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Wie Standard Life sich für Deutsche VN Brexit-sicher macht

In der ‚vt’-Ausgabe der Vorwoche informierten wir Sie über Berichte in ‚Welt’ am 21.06.2018 und ‚Versicherungswirtschaft heute’ am 25.06., welche dramatischen Folgen der Brexit für davon betroffene Versicherungsnehmer (VN) haben könnten (vgl. ‚vt’ 26/18). Wie wir zwischenzeitlich recherchierten, müssen sich Versicherungsmakler und VN hinsichtlich der Verträge bei der Standard Life Deutschland diese Sorgen nicht machen: Die ‚Welt’- („36 Millionen Versicherungen drohen durch Brexit ungültig zu werden“) und ‚VWheute’-Berichte („Brexit vernichtet hierzulande hunderttausend Verträge“) verunsichern Kunden mit britischen Policen. Versicherungsmakler stellen die Frage, ob und ggf. was nun, nicht zuletzt unter Haftungsgesichtspunkten, zu tun ist. Die Zeit, bis es zu einem möglicherweise ungeregelten Brexit kommt, mit der von der britischen Finanzdienstleister-Interessenvertretung TheCityUK aufgezeigten Folge, dass mit dem Ausstieg aus dem Binnenmarkt Finanzdienstleister aus Großbritannien das Passporting-Recht und Versicherer die Zulassung, im jeweils anderen Rechtsraum das Bestandsgeschäft weiterzuführen, verlieren, verrinnt wie Sand in den Händen. Die betroffenen Verträge hätten umgeschrieben werden können, doch die Zeit sei abgelaufen, warnt TheCityUK.

Damit spielt die Interessenvertretung auf die Möglichkeit an, dass Verträge auf einen vom Brexit nicht betroffenen Standort übertragen werden. Doch jeder Transfer müsse von einem Gericht abgesegnet werden, und das sei ein Vorgang, der nach Branchenschätzungen 12 bis 18 Monate in Anspruch nehmen würde, berichtet ‚Welt’ mit Bezug auf die TheCityUK-Analyse. Wer jetzt erst beginnt, wird das Problem mit Blick auf die noch verbleibenden rund 9 Monate bis zum Brexit-Datum 29.03.2019 wohl nicht mehr lösen können. Aber bei Standard Life wurde „nach dem Referendum direkt begonnen, die potenziellen Auswirkungen auf Standard Life zu prüfen und Lösungen für die Kunden zu erarbeiten“, teilt uns Gail Izat, CEO von Standard Life Deutschland, auf Anfrage mit und erläutert:

„Wir haben diverse Szenarien analysiert, unter anderem natürlich auch einen ‚harten Brexit’ mit dem Wegfall der aktuell bestehenden Passporting-Rechte. Wir kamen dabei zum Ergebnis, dass der Weg über Dublin die beste Umsetzungsmöglichkeit ist, um für unsere Kunden auch weiterhin in Deutschland aktiv sein zu können. Wir planen also, unsere in der EU (außer Großbritannien) ansässigen Kunden an unsere bestehende Tochtergesellschaft in Dublin (Standard Life International) zu transferieren. Wir arbeiten sehr intensiv an der Umsetzung des Plans und haben bereits damit begonnen, die erforderlichen aufsichtsrechtlichen Genehmigungen einzuholen. Das europaweite Projekt von Standard Life befindet sich derzeit in vollem Gange, damit vor dem Stichtag im März 2019 alle entsprechenden Vorkehrungen getroffen sein werden.“ Was bedeutet das nach dem Brexit für die laufenden Verträge in Deutschland konkret? „Die laufenden Verträge werden fortgeführt und uns ist es auch ein besonderes Anliegen, dass wir die Servicequalität und den Support für unsere Kunden in Deutschland ab dem Zeitpunkt, zu dem Großbritannien die EU verlässt, aufrechterhalten können. Dazu gehört natürlich auch, dass Makler wie Banken auch weiterhin von ihrem gewohnten Ansprechpartner betreut werden und mögliche Rückfragen von Maklern und Kunden wie gewohnt aus Frankfurt beantwortet werden. Wir werden unsere Kunden auch künftig mit qualitativ hochwertigen Vorsorgelösungen unterstützen, die sie zur Erreichung ihrer finanziellen Ziele benötigen.“

‚vt’-Fazit: Für zukünftig abgeschlossene sowie bereits langjährig besparte betriebliche und private Altersvorsorgeverträge ist eine rechtssichere Fortführung nach dem Brexit ebenso wichtig wie eine rechtssichere Regulierung im Schadenfall bspw. bei Verträgen, die die optionale BU enthalten. Mit dem frühen Beginn der Bestands-Transformation bei Standard Life können deren Kunden und Versicherungsmakler laut Auskunft beruhigt dem Brexit entgegen blicken. – Bei welchen britischen Versicherern haben Sie Sorgen? Gerne haken wir für Sie dort nach.

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