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Offener Brief an Bundesfinanzminister Olaf Scholz

Sehr geehrter Herr Scholz,

bitte verstehen Sie diesen Brief nicht als Ausdruck von Mitleid, das man geschenkt bekommt (im Gegensatz zu Neid, den man sich erarbeiten muss).

Das Ergebnis der Mitgliederbefragung hat mich erschüttert. Wie kann eine Volkspartei den amtierenden Bundesfinanzminister, der zugleich auch Vizekanzler ist und zuvor In Hamburg quasi Ministerpräsident war, für unfähig erachten, eine Volkspartei zu führen?

Die ersten Stimmen aus der Wirtschaft machen sich ernsthaft Sorge darüber, dass die momentan spürbar schwächer werdende konjunkturelle Lage durch einen Linkskurs zusätzlich an Fahrt verlieren könnte.

Auch wenn ich aus Banken-Sicht längst nicht alle Ihre Ideen positiv bewerten konnte - das Abschmelzen-Wollen nationaler Einlagensicherungssysteme, um der stockenden Umsetzung der europäischen Bankenunion zum Erfolg zu verhelfen bpsw.  halte ich für hochgradig falsch. Lässt es ein urdeutsches Sicherungssystem, in das die Institute und mittelbar auch deren Kunden über Jahrzehnte viel Geld anvertraut haben, zugunsten maroder Systeme anderer EU-Länder doch förmlich ausbluten. Grundlos, ja verantwortungslos, wie ich meine. Und auch Ihre Haltung zur Commerzbank, an der Sie mit unseren Steuergeldern weiterhin 15,6 % halten, ist ein Affront gegenüber all den Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken,  die mitansehen müssen, wie dieser Wettbewerber dreist Steuergelder nutzen darf, um vor Ort Verdrängungswettbewerb zu betreiben.

Dem steht allerdings Ihre (im Übrigen) solide Finanzpolitik gegenüber. Von daher hoffe ich sehr, dass Sie den Ausgang der Mitgliederbefragung jetzt nicht übereilt zum Anlass nehmen, den Büttel hinzuwerfen. Auch wenn ich persönlich Ihrer Partei nicht angehöre,

sehr geehrter Herr Scholz,

als Bundesfinanzminister vertreten Sie (Ausnahmen s. o.) Ansichten, die ich absolut teile. Deshalb, schütteln Sie sich einmal kräftig und lassen Sie das das samstägliche Votum an sich abtropfen. Es gibt für Sie wichtige Aufgaben in der Bundesregierung! Und Korrekturen (s. o.) halte ich für möglich!

Mit freundlichen Grüßen

Axel J. Prümm

Chefredakteur  von 'Bank intern'

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