vt – Aktuelle Themen

Jahresausblick von Erwin Hausen, Koordinator Bundesarbeitsgemeinschaft zur Förderung der Versicherungsmakler

++ „Dem von Politikerinnen und Politikern angekündigten Bürokratieabbau auf europäischer und nationaler Ebene müssen endlich Taten folgen. Dabei bedarf es keiner großen Aktivität. Zurückhaltung bei dem Ersinnen neuer Vorschriften würde genügen. Stattdessen folgt eine verschärfende Regulierung, bevor die Auswirkungen der vorherigen ausreichend feststehen. Wohin die Ideologie getriebene und praxisferne Regulierung führt, zeigt sich aber immer häufiger 

++ So fiel im November 2023 die Kritik von BaFin-Chef Mark Branson an der EU-Taxonomie überaus deutlich aus: ‚Es gibt viel gut gemeinte Regulierung, die das Ziel verfehlt und uns teilweise in eine Sackgasse gebracht hat.‘ Bereits im Mai 2022 hatte die BFV im Rahmen der EIOPA-Konsultation zur Nachhaltigkeitspräferenz-Abfrage eine ‚Disparität im ESG-Gesamtszenario‘ angemahnt. Und es wurde ein praxisgerechter Abfrageprozess gefordert, weil das geplante Prozedere ein ‚theoretisches Schema und an mehreren Stellen praxisfremd‘ sei. Das Ergebnis ist bekannt, ein EU-Scheitern mit Ansage

++ ‚Value for money‘ ist ein großes Thema. EIOPA befasst sich u. a. mit der Bewertung des Preis-Leistungs-Verhältnisses von fondsgebundenen Versicherungsprodukten. Und die BaFin konstatiert: ‚Lebensversicherer sind verpflichtet, auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ihrer Produkte zu achten …‘ Im Interesse der Verbraucher ist dem beizupflichten. Nichts anderes hat aber auch für die Regulatorik zu gelten. Denn die Erfüllung zusätzlicher Anforderungen ist nicht zum Nulltarif zu haben. Jede neue Vorgabe führt zu Arbeitsaufwand und zur Einstellung neuer Mitarbeiter. Doch die mit neuer Regulatorik einhergehenden Kosten müssen erwirtschaftet werden. Sie führen letztlich zu vom Verbraucher zu tragenden höheren Preisen. Deshalb muss das ‚Value for additional regulation‘ hinterfragt werden 

++ Insbesondere muss auch der ‚Wert der Beratung‘ vertieft werden. Denn eine qualifizierte Beratung und Vermittlung liefert Verbrauchern einen Mehrwert und muss angemessen vergütet werden. Themen, denen wir uns – neben den weiteren Gesetzesvorhaben, wie einem drohenden Provisionsverbot für Versicherungsmakler durch die RIS – im Jahr 2024 intensiv widmen werden."

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