vt – Aktuelle Themen

Missmanagement bei der Nürnberger Pensionsfonds AG (Teil 1)

Wer, wie die Nürnberger Versicherungsgruppe, unter Führung ihres Vorstandsvorsitzenden Dr. Armin Zitzmann verspricht, zu den Besten im Markt gehören zu wollen, muss sich an seinen Worten auch messen lassen. Die Franken zählen sich zu den Qualitätsversicherern und streben gar „die Qualitätsführerschaft über die gesamte Wertschöpfungskette an“. Alles heiße Luft? Der Frage gehen aktuell die Kollegen unserer Schwesterredaktion ‚kapital-markt intern’ nach und kommen bei der Nürnberger Pensionsfonds AG zu einem höchst bedenklichen Ergebnis. Dass die Qualitätsführerschaft mehr Wunschdenken denn Realität darstellt, ergab bereits die von ‚k-mi’ durchgeführte Blitzumfrage unter Vermittlern, was „aus dem (ehemals) wichtigen Maklerversicherer“ wird (vgl. ‚vt’ 18/16). So haben erst kürzlich die Teilnehmer dem Management dieses Versicherers die Schulnote ‚Mangelhaft’ attestiert (vgl. Spezial zu ‚vt’ 24, 25 und 26). Blicken wir zwecks Aufklärung in die zuletzt veröffentlichte Bilanz der Nürnberger Pensionsfonds AG für das Geschäftsjahr 2014. Dort heißt es: „Unsere Kernkompetenzen sind das private und das mittelständisch geprägte gewerbliche Versicherungsgeschäft sowie das Geschäft mit berufsständischen Versorgungseinrichtungen. Für diese Zielgruppen haben wir eine umfassende und bedarfsgerechte Produktpalette entwickelt.“ Zum Anspruch des Versicherers gehört es, „maßgeschneiderte, individuelle Lösungen anzubieten“ mit „einer exzellenten, ganzheitlichen Beratung und Betreuung unserer Kunden“ als „das wichtigste Verkaufskriterium für unsere Produkte“. Und frei nach dem Motto ‚Eigenlob stinkt nicht’: „Die besondere Beratungskompetenz der Nürnberger ist ein maßgebliches Unterscheidungsmerkmal im Wettbewerb.“ Das dicke Aufschneiden ist gelungen, doch mit welcher Kompetenz arbeitet dieser Anbieter tatsächlich? In einer Kundeninformation des Nürnberger Pensionsfonds von September 2015 heißt es zum ‚Spezialfonds: Strategie Wachstum’: „Die Nürnberger Pensionsfonds AG greift bei der Strategie Wachstum auf weltweit investierende Fonds zurück.“ Hört sich unzweifelhaft nach einer breiten Streuung an. Weiter entnehmen wir: „Hierbei investiert die Nürnberger Pensionsfonds AG in eine Vielzahl weltweiter Unternehmen, um einerseits die Möglichkeiten in Wachstumsmärkte zu nutzen, gleichzeitig aber die Risiken so weit wie möglich zu streuen.“ Wenn sich ein Investor bei derartigen Angaben nicht wohl fühlt, wann eigentlich dann? Sofern  denn auch alles so aktiv und mit der versprochenen Fachkompetenz gemanagt wird, wie dieser Versicherer mit seiner   Gesamtdarstellung bewusst den Anschein zu erwecken versucht. Im Mai 2016 erhielten die Pensionsfondssparer ihre jährliche Standmitteilung für die Pensionsfondszusage. Was man dieser Mitteilung im Gegensatz zu den vorvertraglichen Kundeninformationen entnehmen kann, nämlich in welche – wenigen – Fonds die Nürnberger die Pensionsgelder anlegt und wie diese sich entwickelt haben, hat ‚k-mi’ analysiert. Über bedenkliche Qualität und hohes Risiko informieren wir Sie in der ‚vt’-Ausgabe der kommenden Woche.

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