++ „Wenn die Nacht am dunkelsten ist, ist die Dämmerung am nächsten… Im Dezember 2022 ist die allgemeine wirtschaftliche Lage in Deutschland besser als die Stimmung in der Bevölkerung. Reale Zukunftsängste beherrschen die öffentliche Meinung. Gründe dafür gibt es genug: Eine Inflationsrate über 10% haben die Deutschen seit den 50er Jahren nicht mehr erlebt, die Preise für Gas, Strom und Kraftstoffe scheinen nur eine Richtung zu kennen, nämlich nach oben. Im Osten Europas tobt ein Krieg Russlands gegen die Ukraine, den sich vor einem Jahr wohl niemand hätte vorstellen können. Die Kreditzinsen steigen weiter und damit auch die Kosten für Immobilien und Mieten. Und was für unsere Kunden, die Versicherungsmakler droht, ist die Einführung eines Provisionsverbots durch die Hintertür aus ,Brüssel'. Ausländische Investoren ,krallen' sich erfolgreichen Pool im Süden und Makler-Dienstleister im Norden.
++ Laut einer aktuellen Umfrage gaben 74,3% der Befragen an, dass auf Grund der Inflation der Abschluss einer Lebensversicherung unwahrscheinlicher geworden ist. Und eine Bratwurst auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt kostet 5 Euro. Ich könnte die Aufzählung endlos erweitern. Doch der Tenor würde immer gleich bleiben: Deutschland steht kurz vor einer Art Apokalypse, seine traditionelle Rolle als Wirtschaftslokomotive scheint vorbei: Dunkler geht's nimmer. Aber wir sollten uns nicht von unseren Ängsten leiten lassen. Obwohl sie aktuell real und nicht eingebildet sind, da eine Krise auf uns wartet, auf die wir (noch) nicht vorbereitet sind. Denn es gibt auch ermutigende Signale, dass alles in den nächsten Monaten und Jahren wieder besser werden kann. Die Bundesregierung versucht mit Milliarden Euro (u. a. Gas- und Strompreisbremse), dass Familien und Unternehmen diesen Winter einigermaßen erfolgreich überstehen. An den Zapfsäulen sinken gerade die Spritpreise.
Die Inflationsrate ist im November erstmals wieder leicht gesunken und scheint ihren Höhepunkt überschritten zu haben. Das gilt wohl auch für die weitere Entwicklung der Kreditzinsen. Auch der Krieg in der Ukraine wird irgendwann vorbei sein. Und der Koalitionspartner FDP mit Finanzminister Lindner an der Spitze wird sich im nächsten Jahr, wenn der Verordnungsentwurf zum Provisionsverbot im Europäischen Rat einstimmig angenommen werden muss, strikt dagegen wenden, hoffe ich… Die o. a. Verbraucherumfrage (Simon-Kucher und Partners) hat aber auch ergeben, dass 55,4% der potentiellen Neukunden für Sachversicherungen bereit sind, einen höheren Beitrag zu zahlen – und zwar bei gleichen Leistungen. Da lacht natürlich mein Herz als Vorstand eines auf Komposit spezialisierten Unternehmens. Unser ehemaliger Slogan ,Nur in Sach ist Leben' hat sich somit wieder einmal bewahrheitet.
++ Rückblickend hat die degenia Versicherungsdienst AG mitten in der globalen Banken- und Finanzkrise im Jahr 2008 mit dem An- und Umbau unserer Immobilie in Bad Kreuznach begonnen. Viele Beobachter schüttelten damals verwundert den Kopf – aber alles ist gut gegangen. Ich bin fest davon überzeugt, dass es auch diesmal wieder gut geht: Jede Rezession endete mit einer konjunkturellen Erholung – sowohl an der Börse als auch für die Versicherungsbranche. ,Et hätt noch immer jot jejange', wie der ,Kölsche' zu sagen