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Check24: Vertriebsmaschinerie zieht längst alle Register!

Check24, gerierend als Vergleichsportal mit für Außenstehende unzähligen Tochtergesellschaften, überrennt derzeit förmlich den Versicherungsmarkt. Neidlos muss man dabei anerkennen, dass dem Vertrieb anlässlich der laufenden Fußball-EM ein Husarenritt mit fünf Millionen 'kostenlos' an Frau und Mann gebrachten Check24-Deutschland-Trikots, die gegen persönliche Registrierung auf der Firmen-App zur Verfügung gestellt wurden, gelungen ist. Ein – so muss man es ganz klar sagen – genialer Werbe-Coup in neuen Dimensionen! Während der offizielle DFB-Ausrüster Adidas sein Fan-Trikot laut Recherchen vom SWR für 11,30 € produzieren lässt und für rund 100 € im Handel weiterverkauft, dürften die qualitativ minderwertiger erscheinenden Check24-Leibchen von Puma in der Herstellung günstiger gewesen sein. Damit ist anzunehmen, dass die höchst aggressiv im Markt auftretende Vertriebsplattform für ca. 10 € inkl. der Versandkosten pro an Land gezogener Werbeadresse insgesamt fünf Mio. neue und obendrein noch zufriedene Ansprechpartner für die wohl demnächst folgende digitale wie auch telefonische Nach-Akquise zur Verfügung stehen. Check24-Gründer Henrich Blase macht aus den Absichten erst gar keinen Hehl und bezeichnet die Aktion als ein "langfristiges Investment in die Marke Check24". Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen kritisiert zwar die unzureichende Aufklärung über die mögliche Weiterverwendung der gewonnen Personendaten, aber das wird Check24 jetzt nicht großartig jucken. Die Münchner sind in juristische Streitigkeiten erprobt, und die konzerneigene Portokasse steht für mögliche Verfahren sicherlich sehr weit offen. Während die Werbemaschinerie rund um Check24 mit dem EM-Gesicht Lukas Podolski einen überaus netten und partnerschaftlichen Eindruck vermitteln soll, dringt der dahintersteckende Vertrieb immer weiter in nahezu alle Lebenswelten ein. Es bedarf dafür nur eines Blicks auf die inzwischen abgedeckten Geschäftsfelder, in denen der Anbieter sich breit gemacht hat, bei denen  ++ Kredit  ++ Strom & Gas  ++ DSL & Handy  ++ Reise und  ++ Versicherungen lediglich zu den wichtigsten Geschäftsbereichen gehören dürften, aber längst nicht abschließend sind. Wie stark Check24 Marktanteile gewinnt, dazu blicken wir auf das Segment Versicherungen:

Während teilweise die Meinung noch vorherrscht, dass der Internet-Anbieter lediglich bei den beratungsarmen Produkten punkten kann, so trifft dies längst nicht mehr zu. Nach unseren Markterhebungen ist die Check24-App bei Versicherungen die meist genutzte im Markt. Im beratungsärmeren Geschäft bei Kfz-Policen sehen unsere Marktbeobachter die Münchener mit weitem Abstand an der Vertriebsspitze und selbst im beratungsintensiven PKV-Geschäft inzwischen vorne. Als nächstes soll der Angriff über Call-Verkäufer im Bereich BU erfolgen, das notwendige Team werde derzeit aufgebaut. Im Versicherungsmarkt schätzen unsere Marktexperten Check24 beim Neugeschäft stärker ein als Fonds Finanz und blau direkt zusammenbetrachtet. Die Marktmacht erreicht inzwischen eine Dimension, dass nach uns vorliegenden Informationen der US-Gigant Amazon vergebens mit einem Milliarden-Übernahmeangebot bei den Check24-Gründern Henrich Blase und Eckhard Juls abgeblitzt ist. Hierzu von 'k-mi' befragt, erreichte uns bis Redaktionsschluss keine Antwort des Münchener Unternehmens. Dass Amazon damit seinen eigenen Angriff auf den deutschen Markt abgebrochen hat, scheint allerdings wenig wahrscheinlich. Amazon soll, wie es uns berichtet wird, seit rund einem halben Jahr über die Maklerzulassung für den deutschen Markt verfügen. Die sich stellende Frage aus Sicht des kleinen, unabhängigen Beraters ist damit: Weshalb fördern die Versicherer den Aufstieg von Check24 immer weiter und schneiden damit den eigenen Ast ab, auf dem sie noch sitzen?

