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BDVM sollte seine Presseinfo und Provisionsdeckel-Forderung offiziell zurückziehen

Deutsche Versicherungsboerse (dvb) überrascht am 12.06. mit dem Bericht „Das Hornberger Schießen um den Provisionsdeckel des BDVM“ (https://www.deutsche-versicherungsboerse.de/vertrieb/Das-Hornberger-Schie%C3%9Fen-um-den-Provisionsdeckel-des-BDVM-mp_870.html). Die brisante Pressemitteilung des BDVM vom 05.06. (vgl. ‚vt‘ 24/24: Obwohl nur 87 (!) Mitglieder dafür sind: BDVM fordert gesetzlichen Provisionsdeckel) wird dort nicht erwähnt und Kritikern des Provisionsdeckel-Vorschlags wird unterstellt, sich so zu äußern, wie man sich „im persönlichen Treffen allenfalls abends an der Bar nach Zugabe von Alkohol“ äußern würde.

In einer auf die BDVM-Fachtagung folgenden Berichterstattung habe sich „das Wort Provisionsdeckel“ verbreitet „und erreichte die Linkedin-Community“. Diese „Diskussion zwischen Befürwortern und Gegnern einer Reduzierung der Abschlussprovision“ sei „geprägt von unterschiedlichen Abhängigkeiten der Geschäftsmodelle in der Versicherungswirtschaft“. Dabei hätten „die Vertreter der auf Abschlussprovisionen basierenden Geschäftsmodelle online zurückgeschlagen“.

Im dvb-Bericht wird der Eindruck erweckt, dass der BDVM gar keinen Provisionsdeckel gefordert habe. Zitiert wird der BDVM nun so: „Anstelle eines gesetzgeberischen Handelns werben wir für Eigeninitiative in der Branche.“ Von der vom BDVM in dessen Pressemitteilung vom 05.06. erhobenen „Forderung“ zur „Einführung eines Provisionsdeckels der Abschlussvergütung“ ist nicht mehr die Rede.

Doch genau diese Forderung haben Versicherungsmakler wie Guido Lehberg und Benedikt Deutsch sowie weitere Branchenteilnehmer wie Dr. Sebastian Grabmaier, Helge Lach und Norbert Porazik kritisiert. In der ersten Variante der BDVM-Pressemitteilung, die dann zurückgezogen wurde, stand sogar noch „Einführung eines gesetzlichen Provisionsdeckels der Abschlussvergütung“. Das Wort ‚gesetzlich‘ wurde rausgenommen. Es blieb aber bei der Forderung eines Provisionsdeckels. Über die BDVM-Forderung eines (gesetzlichen) Provisionsdeckels berichten zahlreiche Medien.

Einen Provisionsdeckel zu fordern, ist etwas ganz anderes, als für eine Eigeninitiative in der Branche zu werben. Wobei sich die Frage stellt, was diese Eigeninitiative beinhalten soll. Soll das eine freiwillige Selbstverpflichtung (der Versicherer?) sein?

Zu Gesprächen über eine Brancheninitiative, „den Berufsstand der Makler und deren Reputation zu schützen“, wie es der BDVM zu Recht als seine Aufgabe ansieht, dürften die entsprechenden Vermittlerverbände ansprechbereit sein. Diskussionen über Inhalte wären dann aber wohl besser mit den Verbänden zu führen und nicht per Pressemitteilungen in der Öffentlichkeit.

Die Präferenz des BDVM zu einer „Verlagerung der Courtagen von Abschluss- hin zu Betreuungscourtagen“ ist gut. Das aber finden Versicherungsmakler/Versicherungsvermittler bereits heute am Markt. Diverse Versicherer bieten flexible Vergütungsmodelle an. So können Vermittler vertragsbezogen nicht nur die höhere AP wählen, sondern bspw. auch halbe AP – doppelte BP, nur BP oder Netto usw.

‚vt‘-Fazit: ++ Wenn der BDVM nun entweder erkannt hat, dass die Provisionsdeckel-Forderung ein großer Fehler war oder dass eine unprofessionelle, weil mit Falschformulierungen behaftete Pressemitteilung versandt wurde, dann sollte der BDVM die Größe haben, seine Presseinfo zurückzuziehen 

++ Flächendeckende extreme Missstände sind nicht bekannt. Das spricht nicht für die Notwendigkeit eines ordnungspolitisch bedenklichen Eingriffs und lässt eher darauf schließen, dass es besser wäre, wenn die BaFin bei einzelnen Versicherern mit exzessiven Provisionen im Rahmen der Missstands­aufsicht nach § 48a VAG und Artikel 8 der Delegierten VO zu Wohlverhaltensregeln (noch genauer hinschaut und intensiver) eingreift 

++ Blitzumfrage Provisionsdeckel: Gelten die wichtigen Sachargumente gegen den vor fünf Jahren geplanten schwerwiegenden ordnungspolitischen Eingriff nicht mehr? Nutzen Sie direkt unsere Blitzumfrage unter https://de.surveymonkey.com/r/F3PDNYZ, teilen Sie uns Ihre Sichtweise mit!

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