++ „Die Vermittlerbranche wird sich in den kommenden Jahren stark wandeln: Maßgeblich dafür sind die Megatrends der Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz (KI), der Demografie und des damit verbundenen Problems der Rekrutierung eines Vermittlernachwuchses sowie neue Regulierungen im Kontext von Nachhaltigkeits- und Verbraucherschutzpostulaten. Unsere Branche wird selbstverständlich auch durch die Politik der neugewählten Bundesregierung betroffen sein. Wie, ist aber zum Jahresende 2024 noch nicht abzusehen
++ Wir sind für Maßhalten und befürworten ein Regulierungsmoratorium. Jegliche Pläne, die Berufsausübung der Versicherungsvermittler im Rahmen der EU-Kleinanlegerstrategie oder nationaler Sonderwege wie bspw. Provisionsdeckeln oder -richtwerten einzuschränken, lehnen wir strikt ab. Die Politik sollte innehalten und die umfangreichen Regulierungswerke der letzten Jahre erst einmal evaluieren und schauen, ob es überhaupt weiterer Regulierung bedarf. Wir appellieren auch an die Aufsichtsbehörden, ihre Kontrollfunktion mit Augenmaß anzuwenden
++ KI-Anwendungen und Digitalisierung werden Vertragsabschlüsse, Kundenkommunikation sowie die Schadenregulierung vereinfachen und damit den Vertrieb effektiver und agiler gestalten. Dies wird jedoch erst allmählich in den kommenden Jahren wirken. Wir sind zuversichtlich, dass die Unternehmen neue Produkte auf den Markt bringen, die dem veränderten Markt- und Zinsumfeld entsprechen. Dass die Produktgeber die Überschussbeteiligung von Lebensversicherungen erhöhen, geht in die richtige Richtung
++ Es ist besorgniserregend, dass sich die Ampelkoalition in den drei Jahren ihres Bestehens zu keiner tragfähigen und zukunftsorientierten Reform der privaten Altersvorsorge durchringen konnte. Wir fordern von der neugewählten Bundesregierung, dass sie dieses Projekt prioritär behandelt, weil die nahende millionenfache Verrentung der Babyboomer Wirtschaft, Gesellschaft und nicht zuletzt das Umlageverfahren an die Belastungsgrenze bringen wird. Für diese Reform legte der BVK bereits vor Jahren ein Positionspapier vor, das Vorschläge zur Vereinfachung, Ausweitung und Entbürokratisierung der bewährten Riester-Rente enthält."