Check24 konnte in kurzer Zeit die heutige Größe nur deshalb erreichen, weil Versicherer das Procedere einer rechtlich zweifelhaften Maklervollmacht per Maus-Klick bei der 'Vergleichsplattform' dulden, während alle anderen Vertriebsakteure bei ihren Kunden zeitaufwendig Original-Unterschriften mühsam einsammeln müssen, die nicht selten seitens der Versicherer noch in Zweifel gezogen werden, wenn sie ihre eigene AO tangiert. So ist es für Check24 ein Leichtes, Bestände von Maklern still und vielfach wettbewerbswidrig abzuziehen. Und mal die Hand aufs Herz: Welcher Makler hat die Zeit und die technischen Möglichkeiten für ein eigenes Kontroll- sowie Forderungsmanagement, um alle Kleinstverträge ständig im Auge zu behalten, ob dort noch die ihm zustehenden Courtagen fließen, um so überhaupt auf mögliche rechtswidrige Bestandsübertragungen innerhalb der Zeit aufmerksam zu werden, bevor gar Verjährung der eigenen Ansprüche eintritt? Wie kapitulativ deutsche Versicherer gegenüber Check24 sind, zeigt sich an den ständig rausgeworfenen Sondertarifen, die dem Anbieter zur Verfügung gestellt werden. Da finden sich teils marginale Tarifabweichungen zum Standardtarif, der aber teils 15 % seitens Check24 gegenüber dem Markt günstiger angeboten werden kann. Wenn das schnelle Geschäft des Internetanbieters zu einer höheren Schadensquote beim Versicherer führen sollte, dann sitzen der Makler und dessen Kunden im Zweifel im gleichen Boot bei der nächsten Tariferhöhung, um den Schaden mit auszulöffeln.

Ein ständiges Ärgernis bei Check24 ist weiterhin die mangelnde Transparenz. Bereits im Jahr 2019 bemängelte das Handelsblatt (HB) die Intransparenz bei der Bilanzierung der Gruppe mit verspäteten Veröffentlichungen der Abschlüsse mitsamt der mehreren Dutzend GmbH-Töchter: "Vertrauensbildende Maßnahmen wären somit mindestens genauso nötig wie die schrillen TV-Werbespots", kritisierte seinerzeit 'HB'-Redakteur Christian Schnell in seinem Kommentar, der damit in keiner Weise an Aktualität eingebüßt hat. Auch der Hinweis des Bund der Versicherten e. V. aus 2018, wonach Check24 als Vergleichsportal keinen umfassenden und neutralen Vergleich aller Versicherungsangebote und Tarife liefere, weil dort nicht alle Anbieter berücksichtig würden, ist zwar ein weiter bestehendes Problem, aber seitens des Gesamtmarktes nicht aus der Welt zu schaffen. Stattdessen laufen nun während der EM rund 5 Mio. über derartige Praktiken unwissende Fußballfans auch noch als Werbeträger mit dem Check24-Logo auf ihrem Shirt quer durchs Land. Der Hype um das längst 'ausverkaufte' Trikot nimmt inzwischen groteske Züge an. Bei der Handelsplattform ebay müssen Interessierte für das Trikot teils bis zu 100 € hinblättern, um dieses kurzfristig noch zu erwerben!

'k-mi'-Fazit: Wenn sich Ihre Kunden nun über die Trikot-Aktion die Check24-App heruntergeladen haben, sollte Ihnen bewusst sein, dass diese Ihren Konkurrenten direkt auf dem Handy mit sich tragen und vermutlich zeitnah unmoralische Angebote aus München erhalten. Wir werden die Versicherungswirtschaft dazu befragen, ob und wie man Ihnen als freier Makler und Vertrieb Unterstützungsleistung bietet. Auf die Antworten der Versicherer können Sie sicherlich gespannt sein! Doch wer hat überhaupt noch den Mumm, sich hierzu zu äußern?

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