++ „Im nächsten Jahr wird durch die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie noch vieles unsicher sein. Auch die anstehende Bundestagswahl wird wahrscheinlich die politische Konstellation in Deutschland verändern. Für die Versicherungsvermittler wird entscheidend sein, wie sich das Vertriebsgeschäft im Nachlauf mit dem Wirtschaftseinbruch vieler Branchen durch die Pandemie entwickelt und ob die Vermittler dadurch mit vielen Vertragsstorni zu kämpfen haben werden, was unsere beiden Corona-Vermittlerumfragen vom letzten Jahr befürchten lassen.
So erwarten wir Belastungen und haben deshalb vorsorglich Kontakte zum Bundeswirtschaftsministerium geknüpft und die Bundeskanzlerin angeschrieben, damit der Berufsstand der Versicherungskaufleute nicht vergessen wird. Doch unabhängig von den Corona-bedingten Herausforderungen des nächsten Jahres wird der Megatrend der Digitalisierung die Vermittlerbranche stark beeinflussen. Dies wird ja durch die Corona-Pandemie noch getriggert. Daneben steht die Reform der privaten Altersvorsorge, z. B. der Riester-Rente auf der Agenda. Auch das politische Primat der Nachhaltigkeit, das sich durch alle Lebensbereiche ziehen soll, wird uns in den nächsten Jahren sehr beschäftigen.
++ In den letzten Monaten der Legislaturperiode wird der BVK darauf hinwirken, dass kurz vor der Bundestagswahl nicht weitere unnötige Regulierungsvorhaben wie etwa die Einführung eines Provisionsdeckels oder die Übertragung der Aufsicht der Finanzanlagenvermittler auf die BaFin auf den Weg gebracht werden. Beim letzteren Thema begrüßen wir Äußerungen aus der Politik, dass die Übertragung nicht mehr in die Zeit passe.
Wir werden außerdem die politischen Entscheidungsträger davon zu überzeugen haben, die bereits in Kraft getretenen Regulierungen (IDD, MiFID II FinVermV. etc.) der letzten Jahre erst einmal zu evaluieren, bevor weitere beschlossen werden. Der BVK wird sich deshalb mit Nachdruck dafür einsetzen, dem Berufsstand eine Atempause bei der Umsetzung bestehender Gesetze und Verordnungen zu gönnen und von weiteren Regulierungen abzusehen sowie eine weitere Bürokratisierung des Versicherungsvertriebs zu stoppen.
++ Im Hinblick auf das Nachhaltigkeitspostulat setzt sich der BVK in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Vertretervereinigungen der Deutschen Assekuranz (AVV) bei den Versicherungsunternehmen ein, diesem gesellschaftlichen Megatrend Rechnung zu tragen und bei ihren Investitionen zu beachten. Produkte sollten diesbezüglich für die Vermittler leichter identifizierbar sein, um ihren Vertrieb zu erleichtern.
Darüber hinaus engagieren wir uns, die unternehmerische Professionalität der BVK-Mitglieder weiter zu stärken, so z. B. durch unternehmerberatende Dienstleistungen, BVK-Weiterbildungsangebote und umfangreiche Services zur Umsetzung der Digitalisierung im Vermittleralltag. Diese Leistungen werden komplettiert durch die bewährten Mitgliedschaftsvorteile, wie der Rechtsberatung, des Rechtsschutzes, Prüfung von Agenturverträgen, Berechnung des Ausgleichsanspruchs und viele weitere Vorteile mehr. Hier verzeichnet der BVK Jahr für Jahr rund 15.000 Beratungsvorgänge.“