Er bezeichnet sich selbst „als linker Verteidiger“ (womit er allerdings weniger seine politische Gesinnung als mehr seine Rolle im FC Bundestag beschreibt), `Bank intern` indes hat Fabio De Masi als auf-rechten, hoch engagierten Politiker kennen- und schätzen gelernt, der immer Zuhörer, stets Kämpfer für die richtige Sache und eigentlich kaum Verteidiger irgendeiner Ideologie war. De Masi hat für Die Linken viele Positionen eingenommen, die unsere Leser, Bankleiter und Führungskräfte in Volks- und Raiffeisenbanken 1:1 teilen können. Er hat zuweilen sicherlich auch parteipolitische Positionen, bspw. in Steuerfragen, eingenommen, die eher für Kopfschütteln als für Zustimmung sorgten.
Mit einem sehr persönlichen Statement auf seiner Homepage, in dem er auch interessante Einblicke in seine facettenreiche italienisch-deutsche Familiengeschichte bietet, kündigt De Masi an, bei der kommenden Bundestagswahl im September nicht mehr anzutreten. Anders als bei Katja Kipping bspw. findet sich in seinem Rückblick allerdings keine Schelte gegenüber der eigenen Linie, sondern vielmehr die ehrliche Entschuldigung an politische Wegbegleiter, denen er „im politischen Übereifer“ möglicherweise einmal auf die Füße getreten ist.
Mit Fabio De Masi verliert der Deutsche Bundestag einmal mehr vorzeitig einen aufrechten, in dem Fall halt linken Kämpfer, der gradlinig bis zum Schluss war, sich uneigennützig und loyal eingesetzt hat für die Belange seiner Wähler und letztlich aller Bürger in unserem Lande. Chapeau – und danke, sehr geehrter, lieber Herr De Masi, für vielfältigen gedanklichen, mitunter kontroversen Austausch, den wir mit Ihnen führen durften!
Ihr
Axel J. Prümm
Chefredakteur `Bank intern`
Düsseldorf, 25.2.2021
