„Das Jahr 2024 verspricht, insbesondere in politischer Hinsicht, ein aufregendes Jahr für die Vermittlerschaft zu werden. Die Umsetzung der vielversprechenden Vorschläge der Fokusgruppe Altersvorsorge steht im Mittelpunkt des Interesses, wobei die ersehnte Riester-Reform ein besonders entscheidendes Element darstellt. Es bleibt zu wünschen, dass die guten Ideen nicht politischen Kompromissen und dem internen Koalitionsstreit zum Opfer fallen.
Im Gegensatz dazu stehen die bedenklichen Vorschläge aus Brüssel. Die EU-Kleinanlegerstategie, welche unter anderem ein mögliches Provisionsverbot für Makler beinhaltet, ist komplett überflüssig. Auch schon allein die Idee, dass unter dem Aspekt „Value for Money“ für jedes Produkt noch ein Vergleichsprodukt dem Kunden im Beratungsgespräch vorgelegt werden soll, ist ein gigantischer Aufwand, der zudem auch noch das Basisinformationsblatt betreffen würde.
Der AfW wird sich auch im Jahr 2024 entschieden gegen solche Maßnahmen einsetzen, die europarechtlich fragwürdig und wettbewerbsschädigend sind, und somit seiner Rolle als maßgeblicher Maklerverband gerecht werden. Wir haben die Hoffnung, dass das gesamte Vorhaben wieder in der Schublade verschwindet. Kompromisse zwischen den Lagern sind aktuell schwer denkbar.
Mit guten Partnern – wie der vom versicherungstip koordinierten Bundesarbeitsgemeinschaft zur Förderung der Versicherungsmakler BFV – in Deutschland und auf europäischer Ebene werden wir hier weiter intensiv für die Unabhängige Vermittlerschaft und die Kunden kämpfen. Weitere wichtige Themen für uns sind der Einsatz von KI zur Unterstützung der Vermittlerschaft, die Förderung der Finanzbildung und die positive Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsthemas trotz regulatorischer Herausforderungen bei der Präferenzabfrage und Taxonomie. Außerdem setzen wir uns für die Verbesserung der Beratungsprozesse ein, etwa durch Mitwirkung im DIN-Normungsverfahren und im Arbeitskreis Beratungsprozesse. Unser Grundsatz lautet mehr denn je: Zusammenarbeit innerhalb der Branche zum Wohl der Branche und ihrer Kunden."