Es ist keine Überraschung, dass auch das 16. AfW-Vermittlerbarometer (vgl. ‚vt‘ 45/23) als Ergebnis der berühmten Sonntagsfrage zur Wahl zu Tage fördert, dass Versicherungs- und Finanzanlagenvermittler eine christlich-liberale Regierung wählen würden. Dennoch lohnt ein Blick ins Detail, denn es gibt durchaus Verschiebungen.
Die Union fährt 33 % ein, dies bedeutet für CDU/CSU ein Minus von 2 %-Punkten im Vergleich zum Vorjahresbarometer. Dahinter rangiert die FDP mit 25 %, was zugleich einen deutlichen Verlust von 7 %-Punkten darstellt. Auf Platz 3 folgt die AfD mit 21 % und einem Zuwachs von 10 %-Punkten. Während Bündnis90/Die Grünen es mit 9 % (–1 %-Punkt) noch in den Bundestag schaffen würde, scheitern SPD (–2 %-Punkte) und Die LINKE mit jeweils 2 % deutlich an der 5-Prozent-Hürde.
Die Online-Umfrage des vom Bundesverband Finanzdienstleistung AfW e.V. initiierten Vermittlerbarometers wurde im Oktober und November 2023 durchgeführt. Nach AfW-Angaben nahmen 1.077 Vermittler teil, wovon rund 80 % eine Erlaubnis als Versicherungsmakler angaben. Der Sprung um 10 %-Punkte bei der AfD lässt u. E. nicht auf eine Masse von 21 % rechts-nationaler Versicherungsmakler schließen.
Vielmehr erleben wir viele Versicherungsmakler als liberal und wertkonservativ. Wer glaubwürdig eine solche Politik auf gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene anbietet, gewinnt enttäuschte Wähler zurück. Auf die Branche bezogen sind das weniger die ideologiegetriebenen Rufe vermeintlicher Verbraucherschützer nach Provisionsdeckel oder gar Provisionsverbot. Vielmehr: Bei dem bisweilen zum Geschwafel verkommenden Gerede über einen Bürokratieabbau muss endlich ernst gemacht werden.
Das Brüsseler Arbeitsplätze erhaltende ständige Ersinnen neuer Regulierungen muss endlich abgeschafft werden. Die nicht nur Bauern und Versicherungsmakler, sondern nahezu alle Branchen hemmenden Gesetze, Richtlinien und Verordnungen müssen entschlackt und neue verhindert werden, auf europäischer und nationaler Ebene. Dieser Blick auf die Branche(n) beinhaltet nicht die kritischen gesellschaftlichen Probleme, er beinhaltet aber einen nicht geringenTeil der Enttäuschung und des Frustes.
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