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DKM: Nicht höher, nicht schneller, nicht weiter – der Weg zum neuen Format?

Nach der rein digitalen ‚DKM 2020 digital.persönlich‘ im Vorjahr (vgl. ‚vt‘ 45/20) gab es bei der diesjährigen DKM (27.–28.10.2021) viel Vertrautes, aber auch viel Geändertes. Der Ausrichter bbg Betriebsberatungs GmbH sorgte in gewohnter Manier u. a. für (insgesamt 14) Kongresse und Diskussionsrunden in der Speaker’s Corner. Als große Präsenzmesse war die DKM als Leitmesse der Versicherungswirtschaft zuletzt 2019 mit 358 Ausstellern und über 17.500 Teilnehmern über die Bühne gegangen (vgl. ‚vt‘ 44/19). Das war 2021 deutlich weniger.

Für die vielen Versicherungsmakler, die auf eine Reise nach Dortmund verzichteten, fassen wir nachfolgend Fakten, Eindrücke und einige aus zahlreichen Gesprächen mit Vorständen der Versicherungswirtschaft notierten Meinungen zusammen: Die Corona-Hygienevorschriften ließen nach dem Eintritt erfreulicherweise eine maskenfreien Teilnahme zu, sorgten aber auch für eine Teilnehmerbeschränkung (Limitierung der Besucherzahl auf rund 3.500 Personen pro Veranstaltungstag). Neben den  Präsenzständen in den Westfalenhallen Dortmund fand die Messe auch digital statt, der Ausrichter konzipierte den Namen ‚DKM Forum hybrid 2021‘.

Die Aussteller-Stände vor Ort waren von einheitlicher Größe – keine riesigen Stände, keine doppelstöckigen Messeaufbauten, keine laute Beschallung von irgendwelchen Gewinnveranstaltungen, keine zu kurz geratenen Röcke. Geändert hatte bbg auch die DKM-Anmeldung. Das Ticket war kostenfrei, wer aber nicht rechtzeitig absagte, musste eine ‚No-Show‘-Gebühr von 45 € akzeptieren – eine der Besucherbegrenzung geschuldete Maßnahme, um das Kontingent belastende Anmelder, die dann aber nicht kommen, zu vermeiden.

Am Ende waren es dann aber lediglich 2.400 Vermittler, die den Weg nach Dortmund gefunden hatten, weitere 2.300 Vermittler verfolgten die Veranstaltung digital, so der DKM-Veranstalter. Mit dem Standpersonal vor Ort (1.150) und dem Standpersonal digital (350) ergibt sich eine Summe von 6.200 Personen. So waren nicht nur die Stände wesentlich kleiner, auch die Teilnehmerschar war mächtig eingedampft.

Ob das Coronanachwehen sind, der No-Show-Gebühr (mit)geschuldet ist, das digitale Angebot viele Vermittler von der Reise abhielt oder die im Vorfeld transportierte diesjährige Abkehr vom bunten und lautstarken Messetreiben mit viel Unterhaltungsprogramm zu wenig Attraktivität für so manchen Vermittler ausstrahlte, dürfte nun bbg-GF Konrad Schmidt und sein Team beschäftigen, die für ihren Mut, die DKM wieder als Präsenzmesse hochzufahren, viel Lob erhielten.

Welche Erfahrungen haben die Vorstände der Aussteller (die aufgrund des Mittwochs parallel zum Messebetrieb in einer separaten Halle stattfindenden Entscheidertreffens am Haupttag nur selten an den Ständen zu sehen waren) gemacht? Hier einige Sichtweisen:

++ Dietmar Bläsing, Sprecher der Vorstände der VOLKSWOHL BUND Versicherungen: „Nach dem einen Jahr Pause habe ich es als eine Wohltat empfunden, endlich wieder DKM-Gespräche von Angesicht zu Angesicht führen zu können – sowohl mit den Maklern als auch im Rahmen der Entscheidertreffen. Für die Zukunft könnte ich mir schon vorstellen, dass die Treffen im kommenden Jahr etwas entzerrt werden, damit wir alle die Gelegenheit haben, vermehrt für unsere Vertriebspartner am Stand und trotzdem für Strategiegespräche zur Verfügung zu stehen. Insgesamt dürfen wir nicht vergessen, dass die DKM 2021 noch immer unter den massiven Einflüssen der Corona-Pandemie stattgefunden hat. Ich bin sicher, dass die bbg als erfahrene Veranstalterin auch in Zukunft das bestmögliche Format für die DKM entwickeln und umsetzen wird.“

++ Sascha Bassir, Vorstand Basler Vertriebsservice AG: „Wir konnten viele qualitativ gute Gespräche führen. Über die positiven Feedbacks zu unseren aktuellen Vorsorgekonzepten wie z. B. zu der Basler Fondspolice mit Nachhaltigkeitsanlagen und zu unseren Biometrielösungen haben wir uns sehr gefreut. Ebenso über die positive Resonanz zu unseren Beiträgen in den Fachkongressen.“ 

++ Rolf Schünemann, Vorstandsvorsitzender BCA AG: „Quasi als Stammgäste der Veranstaltung waren wir auch dieses Jahr Teilnehmer und Aussteller der Leitmesse in Dortmund. Als überzeugte Fürsprecher des hybriden Beratungsmodells und des digital aufgestellten Maklerunternehmens hat uns das Konzept eines DKM Forum hybrid im Vorfeld grundsätzlich überzeugt. So sind wir sehr gespannt auf die Resonanz unserer Maklerpartner in Bezug auf das noch laufende digitale DKM365-Format.

