob Magellan in der Lage sein wird, eventuelle Unterdeckungen bei den Mieteinnahmen auf Grund der Garantie tatsächlich zu erfüllen" ('k-mi'-PC 19/14, 41/15) 

++ PICAM/PICCOR-Gruppe: Unsere Recherchen begannen im Jahr 2016. Mitte 2017 verwiesen wir auf mangelnde Transparenz und eine Warnung der eidgenössischen Bankenaufsicht FINMA ('k-mi' 31/17). Die BaFin schlug sich noch bis zum Frühjahr 2018 mit der Gruppe und deren Haftungsdach Varian herum, bevor dort der Stecker gezogen wurde  ++ KTG-Agrar: Der Konzern stellte Mitte 2016 Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung. Wir hatten bereits im Juli 2015 in unserem Anleihen-Dienst 'finanztip' 27/15 zu einem rechtzeitigen Ausstieg bei Anleihen-Kursen von noch über 100 % geraten.

++ Lombardium Hamburg: 'k-mi' riet mehrfach zur Vorsicht (u. a. 'k-mi'-PC 46/09, 51/11, 50/13), bevor das Kartenhaus des Möchtegern-Luxuspfandhauses ab Ende 2015 in einer Welle von Insolvenzen und Abwicklungen zusammenfiel  ++ German Pellets: In einer ausführlichen Analyse stuften wir die Genussrechtsemission im Herbst 2015 als "sehr risikoreich" ein ('k-mi'-PC 44/15). Unsere Kollegen vom 'finanztip' hinterfragten bereits Ende 2013 kritisch die Haftungsverhältnisse im USA-Geschäft von German Pellets ('fit' 49/13). Im Frühjahr 2016 erfolgte dann die Pleite des Holzpellets-Produzenten  ++ K 1: Der Gründer der sog. K-1-Hedgefonds-Gruppe, Helmut Kiener, wurde 2009 festgenommen. Bereits 11 Jahre früher, im Jahr 1998, warnte 'k-mi' eindringlich vor den ersten Vehikeln von Kiener, z. B. der K 1 Fonds GbR (vgl. 'k-mi'-PC 39/98): "Äußerste Vorsicht ist geboten!"  

++ CIS Garantie-Hebel-Plan: 'k-mi' hatte bereits ab 2001 vor der seinerzeitigen CIS-Hauptvertriebsgesellschaft Carpediem gewarnt ('k-mi' 31/01) und im Jahr 2008 den GarantieHebelPlan 09 als Angebot nur "für sehr risikobereite Anleger" bezeichnet sowie bereits auf den "negativen Hebeleffekt" bei sinkendem Anlagezinsniveau verwiesen (vgl. 'k-mi'-PC 16/08). Im August 2015 erfolgte die Abwicklung der Anlagemodelle durch die BaFin  ++ Business Capital Investors/BCI: Ab ca. 2009 ermittelte die Düsseldorfer StA im Komplex BCI, bei der rd. 4.000 Anleger um rund 100 Mio. € geprellt worden sein sollen. 'k-mi' warnte vor BCI bereits 2007 in der Ausgabe 24/07, als wir angesichts der stillen BCI-Beteiligungen mit Traumrenditen zur "Vorsicht" rieten.

++ Solar Millennium: 'k-mi' verfolgt die Aktivitäten der Solar Millennium-Initiatoren schon seit Ende der 90er Jahre äußerst kritisch, als diese noch von 'Aufwind-Kraftwerken' und anderen Luftschlössern für Anleger träumten (vgl. 'k-mi' 29/99, 16/00). 'k-mi' veröffentlichte ab dem Jahr 2004 mehrere kritische Analysen (z. B. 'k-mi'-PC 47/04), bevor Solar Millennium als Anbieter von Anleihen und Fonds Ende 2011 Insolvenz anmeldet  ++ Prokon: 'k-mi' hat sich über 10 Jahre kritisch mit Windenergie-Finanzierer Prokon auseinandergesetzt. So deckten wir bspw. im Jahr 2005 auf, dass Prokon fälschlicherweise mit einer Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) warb ('k-mi' 12/05). In 2006 veröffentlichten wir eine vernichtende Leistungsbilanz-Analyse der bisherigen Prokon-Windpark- bzw. New Energy Fonds ('k-mi'-Beilage 16/06). 2013 folgte eine ausführliche Warnung vor Prokon-Genussrechten ('k-mi'-PC 43/13). Anfang 2014 musste der Anbieter Insolvenz anmelden. Die Prokon-Pleite wurde zur Geburtsstunde des Kleinanlegerschutzgesetzes und weiterer Verschärfungen in diesem Bereich

