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Tipp an Professor Sebastian: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen

Der Bundesverband Investment und Asset Management e. V. (BVI) hat im August 2023 eine Studie zu den Folgen von Provisionsverboten vorgelegt. „Ein Provisionsverbot führt nicht zu höheren Renditen für Privatanleger und verhindert sogar, dass diese sich stärker an den Kapitalmärkten beteiligen“, so der Fondsverband BVI zum Ergebnis der Auswertung von Daten der Europäischen Zentralbank und der englischen Statistikbehörde (vgl. ‚vt‘ 37/23: „BVI bestätigt ,vt'-Kritik an EU und Regensburger Studie“).

In der öffentlichen Anhörung zum Antrag „Kapitalmarkt für Kleinanleger attraktiver machen“ (BT-Drucksache 20/9496) der Bundestagsfraktion der CDU/CSU erdreistete sich der von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN als Sachverständiger berufene Professor Dr. Steffen Sebastian von der Universität Regensburg, die Studie als „in wissenschaftlicher Hinsicht nicht haltbar“ zu bezeichnen.

In einem der ‚vt‘-Redaktion vorliegenden Schreiben setzt sich der BVI dagegen zur Wehr und erläutert die Gründe für die der Studie zugrunde liegende Länderauswahl. „Anders als Professor Sebastian legen wir sowohl unser Studienkonzept als auch die Daten umfassend offen und stellen uns dem wissenschaftlichen Diskurs. Fragen von Professor Sebastian zu unseren Annahmen und der Methodik haben wir bereits im Oktober 2023 ausführlich schriftlich beantwortet. Eine Reaktion, Rückfragen oder kritische Anmerkungen dazu erfolgten nicht“, konstatiert der Fondsverband.

Wie schon ‚vt‘ („intransparente statistische Modifikationen“; vgl. Beilagen zu ‚vt‘ 20 und 21/23) und Prof. Dr. Matthias Beenken („Vergleich ‚Brutto‘ mit ‚Netto‘ oder ‚Äpfel‘ mit ‚Birnen‘“; vgl. ‚vt‘ 17/23) kritisiert der BVI die Regensburger Studie deutlich: „Die Studienergebnisse von Professor Sebastian sind nicht nachvollziehbar.“

Der Reputation des Professors und einer erneuten Berufung als Sachverständiger gänzlich abträglich dürften die weiteren Ausführungen des Fondverbandes sein: „Seit April vergangenen Jahres bemühen wir uns um einen konstruktiven Austausch mit ihm, um seine Ergebnisse überprüfen zu können. Unserer mehrfachen Bitte um Zugang zur Datenbasis seiner Studie hat er trotz gemachter Zusagen bis heute nicht entsprochen. Auch Fragen zur Methodik blieben unbeantwortet.“

‚vt‘-Fazit: Während die Motivation von Prof. Sebastian noch unklar erscheint, kristallisiert sich heraus, dass er an einem wissenschaftlichen Diskurs kein Interesse hat. „Umso bedauerlicher ist es, dass die Ergebnisse der Studie in der politischen Diskussion über das Für und Wider eines Verbotes der Provisionsberatung reichlich Widerhall finden – nicht nur in Berlin, wie die Anhörung gezeigt hat, sondern auch im Europäischen Parlament.“ Diesem BVI-Statement können wir uns nur anschließen.

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