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Wird GDV-Präsident Dr. Wolfgang Weiler zum Spaltpilz des Versichererverbandes?

Dr. Wolfgang Weiler, der von 2009 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand am 31.07.2017 Vorstandssprecher der HUK-Coburg Versicherungsgruppe war, hat am 27.09.2017 die Nachfolge von Dr. Alexander Erdland als Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) angetreten (vgl. ‚vt‘ 40/17). Doch obwohl er erst seit wenigen Wochen in Amt und Würden ist, gärt es bereits an der Basis. Die Recherche der ‚vt‘-Redaktion lässt Zweifel an Dr. Weilers Willen zu einer ‚überparteilichen‘ Regentschaft aufkommen: „Ein Versicherungsmakler, der sich über Provisionen für die Vermittlung von Versicherungsverträgen finanziert, kann sich nicht als unabhängig bezeichnen, wenn er für die Vermittlung eines Vertrags mit einer Versicherung A eine – häufig beträchtliche – Provision erhält, während er bei der Vermittlung desselben Risikos bei einer anderen Versicherung nichts bekommt. Unabhängig ist nur, wer bei seiner Empfehlung für die eine oder andere Versicherung in keiner Weise durch das Ergebnis der Empfehlung beeinflusst wird. Unabhängig ist nicht, wer von einer Versicherung dafür bezahlt wird, dass er sie empfiehlt, während er von der anderen Versicherung nichts bekommt.“ Mit dieser Argumentation hat die HUK-Coburg von der FinanceApp AG/Zürich, die in Deutschland mit dem als Versicherungsmakler registrierten InsurTech FinanceFox Germany GmbH/Berlin unter wefox auftritt, am 27.04.2017 die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung gefordert. Zu diesem Zeitpunkt war Dr. Weiler noch Vorstandssprecher der HUK-Coburg. Ob der Werbeauftritt rechtlich (in Teilen) angreifbar ist, wollen wir gar nicht bewerten. Unsäglich ist die Argumentation, mit der Versicherungsmaklern grundsätzlich die Unabhängigkeit abgesprochen wird. Daher haben wir den neuen Präsidenten am Tage seines Amtsantritts um Stellungnahme gebeten, ob  ++ er diese Aussagen zur (fehlenden) Unabhängigkeit der Versicherungsmakler teilt und  ++ Versicherer, die überwiegend mit Versicherungsmaklern zusammenarbeiten, darauf vertrauen dürfen, dass der GDV unter seiner Präsidentschaft die Interessen aller Versicherer, also auch der Maklerversicherer, lobbyistisch vertritt. Leider nutzt Dr. Weiler nicht die Gelegenheit zu einer klaren Positionierung. Am 16.10. erreicht uns die Mitteilung des GDV, dass „Dr. Weiler derzeit zunächst nach innen kommuniziert und noch keine Interviews gibt“.

‚vt‘-Fazit: Unabhängig von Größenverhältnissen zwischen auf Vertreter oder auf Vertrauensleute bauende Versicherer einerseits und andererseits überwiegend mit Versicherungsmaklern zusammenarbeitenden Versicherern und daraus resultierendem lobbyistischen Einsatz kann es nicht sein, dass ein GDV-Präsident despektierliche Auffassungen zu Versicherungsmaklern hat. Denn die stellen immerhin über 20 % der Vermittler dar und sind damit lebensnotwendige Geschäftspartner für viele GDV-Mitgliedsunternehmen. Dr. Weiler sollte es als dringend zu erledigende Aufgabe verstehen, ein Ausrufezeichen seiner hoffentlich gegebenen ‚Überparteilichkeit‘ zu setzen.

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