Mit Blick auf die Präsenzveranstaltung in Dortmund haben die coronabedingten strengen Auflagen für eine geringere Teilnehmerzahl gesorgt. Mutmaßlich kam hinzu, dass einzelne Teilnehmer sich kurzfristig aus unterschiedlichsten Gründen gegen den Messebesuch entschieden haben. Daneben wurde parallel zur DKM zum sog. Entscheidertreffen eingeladen. Dieses zusätzliche Format war für Vorstände und Geschäftsführer eine sehr gute Austauschmöglichkeit.

Auf der anderen Seite fehlte die Zeit, um am hauseigenen Stand für etwaige Gespräche mit Vermittlern und Journalisten zu sein – was ich persönlich sehr schade fand. Kurzum: der Restart hat funktioniert und die notwendigen Anpassungen werden sicher in den kommenden Jahren folgen. So blicken wir jedoch zuversichtlich in Zukunft und sind überzeugt, dass die Teilnehmerzahl nächstes Jahr wieder steigen wird. So sind Gespräche in entspannter, lockerer Atmosphäre angenehm – aber richtig Spaß macht es doch erst, wenn die Hallen wieder voll sind.“ 

++ Sascha Beck Vertrieb/Maklerunterstützung Concordia Versicherungen: „Wir haben das Format des DKM Forum 2021 genutzt und die neue Produktmarke für den Maklermarkt ‚Proneo Hausrat‘ mit einem eigenen Messestand platziert. Hierbei hat uns die einheitliche und moderne Aufmachung und die damit verbundene Chancengleichheit sehr gut gefallen. Insgesamt hätten wir uns mehr Maklerbesucher gewünscht – analog und digital.“ 

++ Marcus Stephan, Vertriebsvorstand InterRisk Versicherungen: „Ich denke, dass das diesjährige DKM-Konzept der bbg unter Berücksichtigung der allgemeinen Umstände sehr gelungen war. Auch wenn ich die digitale Kommunikation auf keinen Fall mehr missen möchte, so war der persönliche Austausch mit unseren Vermittlern und Kollegen so wertvoll und hat gezeigt, wo die Grenzen der digitalen Kommunikation liegen. Wir können aus der diesjährigen DKM eine sehr positive Bilanz ziehen, standen in diesem Jahr die fachlichen Inhalte absolut im Fokus der Gespräche. Obwohl unser Stand sehr gut frequentiert war hoffe ich für die Zukunft, dass das Konzept und der persönliche Austausch insgesamt wieder stärker angenommen wird.“  

++ Daniel Regensburger, Geschäftsführer Pangaea Life: „Die Einfachheit & Einheitlichkeit der Messeauftritte war erfrischend anders. Diese Unaufdringlichkeit und Zurückhaltung stehen der Branche ebenso gut zu Gesicht wie die dadurch gewonnene Fokussierung aufs Wesentliche einer Fachmesse: Angenehme und produktive Gespräche von Profi zu Profi.“  

++  Markus Drews, Managing Director Canada Life Europe: „Endlich wieder DKM! Die bbg hat ihr Bestes gegeben und unter den Corona geschuldeten Umständen eine Top-Veranstaltung auf die Beine gestellt! Es war schon eine ‚Vieles-ist-anders-DKM‘: uns hat das sehr bodenständige Set-Up der Messestände sehr gut gefallen. Die hybriden Veranstaltungen kamen auch gut an. Allerdings hätte diese Messe deutlich mehr Fach-Publikum vor Ort verdient.“

‚vt‘-Fazit: Die Luft war gut, die Geräuschkulisse angenehm und die Stimme war am Abend nicht heiser – bloß, es hätten deutlich mehr Vermittler an den Ständen sein dürfen. Da haben Konrad Schmidt und seine Crew eine Herkulesaufgabe vor sich, die sie aber, da sind wir sicher, zeitnah angehen werden. Denn mit dem 25.–27.10.2022 in der Messe Dortmund steht der Termin der ‚DKM 2022‘ schon fest. Übrigens: Digital geht es auf der Eventplattform ‚DKM365‘ weiter, und zwar ab dem 11.11. immer donnerstags mit den ‚DKM Streaming-Days‘.

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