Halime Koppius, Vorstand degenia Versicherungsdienst AG: ++ „Elementar: In den vergangenen Jahren nach Jahrhundertkatastrophen, die in immer kürzeren Abständen ganze Landstriche verwüsten, kam regelmäßig aus den Reihen der Politik, der Versicherungswirtschaft und der Medien der Ruf nach einer Pflichtversicherung zwecks Einschluss der Elementarschäden in die Wohngebäudeversicherung.
Bedauerlicherweise war es bislang auch immer so, dass insbesondere die Politik spätestens nach einem Jahr, als die gröbsten Schäden behoben waren, dieses Thema wieder ad acta gelegt hat, weil z.B. verfassungsrechtliche Bedenken bestanden. Nach der letzten Flutkatastrophe im Juli 2021, die in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen bis zu 200.000 Gebäude und ca. 50.000 Fahrzeuge beschädigt hat, steht die Einführung einer Pflichtversicherung für die Absicherung von Elementarschäden ganz oben auf der Tagesordnung.
Und wieder sind die Justizminister der Bundesländer Anfang November zusammengekommen, um über dieses Thema erneut zu diskutieren. Mittlerweile hat auch unsere Branche wieder reagiert und eigene Vorschläge in die Diskussion eingebacht: Zukünftig sollten Wohngebäude-Policen nur noch zusammen mit Elementareinschlüssen vertrieben und bereits bestehende Verträge um diesen Schutz ergänzt werden.
Ganz wichtig dabei: Nur durch ein Opt-Out-Verfahren, also wenn Hausbesitzer aktiv widersprechen, sollte die Elementardeckung abgewählt werden können. Für uns als degenia und somit Anbieter von VWG-Deckungskonzepten wäre dies eine wünschenswerte Lösung eines klimabedingt immer größer werdenden Problems. Und verantwortliche Politiker sollten sich nicht hinter unserem Grundgesetz verstecken: Mit einer 2/3-Mehrheit lassen sich auch einfache Gesetze verändern bzw. verbessern.
++ Provisionsdeckel: Nach der Veröffentlichung des Ampel-Koalitionsvertrages sind bestimmt einige Wünsche von vielen Versicherungsmaklern in Erfüllung gegangen: Die Ampel hat weder ein generelles Provisionsverbot beschlossen noch ist eine BaFin-Aufsicht für Finanzanlagenvermittler geplant. Auch von einer Deckelung der Provisionen für Vorsorge-Produkte ist nun nicht mehr die Rede.
Für viele Kollegen wäre die Deckelung von Provisionszahlungen ein eklatanter Griff in ihre Taschen gewesen. Und einige hätten diese Einkommensreduktion wohl zum Anlass genommen, der Branche den Rücken zu kehren. Wichtige Voraussetzungen für ein erfolgreiches Arbeiten auch in 2022 wurden demnach von der Ampel schriftlich festgelegt – wir bleiben gespannt, wie die Umsetzung in der Praxis aussehen wird.“