vt – Aktuelle Themen

Jahresausblick 2023 von Norman Wirth, Geschäftsf. Vorstand AfW Bundesverband Finanzdienstleistung e.V.

„Corona ohne Umsatzeinbruch, kein Provisionsdeckel von der BaFin, DKM mit Erfolg zurück. Alles super! Aber: Neben Krieg, Rezession und Inflation erlebten wir 2022 einen – den unfassbar verkomplexten Vorgaben geschuldeten – verkorksten Start beim Thema Nachhaltigkeit in der Versicherungs- und Finanzanlagenvermittlung und hören erneut Provisionsverbotsgefasel aus Brüssel. Die Unabhängigkeit der Finanzberaterinnen und Finanzberater, und damit auch ihrer Kundinnen und Kunden, ist nicht – wie manche meinen – durch Konsolidierung am Markt und branchenfremde Investoren bedroht, sondern durch überbordende Regulatorik und brancheninterne Zwistigkeiten, übersteigerte Partikularinteressen und krude Ideen zu Änderungen bei der Vergütung, die gerade jungem, freiem Unternehmertum entgegenstehen.

Der AfW wird dem weiter vehement entgegentreten und die Interessen der Versicherungsmaklerinnen und Versicherungsmakler und der unabhängigen Finanzanlageberaterinnen und Finanzanlageberater mit Nachdruck in Politik und Branche vertreten  ++ Gerade auch, um die jungen, digital affinen Vermittlerinnen und Vermittler zu erreichen, ihnen eine Plattform zum Austausch zu bieten und ihnen zu zeigen, dass wir mit- statt gegeneinander können, haben wir die Initiative ,#DIE34ER' ins Leben gerufen. Tolle, engagierte Finfluencer, wie Franziska Zepf, Patrick Hamacher und Basti Kunkel unterstützen uns dabei. Diese erfolgreiche Initiative werden wir auf jeden Fall auch in 2023 fortsetzen.

++ Wo stehen wir politisch bei unseren Branchenthemen: Soweit es die 1. Säule betrifft, ist mit der koalitionsvertraglich vereinbarten dreifachen Haltelinie – Rentenniveau 48 %, Beitragssatz nicht über 20 %, Renteneintrittsalter 67 – kein Fortschritt in Sicht, der unser kommendes Boomerproblem löst. Der insbesondere aktienbasierte Staatsfonds zur Stützung der ersten Säule soll zwar 2023 mit einem ersten Betrag von 10 Mrd. € schuldenfinanziert kommen, wird aber erst sehr langfristig Wirkung zeigen. Ob ein öffentlich verantworteter Fonds mit Opt-Out-Möglichkeit in Ergänzung der 3. Säule kommt, ist noch sehr vage. Klar ist: Wir halten Staatsfonds grundsätzlich für äußerst problematisch. Stichwort ,moral hazard'. Riester muss endlich aus der Schmuddelecke und reformiert werden!"

Teilen Sie diese Neuigkeit in Ihrem Netzwerk