++ S&K: Ab 2010 kritisierte 'k-mi' die Vertriebsmethoden von S&K beim Ankauf von Lebensversicherungen mit ratierlichen Auszahlungen ('k-mi' 14, 34/10) und veröffentlichte eine kritische Analyse zum gemeinsamen Fonds mit United Investors ('k-mi'-PC 32/10). Belastbare Belege für die Rentabilität des von S&K betriebenen Immobilienhandelsgeschäfts blieben allerdings in der Folge aus, weshalb wir "Transparenzlücken" erkannten und die S&K-Masche kritisierten, fremde Fondsgesellschaften auszuplündern ('k-mi' 35, 50, 51/12). Im Frühjahr 2013 flog der Anbieter dann durch eine spektakuläre Razzia der StA Frankfurt auf  ++ Wölbern Invest: Das Bank- bzw. Emissionshaus Wölbern gehörte lange Zeit zu den seriösen Fondsanbietern im Markt, deren Fonds wir je nach Konzeption unterschiedlich bewerteten. Nach der Übernahmen durch den Mediziner Prof. Dr. Heinrich Maria Schulte kritisierten wir, dass dieser die Wölbern-Fonds immer mehr als Selbstbedienungsladen ansah ('k-mi' 21, 22/13). Im Herbst 2013 griff die StA Hamburg schließlich bei Wölbern durch ('k-mi' 39/13)  ++ Dima24 und NCI New Capital Invest: Schon ab 2008 warnten wir regelmäßig u. a. vor den Middle-East-Beteiligungen dieser Unternehmensgruppe ('k-mi'-PC 37/08, 28/09), die Jahre später ins Fadenkreuz von StA und Aufsicht geriet.

'k-mi'-Fazit: Durch die Anfrage der Grünen sehen wir unseren Track-Record bestätigt, mit hoher Zielgenauigkeit präventiv vor dubiosen Anbietern zu warnen. Die Antworten der Bundesregierung zu der Skandal-Liste der Grünen sind aber kein Freibrief, die BaFin trotz einiger gravierender Versäumnisse pauschal an den Pranger zu stellen. Das Grundproblem ist nicht zuletzt, dass die BaFin i. d. R. im Stillen ermittelt. 'k-mi' warnt hingegen bereits früh und öffentlich vor Schwachstellen und Fehlentwicklungen bei Produkten und Anbietern. Durch das KAGB und das Kleinanlegerschutzgesetz haben sich die Aufsicht-Effizienz und die Interventionsmöglichkeiten der BaFin jedoch im Bereich der Beteiligungen erhöht, was die Produktqualität insgesamt verbessert hat.

Nichts desto trotz ist es notwendig, die Ressourcen der BaFin im Bereich der Produktaufsicht zu verstärken. Vor diesem Hintergrund erscheint es kontraproduktiv bzw. geradezu absurd, dass in der BaFin 300–400 Stellen in einem ganz anderen Bereich geschaffen werden sollen, nämlich um die Finanzanlagenvermittleraufsicht an sich zu ziehen, die bereits bestens funktioniert. Wir können nur hoffen, dass die Bundesregierung und insbesondere SPD und BMF von ihren fatalen Plänen inzwischen Abstand genommen haben (vgl. 'k-mi' 42/20), die bei der BaFin die notwendigen Ressourcen verschwenden würde, um Produktanbieter nicht zuletzt im wuchernden Crowd- und FinTech-Segment angemessen zu kontrollieren. 

Die Bundestag-Antwort Dr. 19/24528 finden Sie hier als Service für unsere Abonnenten.

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