Immer häufiger landen Fälle auf dem ‚vt‘-Redaktionstisch, bei denen Versicherungsnehmer und Versicherungsmakler von einem deftigen Zusammenstreichen der im Kostenvoranschlag des Handwerkers ausgewiesenen Reparaturkosten negativ überrascht werden.
Auffällig ist dabei, dass es sich meist um die Ergebnisse externer Schadenprüfer handelt: ++ Nach einem Sturmereignis ist die Schiebetür an der Laube des VN massiv beschädigt. Der externe Schadenprüfer kürzt drastisch, weil der Schaden nur zum Teil sturmbedingt gewesen sei. Es hätte teilweise ein alterungsbedingter Sanierungsfall vorgelegen, habe der ausführende Handwerker laut externem Prüfer gesagt – doch der Handwerker kann sich an ein solches Telefonat nicht erinnern.
++ Nach einem Unfall wird dem geschädigten Autofahrer vom Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers ‚dank‘ Prüfbericht der Kostenvoranschlag zusammengestrichen, u. a. weil das Fahrzeug günstiger repariert werden könne. Obendrein erfolgt ungefragt eine Netto-Auszahlung auf Basis einer fiktiven Abrechnung ohne darauf hinzuweisen, dass der Kunde ein Anrecht auf die Erstattung der Kosten bei einer Reparatur hat.
++ Die vom VN nach einem Einbruch-Diebstahl in der Stehlgutliste aufgeführten Gegenstände und Wiederbeschaffungspreise streicht der Prüfer mit fragwürdigen Argumenten rigoros zusammen, es entbrennt ein Streit mit dem Versicherer.
++ Einen sturmbedingten Schaden an einem Zaun repariert der VN selbst. Die eingereichten Schadenkosten werden gedrückt. Laut externem Prüfbericht seien die Materialkosten des Baumarkts zu hoch. Die Eigenleistung wird gekürzt, weil der VN 3 Stunden (zu je 15 €) benötigte, aber ein Fachhandwerker lediglich 2 Stunden benötigt hätte. Dass Letzterer mit 60 € die Stunde zu Buche schlägt, interessiert nicht.
Die Tricks, Schäden kleinzurechnen, kennen bei Einigen keine Grenzen – meist mit Bezug auf die Ergebnisse des externen Schadenprüfers. Nach ‚Schema F‘ werden mit Hilfe von PC und Software am Schreibtisch die Schadenpositionen abgehakt, reduziert oder gestrichen. Wenn ein Dienstleister den Nutzen der Versicherer mit „700 € Einsparung pro Schaden“ bewirbt, stellt sich die Frage der unabhängigen Prüfung.
Sehen sich externe Schadenprüferbüros unter dem Druck, Einsparungen präsentieren zu müssen, um Folgeaufträge zu generieren? Verstecken sich einige Versicherer nur allzu gerne hinter dem angeblich neutralen Ergebnis? Oder klappt alles prima mit den externen Schadenprüfern? Werden externe Schadenprüfer zu Spaltpilzen zwischen Versicherer, Kunden und Vermittler?
Erschweren diese Ihre Arbeit als Versicherungsmakler? Teilen Sie mit der beigefügten ,vt‘-Umfrage oder online unter https://www.kapital-markt-intern.de/versicherungstip/umfragen/externe-schadenregulierer/ Ihre Erlebnisse und berechtigte Kritik mit!
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